Chris de Burgh begeistert in der Oly-Halle: Die tz-Kritik

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Chris de Burgh auf seiner aktuellen Tour

München - Chris de Burgh hatte die beste München-Show seiner Karriere versprochen. Und was hielt er in der Olympiahalle? Die tz-Kritik.

Chris de Burghs frühes Versprechen ließ sehr viel erhoffen, verblüffte wohl manch einen Besucher sogar: „Das wird die beste Show, die ich jemals in München gemacht habe“, hauchte er mit lautstarker, dennoch gedämpfter Stimme ins Rund der Olympiahalle: Der 62-Jährige sollte sein Wort eindrucksvoll halten. Kaum ein Mensch nutzte im letzten Teil des gut zweieinhalbstündigen Moonfleet-Tour-Konzerts noch seinen Sitzplatz, viele hatten ihn sogar verlassen, um nach vorne an die Bühne zu stürmen, andere tanzten einfach in den Gängen. De Burgh hatte sein kühnes Versprechen gehalten. Mehr noch: Er übertraf es. Und das, obwohl der schüchterne Weltstar aus Irland in seiner mehr als 40-jährigen Bühnenkarriere recht häufig in der Landeshauptstadt auftrat. Und das, obwohl er nicht für pompöse Shows, großen Glamour und extravagantes Auftreten bekannt ist.

Bereits mit seinem „Servus, wie geht’s“ zum Einstieg sorgte der in Argentinien geborene Songschreiber für ordentlich Begeisterung. Mit einem herzlichen „Dank schee“ holte er sich dann den ersten Extra-Applaus, auf den noch viele folgen sollten. Doch als de Burgh nach Darbietung seines Schmuse-Klassikers Missing you gestand, dieser Song erinnere ihn immer an München, war ihm das bunt gemischte Publikum endgültig verfallen.

Sogar seine Qualitäten als Entertainer und Spaßvogel bewies de Burgh eindrucksvoll: Er habe während der Show vernommen, so der wie immer schlicht gekleidete Superstar, dass noch „einige wenige Exemplare“ seiner neuen LP am Ausgang zu erhalten seien, „so ungefähr 25 000 Stück.“

Dass weder Bühnenbild noch Lichteffekte des Konzerts, eine Mischung aus ruhigen, keltisch angehauchten Songs aus seinem neuen Album Moonfleet & Other Stories und altbekannten Hits, das Publikum von den Stühlen riss, machte gar nichts. Dafür sorgten de Burgh und seine vierköpfige Band. Bei High on Emotion stand, tanzte und klatschte die gesamte Halle, bei Borderline und Shine on kullerten Tränen. Den Höhepunkt des Abends markierte de Burghs wortwörtliches Bad in der Menge, als er bei Lady in Red einen Gang durch die halbe Olympiahalle wagte, Küsschen verteile und Hände schüttelte. Es war sein ganz persönlicher Dank an ein Publikum, das ihn seit Jahrzehnten begleitet und verehrt – wegen seiner Musik, wegen seiner Bodenständigkeit. Am Ende hauchte er ein schüchternes „Dank schee, you were fantastic tonight“ ins Mikrofon, während er die bayerische Landesflagge hochhielt. Der Dank gebührte aber Chris de Burgh – für die beste Show, die er jemals in München gemacht hat.

Barnabas Szöcs

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