Von Höhenflug keine Spur

Bundestagswahl in München: Bitteres Ergebnis für SPD - OB Reiters Partei verliert endgültig Vormachtstellung

München Bayern Landeshauptstadt Panorama
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Was für ein Panorama-Blick auf München.

Bundespolitisch im Höhenflug, doch der Blick auf die Münchner Landkarte ist für die SPD ernüchternd: Die Genossen liegen in keinem der 25 Bezirke vorne.

München - Das Münchner Wahlergebnis stürzt die drei großen Parteien in einen Zwiespalt der Gefühle. Die CSU verteidigt zwar drei der vier Direktmandate, schneidet aber bei den Zweitstimmen historisch schlecht ab. Die Grünen holen durch Jamila Schäfer erstmals in Bayern ein Direktmandat für ihre Partei und werden mit 26,1 Prozent zur stärksten Kraft in der Landeshauptstadt. Doch das Bundesergebnis veranlasst nicht zu Jubelstürmen.

Bundestagswahl: SPD-Ergebnis in München enttäuschend

Bei der SPD ist es umgekehrt: Im Bund kommt die Partei aus dem Tal der Tränen, doch das Ergebnis in München ist enttäuschend. Die SPD kann in der bayerischen Metropole kaum vom Scholz-Effekt profitieren. Die Genossen müssen sich mit 19,0 Prozent und Platz drei begnügen. Der Stimmenanteil wächst gegenüber 2017 nur um 2,8 Prozent. Und vom erhofften Gewinn eines Direktmandats ist die SPD weit entfernt. Die Erststimmen-Ergebnisse für Claudia Tausend (Osten), Florian Post (Nord) und Sebastian Roloff (Süden) sind ernüchternd. Dass die junge Seija Knorr-Köning in West/Mitte gegen Stephan Pilsinger (CSU) und Dieter Janecek (Grüne) auf verlorenem Posten stehen würde, war zu erwarten.

In einem Bezirk schneidet die SPD am schlechtesten ab

So kann die SPD auch keinen einzigen der 25 Münchner Bezirke bei den Zweitstimmen erobern. Selbst in einstigen Hochburgen wie Moosach und Milbertshofen/Am Hart gelingt das nicht. Am besten schneidet die SPD noch in Milbertshofen mit 21,9 Prozent ab. Dort verfehlen die Genossen die erste Position nur hauchdünn gegenüber der CSU und den Grünen, die 22,2 beziehungsweise 22,0 Prozent erreichen. Die 20-Prozent-Marke überschreiten die Sozialdemokraten ansonsten nur in Ramersdorf-Perlach (21,3), in Berg am Laim (20,9) Moosach (20,5), Laim (20,5) und in Hadern (20,2). Am wenigsten Zuspruch erfahren die Genossen im Bezirk Altstadt-Lehel mit 14,8 Prozent.

Die Hochburgen der CSU liegen in Allach-Untermenzing (32,2), Feldmoching-Hasenbergl (31,2) und Aubing-Lochhausen-Langwied (30,7). Wegen des starken Rückhalts in Allach und Aubing kann CSU-Kandidat Stephan Pilsinger sein Mandat im Wahlkreis West/Mitte hauchdünn mit etwa 150 Stimmen Vorsprung gegen Dieter Janecek verteidigen. Den schwersten Stand hat die CSU in den Bezirken Schwanthalerhöhe, Ludwigsvorstadt/Isarvorstadt, Au-Haidhausen und Sendling. Dort reicht es nur zu Ergebnissen zwischen 13 und 16 Prozent. Entsprechend erweisen sich diese Bezirke als die Hochburgen der Grünen. Das Rekordergebnis fährt die Öko-Partei in der Ludwigs-/Isarvorstadt mit 37,3 Prozent ein. Auch in Au-Haidhausen (36,2), der Schwanthalerhöhe (35,7) und Sendling (34,4) liegen die Grünen deutlich vor allen anderen Parteien. Das schwächste Ergebnis erzielen die Grünen in Feldmoching-Hasenbergl (16,2 Prozent).

Bundestagswahl: Die meisten Münchner wählten per Brief

Hochburgen der FDP sind die Bezirke Altstadt-Lehel (20,1) und die Maxvorstadt (18,4). Die Linke schneidet auf der Schwanthalerhöhe mit 7,7 Prozent am besten ab, die AfD in Feldmoching-Hasenbergl (7,3).

Während die CSU drei Direktmandate holt, liegen die Grünen bei den Zweitstimmen in drei Wahlkreisen vorne. Von den Briefwählern haben CSU und Grüne am meisten profitiert. Die SPD erhält in den Wahllokalen durchschnittlich einen höheren Stimmenanteil als bei ihrem Gesamtergebnis. Die Wahlbeteiligung liegt mit 80,3 Prozent in etwa so hoch wie zuletzt 2002, als der Sozialdemokrat Gerhard Schröder Kanzler wurde. 65,6 Prozent der Münchner Wähler machten ihr Kreuzchen zu Hause und bevorzugten die Briefwahl. Entsprechend ist es am Sonntag in den Wahllokalen zu keinem Ansturm oder großen Wartezeiten gekommen. Nichtsdestotrotz entwickelte sich eine Entdeckung eines Münchner Wahlhelfers zu einem Twitter-Hit: „Möchte eine Info leaken“

Wie hat München bei der Bundestagswahl gewählt? 13 Stadtviertel gehen an die Grünen, zwölf an die CSU. Unsere Stadtteil-Karten zeigen die Ergebnisse im Detail.

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