Chaos bei den Tickets

München - Veolia fährt ab 2013 mit neuen Zügen von München nach Salzburg und Kufstein. Aber manche Fahrgäste brauchen bald zwei Fahrkarten. Hier erfahren Sie, wer möglicherweise mehrere Tickets braucht:

Mit neuen Triebwagen, einem verbesserten Zugangebot und deutlich mehr Sitzplätzen in der Berufsverkehrszeit will die Bayerische Oberlandbahn, die erfolgreich die Strecken nach Bayrischzell, Lenggries und Tegernsee betreibt, ab Dezember 2013 unter dem Namen „Meridian“ nach Salzburg und Kufstein fahren sowie die Mangfalltalbahn übernehmen. Doch bereits eineinhalb Jahre zuvor droht Ärger: Möglicherweise brauchen viele Pendler und Tagesausflügler verschiedene Fahrkarten.

Die DB sperrt sich bisher bei einem einheitlichen Tarifgefüge. „Es gibt bisher keine Einigung“, bestätigt Fritz Czeschka, Geschäftsführer der Bayerischen Eisenbahngesellschaft der tz. Und Heino Seeger , Geschäftsführer der BOB zur tz: „Wir verhandeln mit der DB, leider bisher ergebnislos.“

Problem 1 – Zeitkarten

Berufspendler, die zwischen Freilassing und Rosenheim wohnen. Viele von diesen tausenden Kunden besitzen Zeitkarten, die gegen Aufpreis nicht nur für den Nah-, sondern auch für die teureren DB-Fernverkehrszüge gelten. Bisher fahren sie nach belieben entweder mit Regionalexpress oder Euro- bzw. Intercity-Zug. Bisher war das einfach: DB-Fernverkehr hat die Einnahmen intern mit DB-Regio verrechnet. Mit dem neuen Betreiber BOB aber funktioniert das nicht mehr automatisch. Die BOB ist auch weiter bereit, Intercity-Netzkarten zu akzeptieren. Allerdings will sie im Rahmen der Verhandlungen über die künftigen Tarife eine Entschädigung, da die Meridian-Tickets ja auch nicht im IC gelten.

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Problem 2 – Anstoßverkehr

Wer eine DB-Fahrkarte oder die einer Privatbahn kauft, kann damit maximal einmal auf einen anderen Bahnbetreiber umsteigen. Sonst braucht er eine zweite Fahrkarte. Die DB weigert sich bisher beharrlich, eine zweite Anschlussfahrt mit in die Computersysteme zu übernehmen. Mit der  Übernahme wird das für Gelegenheitsfahrer problematisch: Wer etwa von Landshut nach Ruhpolding will, wechselt künftig in München zum ersten Mal das Bahnunternehmen. Weil das zweite Wechseln die Bahn-Computer überfordert, müssen die Kunden für den letzten Abschnitt eine zweite Fahrkarte nach Ruhpolding kaufen. Auch hier weigert sich die DB bisher, ihre Systeme umzustellen.

Karl-Heinz Dix

Rubriklistenbild: © dpa

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