Wahl-Krimi bei Direktmandaten erwartet

Bundestagswahl 2021 in München: Zuschnitt der Wahlkreise, Parteien, Kandidaten und Ergebnisse

Bundestagswahl 2021: Auch in München ist am 26. September zum Urnengang aufgerufen.
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Bundestagswahl 2021: Auch in München ist am 26. September zum Urnengang aufgerufen.

Am 26. September ist Bundestagswahl. Rund 922.000 Münchner dürfen wählen. Hier ein Überblick über die vier Wahlkreise, die Direktkandidaten und wie Sie an Ergebnisse für Ihren Wahlkreis und Stadtbezirk kommen.

Am 26. September 2021 wählen alle Wahlberechtigten in München (über 18 Jahre, Erstwohnsitz in München und deutsche Staatsbürgerschaft) ihren Anteil des Deutschen Bundestags. Vier Wahlkreise liegen in München, in welchen die jeweiligen Wahlberechtigten über eine Liste und einen Direktkandidaten abstimmen. Insgesamt entscheidet München über acht der regulär insgesamt 598 Bundestagsabgeordneten. Dazu kommen die Überhangmandate.

Wahlberechtigt zur Bundestagswahl sind in München knapp 922.000 Menschen. Die Frauen sind mit 480.000 klar in der Überzahl. Es wird ein hoher Anteil an Briefwählern erwartet. Bereits zur Bundestagswahl 2017 - und ohne Corona-Pandemie - lag der Anteil der Briefwähler bei 43,4 Prozent. In den vier Münchner Stimmbezirken treten 65 Direktkandidaten an: 18 im Wahlkreis Nord, je 17 im Osten und in West/Mitte sowie 13 im Süden. Mit der Zweitstimme sind 26 Parteien wählbar.

Wahlbenachrichtigung

Die Stadt hat die Wahlbenachrichtigungen mittlerweile versandt. Wer bis zum 1. September noch keine Unterlagen erhalten hat, sollte sich mit dem Wahlamt (briefwahl.kvr@muenchen.de) in Verbindung setzen.

Bundestagswahl 2021: Die Münchner Wahlkreise und ihr Zuschnitt

Das Stadtgebiet von München ist zur Bundestagswahl 2021 in vier Wahlkreise aufgeteilt. Damit die Bundestagswahl demokratisch bleibt, sollte jeder Wahlkreis in Deutschland ungefähr dieselbe Wählerzahl beinhalten, sonst zählt plötzlich die Stimme im Münchner Norden plötzlich mehr, als beispielsweise in München Ost. Deswegen können sich die Zuschnitte der Wahlkreise auch alle vier Jahre ein wenig ändern. In München sind die Wahlkreise für die Bundestagswahl 2021 im Vergleich zum Urnengang 2017 aber gleich geblieben:

  • 217 München-Nord: Maxvorstadt, Schwabing-West, Milbertshofen - Am Hart, Moosach, Schwabing-Freimann, Feldmoching-Hasenbergl
  • 218 München-Ost: Altstadt-Lehel, Au-Haidhausen, Bogenhausen, Berg am Laim, Trudering-Riem, Ramersdorf-Perlach
  • 219 München-Süd: Sendling, Sendling-Westpark, Obergiesing-Fasangarten, Untergiesing-Harlaching, Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln, Hadern
  • 220 München-West/Mitte: Ludwigsvorstadt-Maxvorstadt, Schwanthalerhöhe, Neuhausen-Nymphenburg, Pasing-Obermenzing, Aubing-Lochhausen-Langwied, Allach-Untermenzing, Laim
Münchner Wahlkreiskarte zur Bundestagswahl 2021.

Bundestagswahl 2021 in München: Listenwahl und Direktkandidaten (Erststimme und Zweitstimme)

Bekanntermaßen machen Sie bei der Bundestagswahl zwei Kreuze, so auch in München. Mit der Zweitstimme wählen Sie die Landesliste einer Partei, aus allen Stimmen bundesweit wird das Mehrheitsverhältnis im Bundestag bestimmt. Sie gilt daher als die wichtigere, weil sie direkt die prozentuale Besetzung im Bundestag mitbestimmt.

