Anstehende Bundestagswahlen

Umfrage-Hammer in München: Sorgt Baerbock für Hype? CSU reagiert umgehend

Laut einer Umfrage würden momentan mehr Münchener die Grünen wählen als die CSU. Das liegt nicht zuletzt auch an Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock.

München - Die Grünen sind in München auf dem Vormarsch. Großer Verlierer ist dabei die CSU. Die Bild hatte eine Umfrage zur Bundestagswahl 2021* bei der Firma INSA in Auftrag gegeben. Das Ergebnis: Die Grünen sind in Bayern - und vor allem der Landeshauptstadt - deutlich auf dem Vormarsch.

So sieht es momentan so aus, als würden alle vier Münchener Wahlkreise mehrheitlich für die Grünen abstimmen - und damit alle vier bisherigen CSU-Abgeordneten hinauskatapultieren. Dank des Umfragehochs verkündete Grünen-Landesvorsitzende Eva Lettenbauer optimistisch: „Wir starten in den Wahlkampf unseres Lebens.“

Grüne einig: Ihre Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock sorgt für Umfragehoch

Den Grund dafür sieht Politikwissenschaftler Heinrich Oberreuter wesentlich bei der Grünen*-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock. Denn diese sei laut ihm eine „angenehme, Konflikte nicht schürende, relativ sachlich argumentierende und sympathische Kandidatin“.

Das sieht auch der Münchener Grünen-Chef Joel Keilhauer (29) so. Baerbock als Person, sowie die Art und Weise, wie die Frage nach der Besetzung für die Kanzlerkandidatur in der Partei geklärt wurde, seien dabei ausschlaggebend für das Umfragehoch gewesen. Während bei der Union ein öffentlicher Kampf um den Kanzlerkandidaten ausgetragen wurde, hatten sich die Grünen nach außen hin harmonisch und ruhig für Baerbock statt Robert Habeck entschieden.

Optimistische Prognosen zu Bundestagswahl: Grüne haben erstmals „realistische Chance“

Das denkt auch der Grünen-Abgeordnete Dieter Janecek, der für Westen und Mitte Münchens als Direktkandidat bei der diesjährigen Wahl antritt. Er meint, dass durch Baerbock als Kandidatin viele Stimmen dazukämen. Doch damit sei die Sache nicht getan, denn „Die Umfrage ist ein Zwischenstand, jede Menge harte Arbeit steht uns bevor“, so Janecek.

Die Direktkandidatin der Grünen für den Münchener Osten, Vaniessa Rashid, stimmt das Umfragehoch optimistisch: „Das ist das erste Mal, dass wir eine realistische Chance haben, die Mandate zu gewinnen.“ Zusammen mit Janecek und Rashid werden Jamila Schäfer für den Münchener Süden und Doris Wagner für den Münchener Norden als Direkt-Kandidaten der Grünen in den Wahlkampf für die Bundestagswahl starten.

CSU-Abgeordnete sehen Kampf um Kanzlerkandidatur zwischen Söder und Laschet als Problem

Damit wollen sie den bisherigen Münchener CSU*-Abgeordneten die Plätze streitig machen. CSU-Abgeordneter Wolfgang Stefinger, der wieder als Direktkandidat für den Münchener Osten antritt, räumte ein, dass dank Baerbock ein gewisser „Hype“ zu den Grünen in der Umfrage* erkennbar sei. „Aber bis zur Bundestagswahl fließt noch eine Menge Wasser die Isar hinunter“ erklärte er. Der Bundestagswahl im September* blicke er daher „entspannt“ entgegen.

CSU-Abgeordneter Michael Kuffer, der für den Münchener Süden seine Position verteidigt, ist sich bewusst, dass in Großstädten ein Mandat niemals komplett gesichert sei. Er sieht das Problem der Union ebenfalls bei dem „turbulenten Wettbewerb um die Kanzlerkandidatur*“ zwischen Armin Laschet* und Markus Söder*. Gleichzeitig suggerierten die Grünen bei Baerbocks Aufstellung ein „Bild der Geschlossenheit“. Doch genau wie sein Kollege Stefinger bleibt er optimistisch, denn: „Wir stehen aber für Angebote, die Grünen für Verbote“, so Kuffer. Die Münchener Verkehrspolitik sei ein gutes Beispiel dafür.

CSU befürchtet harten Wahlkampf: „Die Bundestagswahl wird schwer - vor allem in den Großstädten“

Für den Münchener Norden schickt die CSU erneut Bernhard Loos ins Rennen. Der verweist bei den Umfragewerten auf die früheren Wahlprognosen und tatsächlich eingetretenen Ergebnisse: „Die Grünen hatten auch in der Vergangenheit häufig gute Bundestagswahl-Umfragewerte, die dann am Wahltag nicht eintrafen“, sagt er. Daher rechnet er sich weiterhin gute Chancen bei den Wahlen im Herbst gegen Baerbock* aus.

Nicht ganz so optimistisch sieht das der CSU-Generalsekretär Markus Blume. Er glaubt, dass die Union bis zum Herbst kämpfen müsse. So sagte er: „Wir werden alles tun, um uns vom Bundestrend abzukoppeln“. Auch wenn final noch nichts entschieden wurde, machen die Umfrageergebnisse den Druck auf die Union deutlich. „Die Umfrage zeigt, die Bundestagswahl wird schwer – vor allem in den Großstädten“ sagt er. Denn auch dort war ein deutlicher Trend weg von der Union und hin zu den Grünen zu erkennen. *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld

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