Bundesweiter Bahnstreik: Verstopfte S-Bahnen in München

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Lange Wartezeiten, verstopfte Züge: Der Weg in die Arbeit war für viel Fahrgäste am Vormittag eine Zumutung.

München - Lange Wartezeiten, verstopfte Züge: Der Weg in die Arbeit war für viel Fahrgäste am Vormittag eine Zumutung. Doch die GDL weist die Proteste zurück: Man habe sich auf den Streik einstellen können.

Die Lokführer haben am Freitagmorgen um 8.30 Uhr eine zweite Warnstreikwelle gestartet. Wie bereits am Dienstag sollen die Deutsche Bahn AG und ihre sechs größten privaten Konkurrenten flächendeckend bestreikt werden.

“Wir haben absichtlich heute eine Zeit gewählt, die den Berufsverkehr nicht mehr tangiert“, sagte GDL-Chef Claus Weselsky am Freitagmorgen der Nachrichtenagentur dpa. “Wer das also seit gestern Abend 18.00 Uhr weiß, konnte sich heute früh drauf einstellen.“

Allein in München warten Fahrgäste zum Teil eine halbe Stunde auf ihre S-Bahn. In der offiziellen Presseerklärung heißt es, dass alle 10-Minutentakte auf den Linien der S 2, S 3, S 4 und S 8 entfallen. Während der gesamten Streikdauer verkehren auf der Linie A keine S-Bahnen. Um 11.30 Uhr erklärte die GDL für beendet. Es kommt jedoch weiterhin auf vereinzelten Linien zu Verspätungen von bis zu 5 Minuten. Auf der Linie A zwischen Dachau und Altomünster verkehren die S-Bahnen seitdem wieder.

Für viele Fahrgäste trotzdem eine Zumutung: "Erst warte ich eine halbe Stunde auf eine S-Bahn, die hätte kommen sollen. Und jetzt kommt eine S-Bahn, in der die Fahrgäste wie die Sardinen in der Sardinenbüchse gedrängt stehen", wetterte ein Fahrgast, der auf dem Weg von Allach nach München war. Nach Angaben der Deutschen Bahn war erneut die S-Bahn in Nürnberg stark betroffen, streikbedingte Zugausfälle wurden zudem im Werdenfels und vor allem auf einzelnen Strecken in Oberfranken und in Mittelfranken gemeldet.

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Massive Behinderungen durch Lokführerstreiks

GDL-Chef Weselsky räumte ein, dass der für 08.30 Uhr bis 11.30 Uhr geplante Ausstand Auswirkungen bis zum Abend haben werde - aber auch diese Behinderungen sollen sich in Grenzen halten: “Natürlich beginnt dann der Rückreiseverkehr für Wochenendpendler. Dort wird es zu Verzögerungen kommen, aber der Bahnverkehr wird weitestgehend pünktlich rollen“, versprach der Gewerkschafts-Boss.

GDL-Chef Claus Weselsky ist der Ansicht, dass sich Pendler ausreichend auf den Streik einstellen konnten.

Weselsky bestätigte, dass die Berliner S-Bahn nicht bestreikt werden solle. Ansonsten machte er keine Angaben zu möglichen regionalen Schwerpunkten. Ein GDL-Sprecher hatte am Donnerstagabend vom Rhein-Main-Gebiet sowie von Stuttgart und Hamburg als Schwerpunkten gesprochen.
In dem Tarifkonflikt kämpft die GDL neben einer Entgelterhöhung vor allem für einen flächendeckenden Tarifstandard auf dem hohen Niveau der Deutschen Bahn (DB). Davon würden die Lokführer bei der DB-Konkurrenz profitieren. Die DB nennt den Arbeitskampf überzogen und kritisiert, dass die GDL ein Spiel auf dem Rücken der Kunden treibe.

Die GDL hatte bereits vergangenen Dienstag zu einem Warnstreik aufgerufen, der von 6.00 bis 8.00 Uhr dauerte und massive Verspätungen bis zum Abend auslöste. Weselsky schloss weitere Warnstreiks dieser Art nicht aus und sagte, die Arbeitgeberseite trage daran die Schuld: “Der Zustand ändert sich erst, wenn bessere Angebote auf den Tisch kommen.“

Die Lokführer bei der DB hatten 2008 elf Prozent mehr Geld erhalten, ein Jahr später war es ein Plus von 4,5 Prozent. Der Organisationsgrad der kleinen Gewerkschaft ist ungewöhnlich hoch.

dpa

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