Bundestagswahl 2021: Die Zweitstimme - 26 Parteien stehen zur Auswahl

In München haben Sie 26 Parteien für die Zweitstimme zur Auswahl. Ihre Reihenfolge auf dem Wahlzettel orientiert sich nach den erzielten Zweitstimmen in der vergangenen Bundestagswahl. Die Parteien, die erstmals antreten, kommen danach alphabetisch geordnet. Hier die Liste, wie sie auch auf dem Stimmzettel erscheinen wird:

  • CSU: Die Liste wird angeführt von Alexander Dobrindt (Wahlkreis 226 Weilheim), gefolgt von Dorothee Bär (Wahlkreis 248 Bad Kissingen) und Andreas Scheuer (229 Passau).
  • SPD: Auf Listenplatz eins Uli Grötsch (Wahlkreis 235 Weiden), zwei Bärbel Kofler (225 Traunstein) und drei Carsten Träger (243 Fürth).
  • AfD: Auf Listenplatz eins Peter Boehringer, zwei Corinna Miazga und drei Stephan Protschka.
  • FDP: Auf Listenplatz eins steht Daniel Föst (Wahlkreis 217 München-Nord), auf Platz zwei Katja Hessel (244 Nürnberg-Nord), auf Platz drei Karsten Klein (247 Aschaffenburg).
  • GRÜNE: Auf Listenplatz eins steht Claudia Roth (252 Wahlkreis Augsburg Stadt), Platz zwei Toni Hofreiter (221 München Land), Platz drei Ekin Deligöz (255 Neu-Ulm).
  • DIE LINKE: Auf Listenplatz eins steht Nicole Gohlke (Wahlkreis 220: München-West/Mitte), auf Platz zwei Klaus Ernst (Wahlkreis 250: Schweinfurt), auf drei Susanne Ferschl (Wahlkreis 257: Ostallgäu).
  • FREIE WÄHLER: Auf Listenplatz eins steht Hubert Aiwanger (Niederbayern), auf Platz zwei Annette Hauser-Felberbaum (Schwaben) und auf drei Christian Schindler (Oberpfalz).
  • ÖDP
  • Tierschutzpartei
  • BP Bayernpartei
  • Die PARTEI
  • PIRATEN
  • NPD
  • V-Partei3
  • Gesundheitsforschung#
  • MLPD
  • DKP
  • dieBasis
  • Bündnis C
  • III. Weg
  • du.
  • LKR
  • Die Humanisten
  • Team Todenhöfer
  • UNABHÄNGIGE
  • Volt

Erststimme: Die Wahl der Direktkandidatinnen und Direktkandidaten in München kurz erklärt

Mit der sogenannten Erststimme wählen Sie den Direktkandidaten aus Ihrem Wahlkreis. Wer die meisten Erststimmen im Wahlkreis für sich entscheidet, zieht in den Bundestag ein. Egal, ob oder auf welchem Platz er auf der Landesliste steht. Theoretisch gäbe diese Form der Personenwahl auch parteilosen, bzw. unabhängigen Kandidaten die Chance auf den Einzug ins Parlament.

Praktisch entscheidet sich der Deutsche aber offenbar gerne schlicht für eine Partei - und setzt dann zweimal das Kreuz für diese. Oft kennen die Wähler nicht mal die Namen der Direktkandidaten in ihrem Wahlkreis. Bei der Bundestagswahl 2017 gingen noch alle Münchner Direktmandate an die CSU. 2021 könnte sich das aber radikal ändern. Denn wenige Wochen vor der Wahl prognostizieren Umfragen in der bayerischen Landeshauptstadt, dass die CSU nicht auf ein einziges Direktmandat kommt.

Kandidatinnen und Kandidaten der Grünen haben am 26. September dagegen durchaus gute Chancen Direktmandate zu gewinnen. Schon bei der Landtagswahl in Bayern 2018 holten die Grünen in München die Mehrheit der Direktmandate. Die CSU galt damals als schwer abgestraft, was in den Folgejahren auch zu einer grüneren Neuausrichtung der Partei führte.

Bundestagswahl 2021: Münchner Wahl-Krimi um Direktmandate erwartet

Mit Blick auf die gewachsene Beliebtheit der Grünen könnte die Münchner Wählerschaft also für Überraschungen sorgen und zur Bundestagswahl mit der CSU-Tradition brechen. Auch die SPD könnte 2021 von den Münchnern profitieren. Im Rathaus stellt sie bereits seit 1945 mit zwei Ausnahmen (Karl Scharnagl 1945-1948 und Erich Kiesl 1978-1984; beide CSU) den Oberbürgermeister. Umfragen sehen die Sozialdemokraten wenige Wochen vor der Bundestagswahl bundesweit sogar vorne. Das lässt auch OB Dieter Reiter auf einen SPD-Kanzler hoffen.

Eine Liste aller Direktkandidaten aller Wahlkreise in München finden Sie in Kürze als Link in obiger Wahlkreis-Liste.

Berichterstattung auf tz.de/München zur Bundestagswahl am Wahltag und davor

Bis dahin informieren Sie sich gerne über den Wahlkampf aller Parteien in Bayern auf tz.de/München und auf unserer Bundestagswahl-Themenseite. Am Wahltag und die Tage danach (nicht alle Ergebnisse werden bereits am Sonntagabend verfügbar sein) finden Sie alle regionalen Wahlergebnisse der Bundestagswahl in unserem Daten-Tool (siehe oben). Top-aktuell informiert werden Sie über unsere regelmäßigen Newsletter. Zur Übersicht unseres Angebots und zur Anmeldung geht es hier.

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