Lange Haftstrafen

Chopard-Überfall: Räuber gehen in den Knast

+
Der Juwelier nach dem Überfall: ein Bild der Verwüstung.

München - Das Gericht bescheinigte ihnen ein "hohes Maß an krimineller Energie". Jetzt wandern die Männer, die den Chopard-Juwelier in der Maximilianstraße brutal überfallen haben, hinter Gitter.

Ihre Köpfe sind tief gesenkt. Kurze Worte in gebrochenem Deutsch wandern über ihre Lippen: „Es tut uns leid. Wir möchten so schnell wie möglich nach Hause.“ Doch ihre Heimat werden die vier jungen Rumänen, die im Februar vergangenen Jahres den Chopard-Juwelier in der Maximilianstraße brutal überfallen haben, für lange Zeit nicht sehen. Am Landgericht wurde das Quartett am Dienstag zu langen Haftstrafen wegen schweren Raubes und Sachbeschädigung verurteilt.

Richter Stephan Kirchinger spricht von einem „hohen Maß an krimineller Energie“, das die Täter an den Tag legten. Es geschah am helllichten Tag des 12. Februar 2014 in der schicken Maximilianstraße, als die Bande anrückte, nach etwas mehr als 60 Sekunden wieder verschwand und dabei eine Spur der Verwüstung zurück ließ. Mit einem Vorschlaghammer und einer Axt zertrümmerten sie die Eingangstüren des Juweliers. Im Laden befand sich auch die bis heute an Angstzuständen leidende Chefin Birgit Lauer und vier ihrer Mitarbeiter. Die Räuber zerstören mit ihren schweren Werkzeugen das Inventar. 54 Armband- und zehn Tischuhren, einen Kettenanhänger, drei Ringe und Manschettenknöpfe nahmen sie mit. Gesamtwert 818.690 Euro! Noch am selben Tag schnappt die Polizei vier der insgesamt fünf Täter. Von einem weiteren Komplizen fehlt bis heute jede Spur. Er ist mit Schmuckstücken im Wert von 400.000 Euro auf der Flucht.

Der 20-jährige Petre C. erhält mit fünf Jahren Haft die geringste Strafe von allen. Der zum Tatzeitpunkt erst 17-jährige Ionel M. muss für fünf Jahre und drei Monate ins Gefängnis und Ioan T. (19) wandert für fünfeinhalb Jahre hinter Gitter. Sie alle werden nach Jugendstrafrecht behandelt. Der Älteste des Quartetts, Gabriel I. (22), fällt unter das Erwachsenenstrafrecht und muss sieben Jahre und sechs Monate einsitzen.

 

Johannes Heininger

Auch interessant

Meistgelesen

S-Bahn-Verbindung zwischen Flughafen und Neufahrn kurzzeitig unterbrochen
S-Bahn-Verbindung zwischen Flughafen und Neufahrn kurzzeitig unterbrochen
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
München, du hast noch immer ein Problem mit Homophobie!
München, du hast noch immer ein Problem mit Homophobie!
Münchens größte Werkstadt: Das neue Viertel hinterm Ostbahnhof 
Münchens größte Werkstadt: Das neue Viertel hinterm Ostbahnhof 

Kommentare