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Chinesische Sex-Sklavin: Noch keine Spur zum Tathaus

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Noch immer gibt es keine Spur zum Tathaus. © Skizze: Polizei

München - Nach Veröffentlichung der Skizze des Sklavenhauses hat die Polizei bisher nur wenige Hinweise erhalten und vermutet, dass die Menschenhändler das Gebäude verlassen haben.

Die öffentliche Fahndung nach dem Haus, in dem unbekannte Täter eine Chinesin eineinhalb Jahre lang als Sex-Sklavin eingesperrt haben (wir berichteten), hat noch keine heiße Spur geliefert. Laut einer Polizei-Sprecherin waren nach Veröffentlichung des Falls samt einer Skizze des Hauses fünf Hinweise eingegangen.

„Die Adressen wurden abgearbeitet – die richtige war nicht dabei.“ Die Beamten gehen ohnehin davon aus, dass die brutalen Menschenhändler das Gebäude nicht mehr nutzen. Als Ansatz für weitere Ermittlungen sind die Fahnder aber darauf angewiesen, das Haus zu finden.

Wie berichtet, hatte die heute 38-jährige Chinesin im März 2007 Asyl in Deutschland beantragt. Grund: Ihr drohte wegen der Ein-Kind-Politik in ihrer Heimat die Zwangssterilisation, da sie bereits drei Kinder hatte. Nahe der ihr zugewiesenen Asylbewerberunterkunft in Obersendling wurde sie von einem Landsmann mit einem angeblichen Jobangebot in ein Auto gelockt.

Nach etwa 30- bis 60-minütiger Fahrt endete diese bei einem ungepflegten Haus am Stadtrand oder einem Ort im Landkreis München. Dort eröffnete der Unbekannte seinem Opfer, dass es nun als Prostituierte für ihn zu arbeiten habe. Als die Frau sich weigerte und flüchten wollte, wurde sie geschlagen und in ein Zimmer im Dachgeschoss eingesperrt – eineinhalb Jahre lang. Während dieser Zeit kamen täglich mehrere Männer und vergingen sich an der Chinesin – meist Asiaten, wohl aber auch Deutsche.

Im August 2008 gelang der Frau schließlich die Flucht. Erst nach monatelanger Betreuung konnte die schwer traumatisierte Frau von ihrem Martyrium berichten.

Die Polizei bittet weiterhin um Hinweise, 089/29 10-0.

Sven Rieber

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