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Nach Brandbrief über Radl-Rambos: Jetzt bekommt Christian Springer Gratis-Fahrstunden

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Von: Miriam Sahli-Fülbeck

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Christian Springer hat den ignoranten Fahrradfahrern in München etwas zu sagen.
Christian Springer hat den ignoranten Fahrradfahrern in München etwas zu sagen. © privat

Der Kabarettist Christian Springer hat einen viel beachteten Brandbrief über Radl-Rambos in München geschrieben - und damit endlich die Debatte ausgelöst, die unsere Stadt gebraucht hat. Der ADFC bietet ihm jetzt Gratis-Fahrstunden an.

München - Christian Springer hat mit seinem Brandbrief einen Nerv getroffen. Darin hatte er sich an die vernünftigen Radler gerichtet: Sie sollten mit den Radl-Rambos reden. Denn auf Autofahrer hörten die schon lange nicht mehr, so Springer. Der Kabarettist hat es geschafft, dass die Menschen in unserer Stadt seit Tagen darüber debattieren, ob München den Namen Radlhauptstadt verdient hat, wie man rücksichtslose „Zweirad-Idioten“, wie Springer sie nennt, stoppt, und was gegen dreiste Autofahrer, Paketboten und Taxifahrer zu tun ist, die Radlwege blockieren. 

Weil Springer in seinem Brandbrief zugab, nicht Radfahren zu können (und auch Angst vor den anderen Radfahrern zu haben), hat ihm der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) jetzt Gratis-Fahrstunden angeboten. Springer nimmt an. Lesen Sie im Wortlaut sein Antwortschreiben an den ADFC:

„Lieber ADFC, sehr geehrter Herr Groh, 

herzlichen Dank für Ihr Angebot, mir endlich das Radlfahren beibringen zu wollen. Zeit wird’s. Mit Freude nehme ich Ihre Radlstunde an. Womöglich brauche ich mehrere… Ein Fahrrad besitze ich. Die Verkehrstauglichkeit werden Sie sicher vorab überprüfen, bevor Sie mich in die Verkehrswildnis der Münchner Radwege schicken. Brauche ich einen Helm? Wenn ja, gerne. Da meine Haarpracht nicht mehr üppig ist, werde ich mir um meine Frisur keine Sorgen machen. 

In Ihrem Schreiben sind Sie ausführlich auf die laufende Rambo-Diskussion eingegangen. Da sind wir nicht unbedingt einer Meinung. Denn so sehr ich Ihre Radlstunde begeistert annehme, sind wir dadurch in München das Problem der rücksichtslosen Radelei nicht los. Das müssen wir bitte angehen, gerne gemeinsam vom Radsattel aus. 

Mit herzlichen Grüßen, Ihr Radfahrer in spe, Christian Springer“

Ein Auszug aus Christian Springers Gastbeitrag: „Ich kann nicht Radfahren. Ich war zwölf Jahre alt, als ich das erste Mal auf ein Radl stieg, aber da war es zu spät. Alle anderen fuhren seit Jahren geschickt auf ihren zwei Rädern, ich war der Depp. Und habe mich natürlich geschämt, vor aller Kinderaugen zu üben. Die Folge: Noch heute kann ich mich nicht sicher durch den Verkehr bewegen. Und ich habe Angst. Es gibt tödliche Unfälle mit Lastwagen. Beinahe-Crashs mit Taxis. Aber ich habe Angst vor Radfahrern.“

Lesen Sie den ganzen Beitrag von Christian Springer.  

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