Neue Statistiken belegen 

Busse werden unpünktlicher: So bremst der Verkehr die MVG aus

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Vorteil eigenes Gleis: Die U-Bahnen sind deutlich pünktlicher als Bus und Tram. 

Auf Münchens Straßen wird es zusehends enger – das bekommen auch die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) zu spüren. Mehr als ein Fünftel der Busse und Trambahnen sind unpünktlich. Die MVG drängt deshalb auf den schnellen Ausbau eigener Busspuren.

Die Busse der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) sind 2018 leicht unzuverlässiger geworden. Demnach waren 2018 78,9 Prozent der Busse pünktlich, 2017 waren es noch 79,3 Prozent. Das geht aus einer Antwort der MVG auf einen Antrag von Bayernpartei-Stadtrat André Wächter hervor. Dafür ist der Wert bei der Tram leicht gestiegen: von 76,4 (2017) auf 76,6 Prozent (2018). Die Werte für die U-Bahnen liegen in beiden Jahren unverändert bei 90,5 Prozent. Unpünktlich gelten sie ab einer Verspätung von zwei Minuten.

MVG-Sprecher Matthias Korte sagte auf Anfrage: „Die vergleichsweise niedrigeren Pünktlichkeitswerte bei Bus und Tram sind dem hohen Verkehrsaufkommen auf Münchens Straßen geschuldet. Um Verspätungen bei Bus und Tram entgegenzuwirken, sind eigene Bus- und Tramspuren nötig.“

Bei der U-Bahn gab es 2018 Probleme mit den neuen Zügen. Inzwischen laufen diese Fahrzeuge laut Korte deutlich stabiler – sie erhalten nach und nach ein technisches Update. Bei den älteren Zügen wird die Instandhaltung intensiviert. Bei der Tram komme die MVG derzeit einigermaßen über die Runden. „Es gibt aber keine Reserven“, sagt Korte. Die Hauptwerkstätte ist immer noch teils gesperrt, die neuen Avenio-Züge sind noch nicht komplett zugelassen, und ältere Zugmodelle müssen teilweise erneuert werden.

Technisch plagen die MVG derzeit keine gravierenden Probleme. Signal-, Weichen- und Stellwerksanlagen liefen 2018 nahezu störungsfrei, die Verfügbarkeit lag bei über 99 Prozent. Insgesamt gab es 590 Störungen auf mehr als 2,7 Millionen Anlagen. „Wenn es zum Störungsfall kommt, ist der in der Regel von zehn Minuten beseitigt“, sagt Korte. Gleichwohl sind von einer einzelnen Störung in der Hauptverkehrszeit mitunter Zehntausende von Fahrgäste betroffen. Korte: „Wir arbeiten an Verbesserungen, damit der Betrieb stabiler läuft.“

Bei der U-Bahn steht laut Korte insgesamt eine Grunderneuerung des Systems an, um die Leistungsfähigkeit zu erhalten. „Das bedeutet erst mal mehr Baustellen, sorgt am Ende aber für eine bessere U-Bahn.“

2018 verzeichnete die MVG insgesamt 596 Millionen Fahrgäste und damit einen neuen Rekord. Auf die U-Bahn entfielen 413 Millionen Fahrgäste, auf die Tram 122 Millionen und auf den Bus 214 Millionen. Die Zahlen sind im Vergleich zu 2017 um zwei Prozent gestiegen. Im Berufsverkehr kommen täglich circa 90 U-Bahnzüge, 100 Trambahnen und 550 Busse zum Einsatz. „Durch die starke und weiter steigende Nachfrage kommt es im Berufsverkehr teilweise zu Engpässen. 

Besonders U-Bahn und Tram fahren dann an ihrer Leistungsgrenze“, sagt Korte.Daher setzt die MVG zunehmend kapazitätsstärkere Fahrzeuge ein. Wo möglich sollen die Takte weiter verdichtet werden. Zudem ist ein verstärkter Personaleinsatz am Bahnsteig geplant. Außerdem sollen die Langsamfahrstellen, die zu Verspätungen beitragen, nach und nach abgebaut werden.

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