"Charlie Hebdo" schnell ausverkauft

Mega-Schlange am Hauptbahnhof! Viele warteten vergeblich

Am Hauptbahnhof bildete sich am Samstag eine lange Schlange: Etwa 180 Kunden warteten, um die neueste Ausgabe des Satire-Magazins zu ergattern. Lorenz Storch/BR

München - Viele standen stundenlang vergeblich vor den Zeitschriftenläden an: Am Samstag kam die erste Ausgabe des Satire-Magazins "Charlie Hebdo" nach den Terroranschlägen vom 7. Januar in Deutschland in die Läden. Der Ansturm war riesig.

Auch in München war das Heft innerhalb weniger Minuten ausverkauft!

Nur wenige wie diese Französin hatten Erfolg.

Vor der Filiale vonk presse + buch am Hauptbahnhof hatten einige fast die ganze Nacht ausgeharrt: Ab 1 Uhr morgens warteten die Kunden vor dem Geschäft – bis zur Ladenöffnung um 6 Uhr hatte sich eine lange Schlange mit etwa 180 Menschen gebildet. Doch nur wenige Kunden ergatterten tatsächlich eines der begehrten Exemplare, mit denen die Pariser Redaktion von Charlie Hebdo auf die Anschläge reagiert hatte. Viele gingen leer aus: Gerade mal sechs Magazine standen zum Verkauf. „Vor den Terroranschlägen wurden nur ein oder zwei Exemplare pro Woche verkauft“, sagt ein Mitarbeiter.

Zehn Tage nach den Anschlägen von Paris war am Samstag in Deutschland die erste Ausgabe des französischen Magazins erschienen – und wie in anderen Ländern binnen Minuten vergriffen. Vor allem Hauptbahnhöfe, Flughäfen und Großstadt-Kioske waren beliefert worden – wegen der großen Nachfrage in Frankreich allerdings nur mit einer limitierten Stückzahl. So bekam der Großraum München insgesamt nur einige Dutzend Ausgaben, die überall in Windeseile weg waren. Auch in anderen Städten wie Berlin, Nürnberg und Augsburg rissen die Kunden den Händlern das Magazin förmlich aus den Händen.

Das Interesse an Charlie Hebdo ist so groß wie noch nie. Zwölf Menschen waren am 7. Januar bei dem Anschlag auf die Pariser Redaktion getötet worden, darunter vier Zeichner des Magazins. 60 000 Hefte wurden vor den Anschlägen gedruckt – danach wurde die Auflage erst auf drei Millionen, dann fünf Millionen, am Samstag sogar auf sieben Millionen Stück erhöht. Außerdem wird noch eine digitale Fassung des Satire-Magazins in vier Sprachen vorbereitet.

Und die ersten Privatleute wittern auch schon ihr großes Geschäft: Im Internet werden auf ebay die begehrten Magazine (Kostenpunkt 4 Euro) bereits zu Preisen bis zu 84,99 Euro zum Sofort-Kauf angeboten.

CMY

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Münchner Hotelbesitzerin in der Türkei: „Die Krise macht uns kaputt“
Münchner Hotelbesitzerin in der Türkei: „Die Krise macht uns kaputt“
MVG-Offensive: So soll der Nahverkehr besser werden
MVG-Offensive: So soll der Nahverkehr besser werden
Bus-Streik in München: Das erwartet Fahrgäste am Dienstag
Bus-Streik in München: Das erwartet Fahrgäste am Dienstag
Miriams Samen-Streit vor Gericht: Jetzt herrscht wohl Gewissheit
Miriams Samen-Streit vor Gericht: Jetzt herrscht wohl Gewissheit

Kommentare