Projekt von Karlheinz Böhm

So hilft Münchens Alt-OB Ude in Afrika

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Ein Politiker im Klassenzimmer: Christian Ude schaut bei äthiopischen Schülern vorbei.

München - Jahrzehntelang hat Christian Ude in München die Geschicke geleitet. Nun kümmert sich die der Alt-OB um notleidende Mitmenschen in Afrika. Im Interview spricht er darüber.

Alt-OB Christian Ude engagiert sich für Menschen für Menschen (MFM) in Äthiopien. Im Gespräch mit unserer Redaktion erklärt der 69-Jährige, wie ihn Aktions-Gründer Karlheinz Böhm einst ins Boot holte.

Herr Ude, wie ist es zu Ihrem Engagement gekommen?

Ude: Es war 2005 als Karlheinz Böhm ins Rathaus kam und meinte, es sei wohl nur durch Unwissenheit meinerseits zu erklären, dass ich mich noch nicht für Menschen für Menschen engagiere. Also hat er mich eingeladen, mit nach Äthiopien zu kommen. Natürlich auf eigene Kosten. Das haben wir dann gemacht. Seit Anfang des vorigen Jahres bin ich Vorsitzender des Stiftungsrates, des höchsten Gremiums, das den Investitionsplan beschließt und die Grundsätze der Arbeit festlegt und die Geschäftsführer wählt.

Was macht MFM?

Ude: Die Projektgebiete werden mit dem Ziel betrieben, sie eines Tages abzugeben. Weil dann alles auf eigenen Füßen steht. Die Landwirtschaft trägt sich selbst. Die Schulen übernimmt der Staat. Es gab 20 Gebiete, von denen sind acht übergeben.

Es werden auch Brunnen gebaut?

Ude: Durch neue Brunnen muss man das Wasser nicht mehr mit einem Putzeimer aus dem Tümpel holen, was im Normalfall wirklich geschieht. Das sind Wasserstellen, die sind dunkelbraun, und es waten die Kühe dadurch.

Besuch in Äthiopien: Ex-OB Christian Ude ist eigens nach Afrika gereist.

Auch der Brückenbau scheint ein Thema.

Ude: Wenn es Wasser gibt, dann im großen Regen. Da schwemmt es viele Brücken weg, und dann sind ganze Dörfer nicht mehr erreichbar. Deswegen bauen wir dort diese englischen Militärbrücken aus Stahl.

Und all diese Projekte werden von den Menschen in Äthiopien selbst bewältigt?

Ude: Die Bevölkerung muss mitmachen, und wenn es nur der Transport der Materialien ist. Denn dann haben die Menschen auch das Gefühl, das haben wir gemacht. Und das müssen wir auch erhalten. Das ist nachhaltig.

Wie sieht Ihre Zukunft bei MFM aus?

Ude: Ich habe mir vorgenommen, das noch fünf Jahre zu machen. Das ist zumindest das Angebot meinerseits. Es gibt viel zu tun, man muss neue Modelle entwickeln, etwa für das Engagement der Bundesregierung. Daran arbeiten wir gerade.

Interview: Sascha Karowski

Die Hilfsorganisation

Menschen für Menschen ist eine von Karlheinz Böhm gegründete Hilfsorganisation. Der wesentliche Teil der Arbeit besteht aus dem Sammeln von Spenden. In München gibt es etwa 20 Mitarbeiter, die zudem Projekte in Äthiopien planen, Beschlussfassungen vorlegen, alle Ausschreibungen vorbereiten und das Material beschaffen. Und in Äthiopien selbst hat Menschen für Menschen einen eigenen Landesleiter und 770 Festangestellte. Bisher sind 450 Millionen Euro Spendengelder geflossen.

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