Video: Onlineredaktion auf Spurensuche

Burger King: Waren Filialen in München geschlossen?

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Nach wie vor gut gefüllt ist die Burger-King-Filiale im ersten Stock des Hauptbahnhofs.

München - Nach dem Ekel-Skandal bei Burger King: Ein Geschäftsführer geht, ein anderer wendet sich per Videobotschaft an seine Gäste. Eine Frage bleibt: Waren Restaurants in München geschlossen? Unsere Onlineredaktion auf Spurensuche.

Wer bei Burger King arbeitet, darf dort auch Cheeseburger und Doppel-Whopper essen. Und das tun viele der Münchner Mitarbeiter nach wie vor - auch einige Tage nachdem der Enthüllungsjournalist Günter Wallraff und sein Undercover-Team Ekelerregendes aufgedeckt haben. "Natürlich essen wir hier", sagen die Mitarbeiter. "Bei uns gibt es keine Hygiene-Probleme." Die meisten sind sich da einig.

Burger King: Waren Filialen in München geschlossen?

Nicht mehr so einhellig fällt die Antwort allerdings aus, wenn man nach den betroffenen Münchner Filialen fragt, die geschlossen worden sein sollen. Da wird man zuerst in den Münchner Osten geschickt, dann in den Norden, schließlich in den Süden und zuletzt ins Zentrum - doch alle haben am Montag geöffnet und servieren King Nuggets und King Pommes. Vor verschlossenen Türen steht niemand.

Führungsetage von Burger King zieht Konsequenzen

In der Führungsetage bei Burger King sind derweil Konsequenzen gezogen worden: "Ergün Yildiz tritt mit sofortiger Wirkung von seiner Position als Geschäftsführer der Yi-Ko Holding zurück", ist in einer Pressemitteilung zu lesen. Die operative Verantwortung für alle Yi-Ko Restaurants übernimmt nun Nicole Gottschalk.

Auch der Geschäftsführer der Burger King Beteiligungs GmbH, Andreas Bork, hat sich mit einer Videobotschaft an die Fast-Food-Kunden gewandt. "Wir bedauern zutiefst, das Vertrauen unserer Gäste enttäuscht zu haben und werden alles tun, um ihr Vertrauen zurückzugewinnen", sagt er.

Auf der Facebook-Seite von Burger King sehen Sie das komplette Video.

Deswegen hat das Unternehmen auch vorübergehend sechs Filialen geschlossen und dort die Mängel behoben. Mittlerweile haben laut Burger King alle wieder geöffnet.

Burger King: Filiale nur für Komplettreinigung geschlossen?

Wann und ob in München nun Filialen geschlossen waren, ist aber weiter nicht ganz klar. Eine Mitarbeiterin eines Restaurants versucht sich an einer Erklärung. "Es gab einen Burger King, der tatsächlich geschlossen worden ist", sagt sie. "Dann wurde er einer gründlichen Komplettreinigung unterzogen und hat nun bereits wieder auf." Auf Nachfrage nennt sie das Restaurant in der Triebstraße 44 in Moosach.

Der Fast-Food-Laden am Südeingang des Hauptbahnhofs hat geöffnet. Demnächst wird die Filiale umgebaut - das hat aber nichts mit dem Hygiene-Skandal zu tun.

Diese Filiale ist auch zwei anderen Burger-King-Mitarbeitern bekannt: Sie soll angeblich kurz zu gewesen sein. In der Filiale in Moosach selbst ist am Montag nicht viel los, nur zwei Autos stehen im Drive-in. Hinter der Fast-Food-Theke will man nichts wissen von einer vorübergehenden Schließung. "Bei uns gibt es keine Hygiene-Mängel", sagen die zwei Mitarbeiter, die gerade Schicht haben. Bevor sie die Kunden am Autoschalter bedienen, gehen beide am Wasserhahn vorbei und waschen sich gründlich die Hände.

Richtig voll ist hingegen der Burger King in der Chiemgauer Straße. Auch die beiden Restaurants am Hauptbahnhof können sich nicht über fehlende Fast-Food-Freunde beklagen - fast alle Tische sind in der Filiale am Südeingang besetzt. Die soll demnächst renoviert werden. Mit dem Hygieneskandal jedoch hat das nichts zu tun.

Pressemitteilung: Burger King will Missstände beheben

Burger King selbst verspricht in einer weiteren Pressemitteilung, ernst zu machen. "Burger King Worldwide hat sich dazu verpflichtet, die dargestellten Missstände in den 90 Yi-Ko Restaurants in Deutschland sofort zu beheben", heißt es in der Mitteilung.

Die Yi-Ko Holding hat allein in München elf Restaurants von derzeit 17 betrieben, etwa auch die am Hauptbahnhof. Spezialisten-Teams für Lebensmittelsicherheit haben laut der Pressestelle Sonderinspektionen in den betroffenen Filialen durchgeführt. Wenn ein Restaurant nicht die "strengen Lebensmittelsicherheits- und Gesundheitsstandards" hat, soll es solange geschlossen werden, bis die Standards wieder hergestellt sind.

Mehr will die Fast-Food-Kette nicht sagen. Solange der laufende Prozess der Kontrollen nicht abgeschlossen sei, bestätigt Burger King nichts: Weder, welche Filialen geschlossen waren, noch, ob überhaupt Münchner Restaurants betroffen waren.

Mitarbeiterin: Burger King überweist Löhne viel zu spät

Eine Mitarbeiterin in einer Münchner Filiale will sich zwar zu den katastrophalen hygienischen Zustände nicht äußern. Doch zu den nicht tragbaren Arbeitsbedingungen sagt sie: "Es stimmt: Die Löhne werden immer viel zu spät überwiesen."

pak 

Wir haben unsere Videojournalistin losgeschickt um zu testen, ob die Münchner noch Lust auf einen Burger-King-Burger haben. Das Ergebnis sehen Sie im Video unten.

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