Die Wahlergebnisse im Detail

So dramatisch verliert die CSU in jedem Münchner Viertel

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In jedem der Münchner Stadtviertel verlor die CSU bei der Bundestagswahl teils dramatisch.

Wie wählten Ihre Nachbarn, welche Partei gewann in ihrem Wahllokal? Wir zeigen Ihnen die Ergebnisse der Münchner Wahlbezirke - und wo die Nichtwähler gewannen.

München - Fünf Tage nach der Bundestagswahl 2017 legt sich auch in München langsam die Aufregung über die Ergebnisse. Diese zeigen nämlich zweierlei: Zum einen, dass die CSU zwar herbe Verluste einstecken muss, aber auch in den nächsten vier Jahren die Direktkandidaten der Münchner Wahlkreise stellt. Zum anderen ist die Innenstadt so grün wie selten zuvor. In drei Stadtteilen konnten die Grünen die Mehrheit erringen. Und blickt man auf die Wahlbezirke sieht das Ergebnis noch eindrücklicher aus.

Denn nicht nur in der Studentenhochburg Schwabing gingen die Wahlbezirke an die einstige Anti-Atomstrompartei. Über die Schwantalerhöhe bis nach Haudhausen, in Sendling und Unergiesing bis hin in Randgebiete von Thalkirchen gaben die Mehrzahl der Urnenwähler den Grünen ihre Stimme und setzten damit farbige Punkte in der ansonsten sehr schwarzen Stadt, wie unsere Karte zeigt. Bemerkenswert auch: Ausgerechnet in Schwabing konnten sich auch die Liberalen einen Wahlbezirk sichern. Ansonsten finden sich in der ganzen Landeshauptstadt auch immer wieder versprenkelte SPD-Enklaven.

Allerdings: Im Gegensatz zu den beiden noch größeren Städten in Deutschland, Berlin und Hamburg, ging in München bei den Zweitstimmen nicht ein Wahlbezirk an die deutschnationale Alternative für Deutschland. Auf die ganze Stadt gerechnet waren es gerade mal 8,4 Prozent der Wahlberechtigten. Weniger wählten die AfD nur in Hamburg. Zwar profitierten die Deutschnationalen auch an der Isar von deutlichen Stimmverlusten für CSU und SPD, doch auch die FDP und die Grünen konnten dies für sich nutzen.

Wenn Sie in der oben stehenden Karte den Reiter wechseln, können Sie zudem die Hochburgen der Parteien sehen, also wo ein verhältnismäßig größerer Anteil der Stimmen geholt wurde. Erkennbar ist, dass die CSU vor allem in den äußeren Wahlbezirken stark abschnitt. Die SPD holte ihre Stimmen primär im Norden und Osten der Stadt und die AfD erzielte ihre besseren Ergebnisse in Feldmoching-Hasenbergl, Milbertshofen-Am Hart und in Berg am Laim. Münchenweit ergab sich aus den Stimmen folgendes Ergebnis:

Wo gewannen die Parteien in München und in welchen Stadtvierteln schnitten sie im Vergleich zur vorherigen Bundestagswahl 2013 schlechter ab? Folgende Karte zeigt, dass die CSU im ganzen Stadtgebiet herbe Verluste einstecken musste. Die SPD verlor zwar auch überall, jedoch ist erkennbar, dass die Sozialdemokraten vor allem in der Innenstadt und im Osten und Norden abgestraft wurden. Stadtviertel mit Stimmgewinnen werden in verschiedenen Grün-Schattierungen dargestellt, wo die Parteien verloren gibt es dagegen verschiedene Rot-Stufen.

In Schwabing, Sendling, Untergiesing und Bogenhausen verzeichnen wiederum die Grünen ihre größten Gewinne. Die Linke und die FDP sind in der Innenstadt und in Trudering beziehungsweise Bogenhausen stärker vertreten und die AfD gewann besonders im Nordwesten Münchens hinzu.

Auch ein Blick auf die Wahlbeteiligung lohnt sich. Denn da in vielen Stadtvierteln das Ergebnis zwischen zwei Parteien sehr knapp war, auf der anderen Seite aber auch die Wahlbeteiligung nicht allzu hoch war, stellen letztlich die Nichtwähler die stärkste Fraktion. Wenn diese eine eigene „Partei“ wären, würde sich das im Ergebnis wie folgt auswirken:

In zwölf von 25 Münchner Stadtvierteln wären die Nichtwähler vorne. Wohlgemerkt natürlich handelt es sich dabei nur um ein Gedankenexperiment. Auf ganz München gesehen ergibt sich folgendes Bild:

Technische Umsetzung: Michael Haas

Redaktion: Xaver Bitz

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