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Bußgelder bis 500.000 Euro: Vorsicht bei Untervermietung über Airbnb - „In solchen Fällen...“

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Von: Andreas Thieme

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Unerlaubte Untervermietung rechtfertigt Wohnungskündigung
Wer seinen Schlüssel an Untermieter weitergeben möchte, sollte seine Vermieter um Erlaubnis fragen. © Christin Klose/dpa-tmn

Die eigene Kasse aufbessern oder den Platz in der Wohnung optimal nutzen: Das geht, wenn man untervermietet. Möglich ist das für einzelne Räume oder befristet für die ganze Wohnung. Wichtig ist, dass man sich mit dem Vermieter bespricht, sonst kann die Untermiete mit Kündigung enden. Es drohen aber auch heftige Bußgelder...

München - Viele Mieter denken, es ist ohne Probleme möglich ihre Wohnung an eine dritte Person weiter zu vermieten. Aber: „Dieser Irrglaube kann erhebliche Folgen für den Mieter haben. Im schlimmsten Fall droht sogar die Kündigung“, sagt Rechtsanwalt Alexander Walther von der Kanzlei Mundigl und Klimesch.

Bußgelder bis 500.000 Euro: Vorsicht bei Untervermietung über Airbnb - „In solchen Fällen...“

Hierbei sei zwischen der Untervermietung, also der Überlassung eines Teils (bspw. eines Zimmers) und der Weitervermietung der gesamten Wohnung an eine Person zu unterscheiden. Gem. § 553 Abs. 1, S. 1 BGB hat der Mieter einen Anspruch die Wohnung teilweise unter zu vermieten, wenn hierfür ein berechtigten Interesse besteht. „Ein solches Interesse wäre zum Beispiel der Auszug des Partners“, sagt Walther. Der Mieter benötige dann einen Untermieter um die Miete stemmen zu können. „Der Vermieter kann die Erlaubnis zur Untervermietung nur dann verweigern, wenn ein Grund in der Person des Untermieters gegeben ist. Dies ist nur in extremen Ausnahmefällen möglich.“

Der Mietvertrag besteht dann zwischen dem Untermieter und dem Hauptmieter. Der Vermieter werde nicht weiter involviert. „Dies bedeutet auch, dass der Mieter vom Untermieter theoretisch mehr Miete verlangen kann als er selbst zahlt. Wobei diese Miete nicht mehr ortsüblich wäre und somit unter Umständen ein Rückzahlungsanspruch bestehen würde.“

München: Stadt kann Zweckentfremdung einer Wohnung mit 500.000 Euro ahnden

Walther warnt: Die Weitervermietung der Wohnung sei dem Mieter gem. § 540 Abs. 1, S. 1 BGB grundsätzlich untersagt und dieser habe „keinen Anspruch auf Erteilung einer Erlaubnis“. Vermietet er die Wohnung weiter, so stellt dies – nach erfolgter Abmahnung - einen fristlosen Kündigungsgrund dar.

Lediglich die unentgeltliche Überlassung der Wohnung für einen kurzen Zeitraum von sechs bis acht Wochen an Freunde oder Verwandte sei zulässig. Aber: Die insbesondere während der Wiesn-Zeit sehr lukrative Weitervermietung von Wohnungen über Portale wie Airbnb stellt sogar einen Verstoß gegen das Zweckentfremdungsverbot dar und kann Walther zufolge „mit einem Bußgeld von bis zu 500.000 Euro geahndet werden.“ In solchen Fällen ist auch eine Untervermietung einzelner Zimmer unzulässig, da dies einem gewerblichen Beherbergungsbetrieb gleichkommt und somit keine Untermiete mehr darstellt.

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