Wahlergebnisse der Landeshauptstadt

Wahl-Ergebnisse: München ist tiefschwarz

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Johannes Singhammer (l.) und Josef Schmid.

München - Euphorie? Weit untertrieben! CSU-Fraktionschef im Rathaus und OB-Kandidat Josef Schmid jubiliert in den höchsten Tönen. „Das ist spitzenmäßiger Rückenwind. Da trinken wir eine Flasche Rotwein drauf.“

Die CSU holt nicht nur wieder alle Direktmandate in den vier Wahlkreisen der Stadt - die Kandidaten bauen die Vorsprünge der letzten Bundestagswahl sogar deutlich aus. Diesmal haben die Christsozialen sogar alle Stadtteile gewonnen - selbst die bunte Schwanthalerhöhe ist schwarz. Unterm Strich sammelt die CSU in der Stadt genau 5,7 Punkte mehr auf nun 37,8 Prozent ein. Der Vorsprung auf die SPD wächst auf 14 Punkte oder 90 000 Stimmen. Selbst den Gewinn der SPD von 4,6 Prozentpunkten will Schmid nicht gelten lassen. „Das sind nur Grüne, die gewechselt sind. Wir wollen aber bescheiden bleiben und hart weiter arbeiten.“

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Weil die CSU im Freistaat so bärenstark auftritt, könnte Schmid sogar eine engagierte Stadträtin nach Berlin verlieren: Manuela Olhausen könnte in den Bundestag einziehen - vom abgeschlagenen Listenplatz 42 aus! Von der SPD kommen nur wenige Politiker zur städtischen Wahlparty im Kreisverwaltungsreferat. Viel zu feiern gibt es auch nicht. Aus den mickrigen 19,3 Prozent von 2009 wurden 23,9 Prozent. „Wir haben zwar eine Trendwende geschafft. Aber damit können wir nicht zufrieden sein“, sagt Roland Fischer, der als Direktkandidat im Westen minimal zulegt, aber wieder haushoch gegen Hans-Peter Uhl unterliegt. Auch SPD-Neuling Florian Post verliert den Münchner Norden: Er hat den beliebten Axel Berg beerbt und fährt nun 4,2 Punkte weniger als Berg 2009 ein - der einzige Wahlkreis mit SPD-Verlusten bei der Erststimmen! Weil Post aber über die Liste abgesichert ist, darf er trotzdem in den Bundestag.

Jubel und Entsetzen: Die Bundestagswahl 2013

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Wieder einmal muss OB-Kandidatin Sabine Nallinger eine Niederlage der Grünen zugeben. „Das ist wahrlich kein Triumph“, sagt sie, „das ist eine Zäsur für unsere Partei.“ Jetzt müssten die Grünen analysieren, warum ihre Themen nicht ziehen. Sie kritisiert ihre Spitze für die Steuer-Debatte, die das reiche München viel härter treffe als den Rest der Republik. In der Stadt aber würden nach der Ära Ude die Karten neu gemischt.

Mit versteinerter Miene verfolgt FDP-Fraktionschef Michael Mattar die Hochrechnungen - und verschwindet bald wieder. „Jetzt muss Parteichef Philipp Rösler zurücktreten“, ärgert er sich. Das Ende der Karriere von Rainer Brüderle sei absehbar. In der Stadt will er sich mehr an der CSU reiben, die Eigenständigkeit der Liberalen betonen. Denn jetzt geht es auch im Rathaus ums Überleben - auch wenn es da keine Fünf-Prozent-Hürde gibt: „Wir müssen versuchen, unser Ergebnis zu verteidigen.“

David Costanzo

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