RTL-Sendung deckt Skandal auf

Ekel-Alarm: Burger King schließt zwei Filialen

München - Bei Burger King wurden Darmbakterien und abgelaufene Lebensmittel gefunden. Das "Team Wallraff" hat für RTL undercover einen Hygiene-Skandal aufgedeckt - und München ist massiv betroffen. Inzwischen wurden zwei Filialen von Burger King geschlossen.

Update: Burger King schließt aufgrund von eklatanten Hygiene-Mängeln und schlechten Arbeitsbedingungen vorübergehend zwei Fast-Food-Restaurants. Seit Freitag seien Teams für Lebensmittelsicherheit und Restaurantmanagement bei Sonderinspektionen im Einsatz, teilte Burger King in München mit. Die betroffenen Filialen sollen erst wieder geöffnet werden, wenn die Missstände behoben sind. Welche zwei Burger-King-Restaurants geschlossen werden und ob sie in München sind, dazu wollte das Unternehmen nichts sagen. Eine Liste mit den laut RTL elf betroffenen Filialen in München finden Sie weiter unten im Artikel.

Burger King: Waren Filialen in München geschlossen?

Der Skandal um Burger King weitet sich bundesweit aus! Nach dem RTL-Bericht von Günter Wallraff und seinem Team über die eklatanten Hygiene-Mängel in rund 90 Filialen, melden sich nun immer mehr Burger-King-Mitarbeiter oder ehemalige Angestellte in den Medien zu Wort. Sie berichten von zum Teil desaströsen Zuständen und Arbeitsbedingungen.

Elf Burger-King-Filialen der Yi-Ko Holding GmbH in München betroffen

Knapp vier Millionen Zuschauern dürfte am Dienstagabend der Appetit auf Burger, Pommes und Co von Burger King vergangen sein. Günter Wallraff und sein Undercover-Team schauten verdeckt bei bestimmten Filialen der Fastfood-Kette in die Küchen und entdeckten Dramatisches – von ekelerregenden hygienischen Zuständen bis hin zu nicht tragbaren Arbeitsbedingungen.

Allein elf Burger-King-Filialen in München, unter anderem die am Hauptbahnhof, gehören zu dem Franchise-Unternehmen von Ergün Yildiz. Seine Yi-Ko Holding GmbH sitzt in Niedersachen und betreibt deutschlandweit über 91 Burger- King-Filialen. Aber nirgendwo hat das Unternehmen so viele wie in München.

Google-Suche zeigt 16 Burger-King-Filialen in München an

Das Ergebnis der Undercover-Recherche dürfte Burger-King-Fans erschüttern: Lebensmittel, die abgelaufen sind, werden einfach umetikettiert, das Fleisch für die Burger zum Teil über Stunden (!) warmgehalten. Mitarbeiter, die die Toilette reinigten, machten anschließend mit der gleichen Arbeitskleidung Küchendienst. Auch Darmbakterien wurden gefunden - eklig. Im Internet tobt deshalb bereits ein Shitstorm auf der Facebook-Seite. Burger King weist jedoch darauf hin, dass es sich bei der betreffenden Holding um ein unabhängiges Unternehmen handle. Allerdings ist das für die Münchner keine beruhigende Nachricht. Denn wenn man im Internet nach Burger-King-Filialen in München und 25 Kilometern Entfernung sucht, werden einem 16 Stück angezeigt. Das sieht natürlich nach einer hohen Treffer-Wahrscheinlichkeit aus, in einem Ekel-Restaurant zu landen.

Doch nicht nur Hygienemängel wurden in den Yildiz-Restaurants von Burger King aufgedeckt. Auch die Arbeitsbedingungen sind in diesen Filialen unfair. Der Stundenlohn beträgt gerade einmal 7,71 Euro brutto. Überstunden werden nicht bezahlt. Im Krankheitsfall gibt es keine Lohnfortzahlung. Von Weihnachts- oder Urlaubsgeld ganz zu schweigen. Dabei hat sich Unternehmer Yildiz eigentlich verpflichtet, alle Mitarbeiter nach Tarif zu bezahlen. Immerhin: Es gibt Angestellte, die sich das alles nicht mehr gefallen lassen: Laut RTL liegt die Yi-Ko Holding mit etwa jedem fünfzehnten seiner über 3000 Mitarbeiter im Rechtsstreit.

Betroffene Burger-King-Filialen in München (Quelle: RTL):

  • Einsteinstrasse 130 (Haidhausen)
  • Sonnenstrasse 6 (Ludwigsvorstadt)
  • Im Tal 10 (Altstadt)
  • Eggenfeldener Strasse (Bogenhausen)
  • Bahnhofsplatz 2 (Ludwigsvorstadt)
  • Wasserburger Landstrasse 4 (Trudering-Riem)
  • Pollingerstr. 2 (Sendling-Westpark)
  • Chiemgaustr. 214 (Ramersdorf)
  • Bayerstrasse 10 A (Ludwigsvorstadt)
  • Triebstrasse 44 (Moosach)
  • Giesinger Bahnhofplatz 8 (Giesing)

Burger King: Natürlich nicht alle Münchner Filialen betroffen

Eine Stellungnahme von Burger King, wie viele Filialen es in München denn gibt und welche dem Franchise-Unternehmer gehören, steht noch aus. Ein Sprecher äußerte sich nur so: "Natürlich sind nicht alle betroffen." Die Anfrage läuft noch. Zu den Missständen bezog Burger King wie folgt Stellung: Man habe in der Zentrale in München "keinerlei Toleranz und Akzeptanz", heißt es. Burger King wolle nun einen "Aktionsplan" erarbeiten – gemeinsam mit der Yi-Ko Holding GmbH.

Am Dienstag wird das ZDF Burger King gegen seinen Konkurrenten McDonald's im Duell der Fastfood-Riesen antreten lassen. Vorab wurden bereits beunruhigende Ergebnisse der Dokumentation bekannt

kg/tz/pie/dpa

Rubriklistenbild: © Marcus Schlaf

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