„Ganz sicher Union gewählt“

Erstaunliche Werte: Forsa-Chef erklärt, wie viel Prozent Söder als Kanzlerkandidat bekommen hätte - mit Beleg

Markus Söder gestikuliert
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Markus Söder, CSU-Parteivorsitzender und Ministerpräsident von Bayern.

Die Bundestagswahl 2021 ist vorbei, die Sondierungen zwischen SPD, Grünen, FDP und Union beginnen. Forsa-Chef Güllner analysiert das Ergebnis - und verrät, wie es mit Markus Söder ausgegangen wäre.

München - Der große Wahltag ist beendet. Die Ergebnisse sind denkbar knapp, dennoch konnte die SPD unter Kandidat Olaf Scholz den ersten Platz vor der Union belegen. Klar ist: Die SPD, die einen Regierungsanspruch für sich deklariert, wird mit Grünen und FDP verhandeln müssen, um eine sogenannte „Ampel“-Regierung bilden zu können. Doch Unions-Stimmen ließen ebenfalls verlauten, man leite zwar keinen Regierungsanspruch aus dem zweiten Platz ab, werde aber dennoch ein „Angebot“ zu einer Jamaika-Regierung mit Grünen und FDP unterbreiten.

Bundestagswahl: Massiver Unterschied - Forsa-Chef erklärt, wieviel Prozent Söder bekommen hätte

Auch CSU-Chef Markus Söder unterstich diese Unions-Position auf einer Pressekonferenz in München zum Wochenbeginn. Doch was wäre eigentlich gewesen, wenn der bayerische Ministerpräsident selbst als Kanzlerkandidat der Union angetreten wäre? Nicht wenige Stimmen glauben, dass der Franke deutlich besser abgeschnitten hätte als Armin Laschet. In einem Interview mit ntv hat Manfred Güllner, Chef von Forsa (eines der führenden Markt- und Meinungsforschungsinstitute Deutschlands) verraten, wieviel Prozent wohl mit dem Nürnberger möglich gewesen wären.

Söder über 30 Prozent? Wahlforscher mit niederschmetternder Einschätzung

Markus Söder betonte nach dem Wahltag, man sei aus Unions-Sicht mit einem „blauen Auge“ davon gekommen. „Ich glaube, ‚blaues Auge‘ wäre zu wohlwollend und zu beschönigend. Es ist ein Desaster,“ meint Güllner dazu. Doch hätte man dieses „Desaster“ verhindern können, wenn CSU-Chef Söder selbst angetreten wäre? „Wir haben gestern unmittelbar nach der Wahl über 5000 Wähler befragt. Von denen hat über ein Zehntel der Wähler der anderen Parteien gesagt, sie hätten ganz sicher Union gewählt, wenn Söder Kanzlerkandidat gewesen wäre“ verrät der Forsa-Chef Güllner gegenüber ntv. „Das hatten wir auch schon in mehreren Untersuchungen vorher ermittelt und das ist gestern Abend noch einmal bestätigt worden: Mit Söder wäre die Union glatt über 30 Prozent gekommen.“

Damit ist wohl klar: Einige Unions-Anhänger dürften sich im Nachhinein wohl doppelt ärgern, die Chance auf ein besseres Wahlergebnis „verpasst“ zu haben. Doch rückgängig gemacht werden kann der Wahlkampf ohnehin nicht mehr. Das gilt auch für die Ergebnisse aus München, wo letztendlich wenige Stimmen den Unterschied machten.

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