Schmerzensgeld gefordert

Über Schirmständer gestürzt: Frau verklagt das Tambosi

+
Das Café Tambosi am Odeonsplatz.

München - Sie wollte Kaffee trinken im Tambosi, doch dann stürzte Maria L., verletzte sich - und verklagte das Café auf Schadenersatz.

Wenn die Sonne rauskommt, kennen viele Münchner nur ein Ziel: das Café Tambosi am Odeonsplatz. Dort wollte auch Maria L. (65, Name geändert) mit Freundinnen einen Café trinken gehen. Auf der Suche nach einem Platz im Freien stürzte sie am 17. Juli 2014 aber über den Fuß eines Sonnenschirms – und verletzte sich schwer! Vor dem Landgericht forderte sie nun mehrere tausend Euro Schmerzensgeld.

„Es war sehr heiß und ich wollte schnell in den Schatten“, erklärt Maria L. im Prozess. „Der Schirm war aufgespannt. Ich ging links herum, blieb an der äußersten Ecke hängen und bin dann auf mein linkes Knie geknallt.“ Mit starken Schmerzen bleibt die Seniorin liegen und kommt nicht mehr auf. „Ich war wie gelähmt.“ Kellner bringen Eis und helfen ihr. Die Diagnose später: Splitterbruch im Schienbeinkopf. „Ich ging vier Wochen an Krücken und musste eine Beinschiene tragen. Ich war im Alltag stark eingeschränkt.“

Die Schuld sieht Maria L. beim Tambosi, wo sie schon öfters Kaffeetrinken war. „Man kann als Gast doch nicht damit rechnen, dass man dort stürzt. Der Fuß des Schirms hatte dieselbe Farbe und Struktur wie der Kiesboden –es war unmöglich, seine Ausmaße zu erkennen.“ Kurz darauf seien aber rote Markierungen an den Schirmen angebracht worden, damit sich so ein Unfall nicht wiederhole.

Das Tambosi hielt dagegen: Jeder Gast wisse um die Schirme, die im Hofgarten aufgestellt werden. Die Verkehrssicherungspflicht sei nicht verletzt worden.

So sah es auch die Richterin: Stolperstellen gebe es überall – selbst im Gerichtssaal. „Wenn Sie im Tambosi auf den Boden geschaut hätten, wäre das wohl nicht passiert“, sagt sie und wies Klage ab.

Maria L. nahm das Urteil enttäuscht auf. „Nach dem Unfall hat vom Tambosi niemand auf meine Schreiben reagiert. Sonst hätte ich gar nicht geklagt. Wenigstens ist meine Verletzung verheilt.“

Andreas Thieme

Auch interessant

Meistgelesen

Kommentare