Überraschung im "Ekel-Skandal"

Burger King: Darf Yi Ko doch weitermachen?

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Darf der Burger King am Hauptbahnhof bald wieder aufmachen? Eine Entscheidung soll es in den kommenden Tagen geben.

München - Nächste Runde in Sachen "Ekel-Skandal": Eigentlich hätten sich die beiden Parteien Burger King und Yi Ko am Montag in München vor Gericht treffen sollen. Doch es gab eine überraschende Wende.

Ob da jemand schon geahnt hat, dass es nicht zum Äußersten kommen könnte? Die Zeichen sprechen fast für sich. Denn die Lichter in der Burger King-Filiale am Ausgang des Münchner Hauptbahnhofes sind nie ausgegangen, man hat den Eindruck, dass sie jederzeit wieder öffnet. Auf einem Zettel an der Tür ist sogar von "Vorläufiger Schließung" die Rede. So, als ob man mal eben nur das Restaurant renoviert. Und vielleicht wird es jetzt auch genauso schnell gehen, dass hier wieder Tabletts mit "Whoppern" über den Tresen geschoben werden. Eine Entscheidung soll es jedenfalls in den kommenden Tagen geben.

Das ist optimistisch: Ein Zettel weist an einer Burger King-Filiale auf die "vorläufige" Schließung hin.

Dabei waren die Hintergründe für die Schließung der Yi Ko-Filialen in ganz Deutschland - elf davon befinden sich in München - durchaus gravierend: Hygienemängel, schlechte Bedingungen für die Mitarbeiter und keine Bereitschaft, das zu ändern. Den Ekel-Skandal hatte das "Team Wallraff" aufgedeckt - und den Finger vor kurzem gleich noch einmal in die Wunde gelegt. Burger King hat daraufhin harte Konsequenzen gezogen. Seit gut zwei Wochen war der Ofen nun endgültig aus: Der Franchisenehmer darf Marken- und Produktnamen der Fast-Food-Kette wie „Whopper“ nicht mehr benutzen und musste auch deshalb sämtliche 89 Filialen dichtmachen. Burger King drohte mit gerichtlichen Schritten, wenn Yi Ko sich sperrt. Yi Ko weigerte sich tatsächlich, sprach gar von drohender Insolvenz. Für die Zukunft des Franchisers mit seinen rund 3000 Beschäftigten geht es um viel. Burger King blieb hart, das Ergebnis : Die beiden Parteien sollten sich am Montag vor Gericht treffen, doch es kam nun anders. Hier die Fakten zum Fast-Food-Krieg.

1. Wie kam es zu dem Streit um die Marken-Nutzung?

Im November hatte die Fast-Food-Kette ihrem größten deutschen Franchiser fristlos gekündigt und den Schritt damit begründet, dass Yi-Ko wiederholt gegen vereinbarte Arbeitsbedingungen verstoßen habe. Dabei machte die Fast-Food-Kette auch unmissverständlich klar, dass Yi-Ko nicht mehr unter dem Namen Burger King weitermachen dürfe. Keine Außenwerbung, keine „Whopper“ und „King Nuggets“, keine Arbeitskleidung mit dem Firmenlogo mehr - de facto bedeutete schon dieser Schritt das vorläufige Aus für die betroffenen Filialen. Hinzu kam ein Lieferstopp, so dass den Restaurants schon bald die Waren ausgingen. Yi-Ko legte Widerspruch gegen das Marken-Nutzungsverbot ein, über den das Landgericht ursprünglich am Montag verhandeln sollte. Beide Parteien verständigten sich aber nun darauf, den Termin kurzfristig absetzen zu lassen.

2. Was bedeutet das für den Verhandlungsstand?

Auf jeden Fall spricht die Entwicklung dafür, dass es Bewegung in dem Konflikt gibt. Die von Yi-Ko beauftragte Anwaltskanzlei spricht bereits von einer bevorstehende Einigung. „Wenn Verhandlungen so kurz vor einem möglichen guten Ende und einer für beide Seiten positiven Einigung stehen, macht es keinen Sinn, sich parallel zu einer streitigen Gerichtsverhandlung vor dem Gericht zu treffen“ erklärte Rechtsanwalt Dominik Ziegenhahn von der Kanzlei Graf von Westphalen. Deutlich zurückhaltender zeigt sich Burger King: Zu den Chancen auf eine Lösung will sich die Fast-Food-Kette vorläufig nicht äußern.

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3. Welche Szenarien sind denkbar?

Möglich wäre, dass Yi-Ko-Alleineigentümer Alexander Kolobov die Schnellrestaurants weiter betreibt oder sich einen zusätzlichen Investor mit ins Boot holt. Auch ein oder mehrere völlig neue Betreiber könnten ins Spiel kommen. Als unwahrscheinlichste Lösung gilt, dass die Fast-Food-Kette selbst in die Bresche springt. Denn nachdem der Konzern vor einiger Zeit entschied, alle Schnellrestaurants in die Hände von Franchisern zu geben, ist trotz der aktuellen Krise nicht mit einer Rolle rückwärts zu rechnen.

So sehen die verlassenen Burger-King-Filialen am Hauptbahnhof aus

4. Wie steht es um Yi-Ko und die betroffenen Beschäftigten?

Seit der Kündigung seitens Burger King stand auch eine mögliche Insolvenz des Franchisers mit seinen rund 3000 Beschäftigten im Raum. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten sah das zunächst eher als Chance, hatte nach einem Gesellschafterwechsel bei Yi-Ko aber auch Hoffnung geschöpft, dass sich der verbliebene Alleineigentümer des Franchise-Unternehmens, Alexander Kolobov, mit Burger King einig werden könnte. Zuletzt war von intensiven Verhandlungen die Rede, wie es weitergeht, ist aber noch nicht absehbar.

Kathrin Garbe/dpa

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