Nicht nur in München zu Hause

Daniela Hauck will für die FDP in den Bundestag: Problem im Fokus, das sich „während Corona verschärft hat“

Daniela Hack sitzt mit ihren Kindern auf einer Bank - alle schauen über die Lehne zurück in die Kamera
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Politikerin-Familie: Daniela Hauck mit ihren Kindern (v.l.) Carlotta (15), Eduard (13) und Kilian (17) sowie Hund Charlie.

Wir stellen die Münchner Kandidaten zur Bundestagswahl vor. Heute: Daniela Hauck von der FDP, die im Münchner Osten um das Direktmandat kämpft.

München - Corona* - das hieß für viele Kinder und Jugendliche: keine Freunde treffen, kein Sport, dafür Distanzunterricht. Daniela Hauck hat selbst drei Kinder. Als Bundeskandidatin der FDP fürs Direktmandat im Kreis München-Ost steht das Thema Bildung für sie an erster Stelle. Deshalb setzt sie sich auch als Kuratoriumsmitglied der Stiftung Gesellschaft macht Schule für Kinder und Jugendliche mit herkunftsbedingten Bildungsnachteilen ein.

Bundestagswahl 2021: FDP-Kandidatin Hauck sieht Problem der Chancengerechtigkeit

„Durch meine Kinder habe ich erfahren, wie sehr der schulische Erfolg vom Elternhaus abhängt“, sagt die 50-Jährige. Neben ihrer beruflichen Tätigkeit konnte Hauck die Zeit aufbringen, ihre Kinder in der Schule zu unterstützen. Doch das sei nicht bei jeder Familie so. Stichwort: Chancengerechtigkeit. „Das Problem hat sich während Corona noch verschärft“, sagt die Schwabingerin.

Besonders wichtig sei die frühkindliche Bildung. Demnach wünscht sich Hauck ein verpflichtendes Vorschuljahr, deutschen und englischen Sprachunterricht so früh wie möglich sowie ein vielseitiges und anspruchsvolles Ganztagesangebot - eben für alle „nicht nur an privaten Kindergärten und Schulen“.

Bundestagswahl 2021: FDP-Kandidatin studierte erst Jura und später BWL

Bildung ist für Daniela Hauck ein Thema, mit dem man gar nicht früh genug anfangen kann - und das auch nie endet. So, wie sie es auch selber immer erlebt hat… Geboren und aufgewachsen ist die 50-Jährige in Würzburg. In den 90ern hat sie in München* Jura studiert und war während ihres Referendariats in Brüssel. Dort blühte die Liebe zu Europa auf. Es folgte ein Master of European Studies in Berlin.

Als Juristin war Hauck in der Bundeshauptstadt, in Köln und Würzburg tätig. Von 2009 bis 2010 hat sie dann ein BWL-Studium an der Fern-Uni Hagen absolviert - woraufhin Hauck ins Familienunternehmen, eine pharmazeutische Großhandlung in Würzburg, einstieg. Dieses wurde 2017 verkauft. Mittlerweile arbeitet Hauck als selbstständige Rechtsanwältin in München, ist Geschäftsführerin einer Immobiliengesellschaft in Würzburg und ehrenamtlich in Stiftungen vertreten.

Video: Wir stellen die verschiedenen Hilfen bei der Wahlentscheidung vor

Bundestagswahl 2021: FDP-Kandidatin Hauck kann sich nun noch mehr engagieren

Seit 20 Jahren ist sie bei der Partei, aber so richtig aktiv ist Hauck erst seit zwei Jahren - „jetzt, wo die Kinder größer sind“. Früher lebte die Familie in Bogenhausen*, daher tritt die stellvertretende Vorsitzende des FDP-Stadtverbands im Wahlkreis München-Ost an.

Würde es für die Dreifach-Mutter nach der Bundestagswahl* am 26. September nach Berlin gehen, dann wäre das für sie kein neues Pflaster - auch wenn ihr Lebensmittelpunkt bei der Familie in München bliebe. Über Berlin sagt Hauck: „Ich habe dort ja schon einmal gewohnt - in Berlin Mitte, umgeben von lauter tollen Galerien und Ausstellungshäusern.“ Kunst und Kultur liegen ihr besonders am Herzen. „Kunst ist wichtig für Toleranz und Offenheit, kann neue Denkanstöße setzen“, erklärt sie.

„Ich möchte Atelierräume und kleine Ausstellungsräume in München fördern“, sagt das Vorstandsmitglied bei der Gesellschaft der Freunde der Stiftung Haus der Kunst. Am meisten gefielen ihr zeitgenössische Kunst und Fotografie. Begeistert erzählt sie von der aktuellen Ausstellung des Fotografen Erwin Olaf in der Kunsthalle. „Teilweise wirken die Bilder wie gemalt“, sagt sie mit glänzenden Augen.

Bundestagswahl 2021: FDP-Kandidatin Hauck sieht „Risiko und hohe Verantwortung“ von Unternehmern

Zwar heiße es bei der FDP oft, man solle Dinge dem Markt überlassen - aber für Kultur gelte das nicht, da seien Subventionen nötig. Grundsätzlich setze sie auf die Schaffenskraft des einzelnen Menschen, Unternehmertum sei wichtig für die Gesellschaft. „Ein Unternehmer schafft Arbeitsplätze, trägt auch ein Risiko und eine hohe Verantwortung“, sagt Hauck.

Unternehmergeist solle bereits in der Schule gefördert werden, findet sie. Wirtschaft und Informatik sollten ihrer Meinung nach Pflichtfächer an allen Schulen werden. Schulbildung ist eben Haucks wichtigstes Thema. Es gelte nun, nach dem Lockdown Lernrückstände aufzuholen, aber auch besonders auf die Psyche der Kinder und Jugendlichen zu achten - denn die habe sehr gelitten. (Laura Felbinger) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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