923.686 Münchner wahlberechtigt

Wer holt Münchens Direktmandate? CSU darf hoffen

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Vergangene Bundestagswahl sicherte sich die CSU alle Direktmandate in den vier Münchner Wahlkreisen. Klappt das auch heuer? 

Holt die CSU wieder alle Direktmandate in den vier Münchner Wahlkreisen? Eine weitere spannende Frage: Können CSU und SPD ihr Ergebnis vor vier Jahren zumindest halten? Oder erstarkt die AfD auch in der Millionenmetropole?

München - CDU und CSU hatten zum Wahlkampffinale am Freitag in München noch einmal ihr Spitzenpersonal aufgeboten: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sprachen am Marienplatz. Zuvor waren bereits SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz, Grünen-Chef Cem Özdemir, der FDP-Bundesvorsitzende Christian Lindner, AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen oder auch Gregor Gysi, die Galionsfigur der Linken, in der bayerischen Landeshauptstadt zu Gast. München ist ein wichtiges Pflaster im Kampf um die Stimmenhoheit.

2009 und 2013 gewann die CSU jeweils alle Direktmandate in den vier Münchner Wahlkreisen. Für die SPD war letztmals Axel Berg 2005 imNordenerfolgreich. Dort sind die Sozialdemokraten traditionell am stärksten. Florian Post, er sitzt bereits im Bundestag, tritt im Norden gegen den CSU-Newcomer Bernhard Loos an, Nachfolger von Johannes Singhammer. Letzter hatte vor vier Jahren 43,2 Prozent der Erststimmen geholt, Post 31,4 Prozent. Aufgrund ihrer sicheren Listenplätze dürften im Norden auch der Generalsekretär der bayerischen FDP, Daniel Föst, sowie AfD-Landeschef Petr Bystron in den Bundestag einziehen.

Grünen-Politiker Janecek mit Außenseiterchancen

Im Wahlkreis West-Mitte treten für die beiden Volksparteien mit Stephan Pilsinger (CSU) und Bernhard Goodwin (SPD) neue Kandidaten an. Münchens Mitte ist eine Hochburg der Grünen, dem amtierenden Parlamentarier Dieter Janecek werden hier durchaus Außenseiterchancen eingeräumt. Janecek ist über die Liste abgesichert, genauso wie FDP-Mann Lukas Köhler. Im Süden konkurrieren Michael Kuffer (CSU) und Sebastian Roloff (SPD) um den Spitzenplatz. 2013 holte sich Peter Gauweiler von der CSU diesen Wahlkreis mit 43,4 Prozent. Zum dritten Mal in Folge dürfte im Süden Nicole Gohlke in den Bundestag einziehen, die auf der Landesliste der Linken auf Position zwei rangiert. Thomas Sattelberger von der FDP dürfte es auch schaffen.

Seinen Erfolg wiederholen will im Osten Wolfgang Stefinger. Der CSU-Mann kam 2013 auf 44,7 Prozent – damals das beste Erststimmen–ergebnis in München. Seine schärfste Widersacherin dürfte wieder Claudia Tausend (SPD) sein, die bei 28,7 Prozent landete. Die Grünen können diesmal mit einer prominenten Kandidatin im Osten aufwarten: Die langjährige Fraktionsvorsitzende im Landtag, Margarete Bause, tritt für die Öko-Partei an.

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7200 freiwillige Helfer am Sonntag im Einsatz

Bei den Zweitstimmen holte die CSU in München 2013 als stärkste Kraft 37,8 Prozent. Die SPD kam auf 23,9 Prozent, die Grünen erreichten 14,1 Prozent. Das Ergebnis der FDP sank auf 7,7 Prozent, nachdem die Liberalen zuvor im Jahre 2009 mit 17,6 Prozent ein historisches Hoch erreicht hatten. Die AfD musste sich mit 4,5 Prozent begnügen, die Linke landete knapp über diesem Ergebnis mit 4,6 Prozent.

Mehr als ein Drittel der Münchner hat bereits sein Kreuzchen gemacht – per Briefwahl. Womöglich deutet sich daher eine höhere Wahlbeteiligung an als vor vier Jahren. Die war damals mit 71,2 Prozent allerdings auch historisch niedrig. 923 686 Menschen – das entspricht 64 Prozent der Münchner Gesamtbevölkerung – sind am Sonntag wahlberechtigt. Die Frauen sind hierbei klar in der Überzahl: 52,2 Prozent der Wähler sind weiblich, 47,8 Prozent männlich.

Alle Kandidaten: Sie wollen für München in den Bundestag

Das Kreisverwaltungsreferat hat 617 Wahllokale an 220 Standorten eingerichtet. 7200 freiwillige Helfer kümmern sich am Sonntag um den reibungslosen Ablauf der Wahlen. Erstmals kommen bei der Ergebniserfassung und der Übertragung der Daten ans Wahlamt Laptops zum Einsatz, um die Stimmenauszählung zu beschleunigen und Rechen- und Übertragungsfehler zu vermeiden. Bis spätestens 22 Uhr soll Münchens Endergebnis feststehen.

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