Schlammschlachten und Dixie-Klos

Sie besuchte 40 Festivals in 40 Wochen

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München - Christine Neder (27) mag Experimente - deswegen besuchte sie 40 Festivals in 40 Wochen. Über die Erlebnisse schrieb die Halb-Münchnerin jetzt ein Buch.

Sie liebt das Extreme. Christine Neder (27) mag Experimente – und so zog es sie 2010 für ein Praktikum nach Berlin. Weil die Wohnungssuche eine Katastrophe war, machte sie kurzerhand Couchsurfing und übernachtete 90 Nächte lang bei Fremden. Entstanden ist dabei ihr Buch 90 Nächte, 90 Betten. Für ihr neues Werk war die Halb-Münchnerin (sie lebt in Berlin und Bayern) wieder unterwegs – auf 40 Festivals in 40 Wochen. Manch einer nennt es verrückt, Christine selbst findet ihre 40 Wochen Wahnsinn „spannend”.

Für 40 Festivals in 40 Wochen – von einer, die auszog das Feiern zu lernen reiste Christine ein Jahr lang durch Europa – Schlammschlachten, Dixie-Klos, Konzerte und Sonnenschein inklusive. Die gebürtige Schweinfurterin erlebte 40 turbulente Wochen. Dabei war sie davor gar kein Festivalfan: „Eigentlich war ich immer überzeugt, das ist nichts für mich, da ist es laut, schmutzig und zu viel los.“ Das stimmt natürlich – Christine fand es aber doch toll.

Auch eine Schlammschlacht machte sie mit

Musik- oder Traditionsfestival? Die 27-Jährige googelte sich durch die Welt der Festivals, stellte eine Tour zusammen und startete im März. Bis Oktober war sie unterwegs. „Das beste Festival war in Deutschland die Fusion. Und im Ausland wohl KaZantip in der Ukraine“, sagt Christine. Beide seien „Allround-Festivals“. „Man kann dort Tage verbringen und es wird nie langweilig“, so die Autorin. Und das schlechteste? „Wohl Running with the bulls in Pamplona, Spanien.“ Morgens rennen Burschen mit Stieren durch die Straßen – und abends werden die Tiere in der Arena getötet. Christine: „Das muss nicht noch mal sein.“ Auch die hygienischen Bedingungen sind laut Christine oft grenzwertig – doch Dixie-Klos gehören dazu. „Irgendwann ist das auch egal, denn es ist so toll, wenn alle Menschen, egal ob Akademiker oder Bauarbeiter, gemeinsam Spaß haben.“

Zum Festival-Wahnsinn gehörte auch Campen

Genug von Festivals hat die 27-Jährige noch nicht: „Ich bin jetzt Fan von Traditions-Festivals. Beispielsweise die Viehscheid im Allgäu. Dort spürt man den Zusammenhalt aller Generationen. Da will ich noch mal hin.“ Heuer war sie auch schon unterwegs. Jetzt plant die 27-Jährige einen Trip zum Penisfestival in Japan, bei dem das männliche Glied als Symbol der Fruchtbarkeit gefeiert wird. Und für die Zukunft? „Ich will weiter schreiben. Vielleicht einen Roman.“ Allein manche Geschichte der Festival-Reise wäre für ein Buch geeignet, lacht Neder. „Ansonsten arbeite ich weiter als Journalistin, blogge auf www.lilies-diary.com und gucke mal, was so passiert.“

Antonia Wille

Das Buch "40 Festivals in 40 Wochen" ist im Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag erschienen und kostet 14,95 Euro.

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