143 Festnahmen rund ums CL-Finale

München - Das Champions-League-Finale bescherte auch der Münchner Polizei einen ereignisreichen Abend. Insgesamt 143 Menschen wurden festgenommen.

In der Nacht nach der großen Niederlage war der Münchner Hauptbahnhof der wohl traurigste Schlafsaal der Welt. Nach Verlängerung und Elfmeterschießen hatten Hunderte ihre Züge verpasst, rollten sich in ihre Fahnen und schliefen erschöpft auf dem Boden. Amüsiert beobachtete Berti Habelt, Sprecher der Bundespolizei, im rot-weißen Heer der Enttäuschung „auch den ein oder anderen blauen Strich“. Im Schlaf sind eben alle gleich.

Theresienwiese, Oly-Stadion, Biergärten, Pub in London: Public-Viewing-Fotos

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Zwölf Stunden vorher noch – da hatte der Hauptbahnhof gebebt unter dem Ansturm des rot-weißen Jubelchors aus sämtlichen Landesteilen und der ganzen Republik. Gegen 13.30 Uhr kamen mehrere randvolle Fan-Züge gleichzeitig an, spuckten zeitweise 3000 Fans gleichzeitig aus. Sie trafen auf gelassene Einheiten von insgesamt 500 Bundespolizisten, die sich lediglich darauf beschränkten, die gewaltige Masse Mensch aus dem Bahnhof und in den Untergrund zu lenken und rivalisierende Fangruppen auseinanderzuhalten.

Mitten im Getümmel wurde bereits am Morgen im Hauptbahnhof, tagsüber in der Innenstadt und später auch in der Arena und in den Public-Viewing-Bereichen immer wieder Bengalos, Rauchtöpfe, Kracher und Blitze gezündet – ein extrem gefährlicher Trend, der Bundes- und Landespolizei gleichermaßen zunehmend Sorge macht. 19 Fans aus beiden Lagern wurden deshalb festgenommen.

Chelsea-Fans zeigen sich: Impressionen aus der Stadt

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Im Münchner Polizeipräsidium zog ein übernächtigter Vizepräsident Robert Kopp am Sonntag Bilanz. Es kam zu insgesamt 143 Festnahmen – 32 davon wegen Körperverletzungen. Darunter waren auch neun Taschendiebe und 20 Verkäufer, die gefälschte Fanartikel verkauften.

Am Dom traten betrunkene Briten nachmittags Beulen in einen Streifenwagen und ruinieren das Blaulicht. An der Feldherrnhalle verstieg sich ein Brite so gründlich, dass ihn die Feuerwehr aus 15 Metern Höhe retten musste. Und in der Sparkassenstraße rief der Londoner Bobby Sergeant Simon Willmott gerade noch rechtzeitig Landsleute zur Ordnung, die von Bayern-Fans massiv provoziert wurden.

Dorita Plange

Rubriklistenbild: © dpa

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