Dachauer Straße

Bus-Drama: 40 Kinder im Krankenhaus

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Ein Foto von der Unfallstelle

München - Nach dem Bus-Drama auf der Dachauer Straße sind 40 Kinder ins Krankenhaus eingeliefert worden. Inzwischen sind neue Details zum Unfallhergang bekannt.

Es muss ein unglaublicher Ruck gewesen sein, begleitet vom unheimlichen Geräusch platzender Scheiben und berstenden Metalls: In voller Fahrt blieb am Sonntag um 9.56 Uhr ein dänischer Reisebus in der Bahn-Unterführung der Dachauer Straße kurz nach der Breslauer Straße nahe des Moosacher Ortszentrums stecken. An Bord: 50 total geschockte und schreiende dänische Schüler im Alter von 16 bis 18 Jahren.

40 von ihnen wurden mit Schnittwunden, Prellungen und Schocksymptomen in Münchner Krankenhäuser gebracht. Bis auf ein Mädchen (17) gelten alle als eher leicht verletzt. Die 17-Jährige erlitt schwere Aufprallverletzungen, wurde mit Verdacht auf Schädel- und Wirbelverletzungen in eine Klinik gebracht. Der Busfahrer (53), dessen Frau und ein Lehrer blieben unverletzt.

Die jungen Dänen sind alle Schüler des Handels-Gymnasiums in Grenaa – einer Hafenstadt in Jütland. Dort hat sich die Nachricht von dem schweren Unfall am Sonntag wie einer Lauffeuer herumgesprochen. Die Schüler wohnen seit einigen Tagen in einem Schwabinger Jugendhotel, unternahmen Ausflüge. Am Samstag waren sie in Garmisch, am Sonntag wollten sie die KZ-Gedenkstätte in Dachau besuchen. Auf der Fahrt dorthin übersah der Fahrer des dänischen Busunternehmens Nr. Nissum Turist offenbar das Höhenbegrenzungs-Schild: Nur 3,40 Meter! Bereits vor drei Jahren, am 17. Mai 2010, war dort ein Doppeldecker-Bus mit 57 Schülern und Lehrern stecken geblieben.

Angesichts der großen Zahl Verletzter wurde speziell für die Rettungsdienste Großalarm ausgelöst. Auch das Kriseninterventionsteam des Arbeiter-Samariter-Bundes rückte mit drei Mitarbeitern aus. Das dänische Konsulat in München entsandte eine Mitarbeiterin an den Unfallort, hält Kontakt zu den Angehörigen. Der Busfahrer wurde noch am Unfallort vernommen. Die Bahnlinie nach Ostbayern und zum Flughafen musste für zwei Stunden gesperrt werden.

Ein Statiker stellte fest, dass die alte Brücke auch diese zweite Kollision wieder relativ unversehrt überstanden hat. Der Bus wurde abgeschleppt.

Im Laufe des Nachmittags kamen die meisten Schüler wieder zurück ins Hotel. Sie alle möchten jetzt so schnell wie möglich nach Hause.

Dorita Plange

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