„Das bin zu 100 Prozent ich“

Café Blá: Französisch-Island in der Au 

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Blau, blau, blau sind alle ihre Farben ... Stephanie Bjarnason hat ihr Café nach ihrer Lieblingsfarbe benannt: Blá (Isländisch für Blau). Auch optisch kommt die Farbe, die Bjarnason an das Meer und den Himmel denken lässt, zum Tragen: Die Wandpaneele hat sie in verschiedenen Nuancen bemalt.

Stephanie Bjarnason ist halb Französin, halb Isländerin und betreibt in der Au das nordische „Café Blá“.

München - Das Café, das Stephanie Bjarnason jüngst in der Au eröffnet hat, ist das Ergebnis ihrer Selbstfindung. „Eigentlich komme ich nicht aus der Gastronomie“, erzählt die 29-Jährige. Bjarnason hat als Ingenieurin gearbeitet, der Job habe ihr Spaß gemacht, sagt sie. Aber irgendwann sei da der Punkt gewesen, an dem sie Zeit für sich haben wollte. Sie nahm ein Sabbatical, also ein Jahr Auszeit von der Arbeit. „Ich habe überlegt, was in mir steckt“, erklärt Bjarnason. „Wo komme ich her? Wo will ich hin?“. Die Antwort hat sie gefunden: Bjarnason ist zur Hälfte Isländerin und will ihre Identität leben. Das nordische Café, „das bin zu 100 Prozent ich“.

Blá hat Bjarnason ihr Tagescafé getauft – ein Name der sich nicht etwa von „Blabla“ ableitet, wie man im Kontext mit Kaffee und Kuchen vermuten könnte. „Blá“ heißt auf Isländisch schlicht „Blau“. Stephanies Lieblingsfarbe, weil sie so beruhigend ist und an die Weite des Meeres und des Himmels erinnert. Die Liebe zur Natur ist es auch, was Bjarnasons Verbundenheit mit Island erklärt. Die raue Landschaft, die Vulkane – „die Menschen in Island leben anders mit der Natur zusammen, dort gibst du die Kontrolle ab“, sagt Bjarnason. „Es ist eine kleine Gesellschaft, aber es gibt einen großen Zusammenhalt.“

Aufgewachsen ist die 29-Jährige in Frankreich, Französisch ist ihre Muttersprache. Aber Island, wo ihr Vater herkommt, habe sie sich schon immer näher gefühlt. Seit mehr als zehn Jahren lebt sie nun in München. Mittlerweile bezeichnet sie die Stadt auch als Heimat. „Es ist schön, dass es hier Tageslicht gibt“, sagt sie und lacht. In Island ist es meistens kalt und dunkel.

Auch von außen hübsch anzusehen: das Café Blá in der Au.

Was die Menschen dort gerne essen? Waffeln! Die bietet Bjarnason auch in ihrem Café an – in der süßen Variante, etwa mit Früchten (5,20 Euro), und herzhaft, etwa mit Lachs (5,80 Euro). In der Vitrine steht Skyr-Kuchen (Stück 3,30 Euro). Skyr ist ein isländisches Milchprodukt, vergleichbar mit Quark oder Frischkäse. „Es enthält sehr viel Eiweiß“, sagt Bjarnason. Garniert ist der Kuchen mit Blaubeeren, die in der nordischen Küche oft Verwendung finden. Auch nicht fehlen dürfen die Zimtrollen (Stück 1,50 Euro), das typische Hefegebäck. Unter der Woche bietet Bjarnason zudem täglich wechselnde Suppen an (5,80 Euro), etwa Karotte-Mango oder Erbsen-Minze.

Gespeist wird bei isländischer Musik, die stets im Hintergrund läuft. „Die ist sehr beruhigend“, sagt die 29-Jährige. Das Ambiente ist freundlich-einladend: Eichendielen, helle Holzmöbel, Kissen aus grauem Vlies und eine Wandverkleidung aus wabenförmigen Paneelen – von Stephanie Bjarnason in stundenlanger Handarbeit selbst angestrichen. Natürlich in ihrer Lieblingsfarbe.

Das Café Blá an der Lilienstraße 34 hat Mittwoch, Donnerstag und Freitag von 9 bis 18 Uhr geöffnet, Samstag von 9.30 bis 18 Uhr sowie Sonntag von 9.30 bis 17.30 Uhr. Reservierungen sind per E-Mail möglich: hello@cafebla.de.

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