Herzinfarkt mit nur drei Monaten

Bypass für ein Baby! Münchner Ärzte retten Maxim

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Er ist zwar noch schwach, hat aber nach der Bypass-OP seinen ersten Geburtstag gefeiert: Der kleine Maxim mit Mama Ekatherina.

München - Der kleine Maxim hat einen seltenen angeborenen Herzfehler. Spezialisten des Münchner Herzzentrums retteten ihm mit einem spektakulären Eingriff nun das Leben. 

Nicht zu träumen gewagt hätte sich Ekatherina P. (29), dass sie den ersten Geburtstag ihres kleinen Maxim feiern würde. Ihr Sohn hat einen seltenen angeborenen Herzfehler - an dem er in ihrer Heimat Russland fast gestorben wäre.

Doch Kinderherzchirurgen des Deutschen Herzzentrums München retteten Maxim nun kurz vor seinem ersten Geburtstag mit einem spektakulären Eingriff das Leben. 

Sie setzten dem kleinen Buben einen Bypass ein. „Diese Operation ist so extrem schwierig, dass sie weltweit erst wenige Male durchgeführt wurde“, sagt Professor Rüdiger Lange, Direktor der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie des Herzzentrums. 

Der Eingriff, der in der Erwachsenen-Chirurgie zur Routine gehört, ist bei Babys extrem selten. Ihr Herz ist nur so groß wie eine Walnuss, der Eingriff riskant. Professor Lange: „Wir mussten es einfach versuchen. Sonst hätte Maxim nicht überlebt.“

Herzinfarkt beim drei Monate alten Maxim

Von der Erkrankung ihres zweiten Kindes haben seine Eltern zunächst nichts geahnt. Doch als er drei Monate alt ist, liegt Maxim plötzlich blau angelaufen in seinem Bettchen. „Gott sei Dank haben wir ihn an diesem Morgen noch rechtzeitig gefunden und mein Mann Alexander konnte ihn reanimieren“, sagt Ekatherina P. 

Ein Herzinfarkt! Im Moskauer Herzzentrum operieren die Ärzte Maxim mit einer veralteten Technik. Danach habe sich der Bub nie wieder erholt, erzählt die Mutter. Schwach und apathisch sei er im Bett gelegen. 

Ekatherina P. sucht verzweifelt im Internet nach Hilfe. Zusammen mit der russischen Worldvita-Stiftung nimmt sie Kontakt zu den drei führenden deutschen Kinderherz-Zentren auf. Professor Lange ist der einzige, der sich den Eingriff zutraut.

Herzzentrum München weiß Bescheid

Die Münchner Ärzte kennen den Herzfehler, an dem Maxim leidet. Beim sogenannten „ALCAPA-Syndrom“ müssen sie möglichst bald operieren und das linke Herzkranzgefäß von der Lungenschlagader auf die Aorta verpflanzen. Doch das ist bei Maxim aufgrund der Vor-OP in Moskau nicht mehr möglich. Es bleibt nur der Bypass.

Trotz aller Risiken: Ekatharina P. willigt in die Operation ein. Maxims Herzleistung liegt zu diesem Zeitpunkt bei nur noch zehn Prozent. Sechs Stunden dauert der Eingriff. Danach liegt der kleine Bub zehn Tage lang im künstlichen Koma.

Jetzt die gute Nachricht: Maxim geht es immer besser. An seinem Geburtstag am Montag war er zwar noch etwas müde. Auf den winzigen Geburtstagskuchen seiner Mama hat er aber trotzdem einen vorsichtigen Blick geworfen...

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