Filialen sind dicht

"Ich kann mir München ohne Burger King nicht vorstellen"

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Chris Lehner (43), Wirt vom Parkcafé.

München - Früher als erwartet haben die zwei Münchner Burger-King-Filialen, die von der Yi-Ko-Holding betrieben werden, dicht gemacht. Ausgeburgert!

Sie rütteln und ziehen, aber die Tür geht nicht auf. Eine Eisenkette versperrt sie. Alle paar Minuten kommt am Sonntag ein hungriger Kunde zu einer der Burger-King-Filialen am Hauptbahnhof – und muss wieder gehen. Früher als erwartet haben auch diese zwei Münchner Filialen, die von der Yi-Ko-Holding betriebenen werden, dicht gemacht. Ausgeburgert!

„Das kommt für uns auch überraschend“, sagt Mustafa Öz, Geschäftsführer der Gaststätten-Gewerkschaft NGG. „Ursprünglich sollten diese Filialen so lange wie möglich noch offengehalten werden. Nach unserer Kenntnis hätten die Waren noch gereicht.“

Abgesperrt und mit Ketten verschlossen: die Burger-King-Filialen am Hauptbahnhof.

Seit der Fast-Food-Riese vor einer Woche seinem größten Franchiseunternehmen wegen Hygienemängeln und schlechter Arbeitsbedingungen gekündigt hat, stehen deutschlandweit 3000 Angestellte in 89 Filialen vor dem Nichts. Mittlerweile beschäftigen sich auch Gerichte mit der Sache – per einstweiliger Verfügung und Widerspruch. In München sind die Läden am Hauptbahnhof, im Tal, in der Eggenfelder Str., Wasserburger Landstr., Sonnenstr., Pollingerstr., Chiemgaustr., Triebstr., am Giesinger Bahnhofsplatz und im Stahlgrubercenter betroffen. Im Mai hatte Enthüllungsjournalist Günter Wallraff auf RTL Missstände aufgedeckt. Am Montag Abend (22.15 Uhr) will das Magazin neue Recherche-Ergebnisse veröffentlichen.

Wir haben am Sonntag einen Mitarbeiter am Hauptbahnhof getroffen, der im geschlossenen Restaurant nach dem Rechten sehen sollte: „Niemand von uns weiß, wie der aktuelle Stand ist und wie es weitergehen soll.“ Gewerkschafts-Chef Öz appelliert an Burger King: „Übernehmen Sie wieder ihre ehemaligen Restaurants, ihre ehemaligen Mitarbeiter und lassen Sie die Beschäftigten kurz vor Weihnachten nicht auf der Straße stehen!“ Burger-King-Europa-Chef Andreas Bork aber sagte in einem Interview, er könne eine schnelle Lösung nicht versprechen.

Wir sprachen mit Kunden:

Das ist unfassbar

Unfassbar: 3000 Angestellte auf der Straße! Das hilft zwar nicht viel, aber ich suche gerade Personal … Ich kann mir München ohne Burger King nicht vorstellen – ich mag den Konkurrenten nicht.

Chris Lehner (43), Wirt vom Parkcafé

Hygiene ist wichtig!

Ich komme aus der Branche und weiß, wie wichtig Hygiene da ist. Außerdem geht es nicht, dass Mitarbeiter ausgebeutet werden. Ich finde es gut, dass die Filialen zu haben. Ich hätte da eh nicht mehr eingekauft.

Dieter Haferkamp (57), Bäckermeister

Nina Bautz

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