Caritas-Betreuer missbraucht Kinder

Hinter dieser Tür erlebten vier Buben die Hölle

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Hier kam es zu den Übergriffen

München - Unfassbarer Vorfall in einer Caritas-Einrichtung im Schneeheideanger im Stadtteil Am Hart: Ein Betreuer hat dort über mehrere Wochen Kinder sexuell missbraucht.

Unfassbar: Fast über zwei Wochen hinweg ist es einem 46-Jährigen gelungen, vier Buben im Alter zwischen sechs und neun Jahren immer wieder in eine Fahrradwerkstatt zu locken. Dort hat er die Kinder durch die Hosen hindurch an ihren Geschlechtsteilen befummelt und sie auf die Wangen geküsst. Bei zwei Buben griff der Mann auch direkt in die Hose.

Nach den Vorfällen blieb die Radlwerkstatt im Schneeheideanger diese Woche geschlossen

Am Dienstag berichteten die Kinder ihren Eltern, dass der Mann, der aus Markt Schwaben stammt, sie beschimpft und grob angefasst hat. Der Grund: Angeblich hätten die Buben eine Türglocke abgerissen. Erst da trauten sich die Kinder auch überdie sexuellen Misshandlungen zu sprechen. Inzwischen sitzt der 46-Jährige in U-Haft.

Die Radlwerkstatt ist ein offenes Angebot der Caritas, das seit 2007 besteht und im Bewohner-Treff in der Nordheide untergebracht ist. Freiwillig tätige Frauen und Männer reparieren Fahrräder von Kindern und leiten sie an, ihre Räder selbst instand zu setzen und auf die Verkehrssicherheit ihrer Fahrräder zu achten.

Die Kinder werden an jeweils drei Nachmittagen in der Woche von einem Team aus zwei oder drei Freiwilligen angeleitet. Zurzeit sind zwei Frauen und fünf Männer dort engagiert.

Die Radlwerkstatt ist seit 2007 im Bewohner-Treff in der Nordheide untergebracht

Brisant: Obwohl laut Caritas der Beschuldigte ein einwandfreies erweitertes Führungszeugnis vorgelegt hatte (siehe unten), soll er wegen ähnlicher Delikte laut tz-Information bereits polizeilich in Erscheinung getreten sein. Gegen ihn wurde von der Kripo mehrfach wegen sexueller Handlungen an Kindern und Schutzbefohlenen ermittelt. Ob diese Ermittlungen zu einer Verurteilung geführt haben, ist bislang unbekannt.

JAM

„Unsere Prävention hat nicht gereicht“

Der Diözesan-Caritasverband reagierte in einer Presseerklärung auf die Vorfälle - VERGRÖSSERN

Der Diözesan-Caritasverband reagierte am Freitagnachmittag mit einer Stellungnahme auf die Vorkommnisse: Der Vorstand bedauere zutiefst, dass es in der Radlwerkstatt offenbar zu sexuellen Übergriffen auf Kinder gekommen sei. „Leider haben unsere Präventionsmaßnahmen nicht ausgereicht, um dies zu verhindern“, sagt der stellvertretende Geschäftsführer der Caritas-Zentren München, Johannes Mathes. Die Caritas kooperiert eng mit der Polizei. Die Radlwerkstatt wurde vorläufig geschlossen. Die Caritas bietet den Kindern und Eltern die professionelle Unterstützung von Psychologen und Pädagogen im Caritas-Zentrum Nord an.

Das Freiwilligen-Zentrum habe entsprechend der Rahmenordnung des Caritasverbands der Erzdiözese München und Freising e.V. zur Prävention von Grenzüberschreitung, Misshandlung und sexuellem Missbrauch Präventionsmaßnahmen umgesetzt. „So hat jeder freiwillige Helfer vor Beginn seines Engagements ein erweitertes Führungszeugnis vorzulegen“, heißt es in der Erklärung.

Auch bei dem jetzt Beschuldigten liege dieses erweitere Führungszeugnis vor. „Das Konzept sieht vor, dass die Radlwerkstatt immer mit mindestens zwei Freiwilligen besetzt war, so dass nicht ein Erwachsener mit Kindern alleine ist.“ Außerhalb der Öffnungszeiten sollen keine Kinder in der Werkstatt sein. Jährlich gibt es für die Freiwilligen vier Teamtreffen, bei denen organisatorische und finanzielle Dinge, aber auch der Umgang mit Kindern besprochen wird. Dazu gehören routinemäßig Präventionsmaßnahmen gegen sexuellen Missbrauch, schreibt die Caritas.

„In den Freiwilligen-Zentren der Caritas in München engagieren sich Hunderte von Freiwilligen aller Generationen entsprechend ihren Interessen und Fähigkeiten. Sie betätigen sich handwerklich, kulturell oder sozial“, heißt es am Ende der einseitigen Erklärung.

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