Ude chattet und CSU liest mit

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Die erste Internet-Sprechstunde: Christian Ude ( SPD) liest - und lässt schreiben.

München - Christian Ude hat seine erste Bürger-Sprechstunde im Internet abgehalten. Die Technik macht dem OB etwas zu schaffen und auch inhaltlich lauern Fallstricke.

Herrschaftzeiten, wo steckt nur der Apostroph? Christian Ude (SPD) will seine erste Bürger-Sprechstunde im Internet mit den Worten starten: „Gleich geht’s los!“ Seine Finger kreisen über der Tastatur, kein Apostroph. Der OB und Spitzenkandidat für die Landtagswahl ist mit seinen 65 Jahren eben kein digital native – kein digitaler Eingeborener. Darum lässt er lieber tippen.

In seinem ersten Chat trifft Ude auch nicht gerade auf political natives. „Sind Sie 60er oder Bayern-Fan?“, will Nutzer „Thüringer“ wissen. Ude diktiert: „Hat sich das in Thüringen noch nicht rumgesprochen? Einmal Löwe, immer Löwe.“ Das animiert einen CSU-Mitarbeiter zu einer Mitteilung über den Dienst Twitter: „2. Liga eben. Passt.“ Auch die CSU-Bundestagsabgeordnete Dorothee Bär wartet auf Antwort: Twittert Ude selbst? (Kein Geheimnis: Nein.)

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So verändert sich die Politik im Netz: Debatten lassen sich nicht mehr steuern, nicht für die Parteien, nicht für die Gegner – aber sie zieht selbst unpolitische Fußballfans an. Darum steigt die SPD nach eigenen Angaben als erste Partei groß in Internet-Chats ein. Berlin habe eine Software angeschafft, über die sogar die Ude-Sprechstunde läuft. Doch das Internet verleitet auch zu Oberflächlichkeit, ohne Nachhaken. Auf die Frage nach den Schulden der städtischen Kliniken antwortet Ude: Das sei ein „ernstes Thema“. „Es wird gespart werden müssen.“

DAC

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