Christine Strobl will nicht OB werden

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Christine Strobl tritt nicht an.

München - Wann immer es um die möglichen Kandidaten für die Nachfolge von OB Christian Ude ging, wurde der Name von SPD-Bürgermeisterin Christine Strobl als erster genannt.

Mit der Entscheidung, wer 2014 für die SPD als OB-Kandidat ins Rennen geht, ist nicht vor kommendem Jahr zu rechnen. Das jedenfalls hat der Vorsitzende der Münchner SPD, Hans-Ulrich Pfaffmann, mehrfach betont. Wer nicht kandidiert, zeigt sich aber bereits jetzt. Neun Namen hatte OB Christian Ude ins Gespräch gebracht, darunter Sozialreferentin Brigitte Meier, für die eine Kandidatur aber „kein Thema war und ist“ (siehe Artikel unten). Am Montagabend hat nun Münchens zweite Bürgermeisterin Christine Strobl (49) die Parteikollegen von ihrem Entschluss unterrichtet, nicht zu kandidieren. Warum, erklärt sie im Gespräch.

So verändert München sein Gesicht

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Frau Strobl, sind die Schuhe von Christian Ude zu groß für Sie?

Nein. Kein Mensch hat so große Schuhe, dass nicht ein anderer reinpassen würde.

Trotzdem haben Sie sich entschieden, nicht für das Amt des Oberbürgermeisters zu kandidieren. Warum?

Das hat mehrere Gründe. Zum einen bin ich nach wie vor zweite Bürgermeisterin – und ich will dieses Amt gut und umfassend ausfüllen. Ich habe zwei sehr große Arbeitsbereiche, Soziales und Bildung. Daneben einen kompletten OB-Wahlkampf zu schultern, ist nicht einfach.

Hat Ihre durchgestandene Brustkrebserkrankung eine Rolle gespielt?

Ja, wenn man einmal eine existenzielle Krise überwunden hat, überlegt man sehr genau, wie es insgesamt weitergeht. Ich habe mich gefragt, was ich mir zutrauen kann und was nicht.

Sie wollten mehr auf sich achten . . .

Das hat eine Rolle gespielt. Ich habe jetzt die erste Nachsorgeuntersuchung hinter mir. Sie war ohne Befund, darüber habe ich mich sehr gefreut. Die Entscheidungen in Bezug auf den Wahlkampf werden aber jetzt sehr schnell fallen. Ich habe einen Wahlkampf als zweite Bürgermeisterin bereits hinter mir, da weiß ich, was auf mich zukommt und dass ich das bewältigen kann. Es ist aber ein Unterschied, ob man an vorderster Stelle oder an zweiter steht – gerade, was die Aufmerksamkeit und die Intensität anbelangt. Man muss mit sich selbst ins Reine kommen, ob man das kann oder nicht. Und ich habe gesagt: Nein.

Hat der Gedanke an Ihre Kinder zu Ihrem Entschluss beigetragen?

Natürlich. Obwohl mein Sohn im Jahr 2014 schon 20 Jahre alt und meine Tochter 16 wäre. Aber jetzt schaut es noch ein bisschen anders aus. Und weil die beiden schon ihren Vater verloren haben, ist das immer in meinem Kopf.

Wie haben Ihre Parteikollegen auf Ihre Entscheidung reagiert?

Von großer Bestürzung bis zu relativer Gelassenheit war alles dabei.

Gab es auch Genossen, die einfach gerne eine Frau als Kandidat gesehen hätten?

Sagen wir so: Welche, die mich als Frau gerne in der Rolle gesehen hätten. Ja, die gab es.

Mit der Politik wollen Sie aber weitermachen?

Ja, die Politik hat mir viel geholfen in der Zeit, in der es mir nicht so gut gegangen ist. Bei allen Belastungen macht mir die Arbeit doch großen Spaß.

Sie würden wieder als zweite Bürgermeisterin zur Verfügung stehen?

Ja. Die Zustimmung dafür war gestern da. Aber zunächst wird es noch die üblichen Abläufe in der Partei geben.

Angenommen, die SPD verliert die OB-Wahl 2014. Haben Sie sich schon Gedanken gemacht, wie es dann für Sie weitergeht?

(lacht) So weit denke ich nicht, weil ich felsenfest davon überzeugt bin, dass die SPD wieder die stärkste Fraktion in diesem Haus wird.

Und wer kann die SPD dahin führen?

Es gibt eine Reihe von Namen, die in der Diskussion sind. Ich bin sicher, dass sich der OB und die Partei auf einen geeigneten Kandidaten einigen können.

Haben Sie einen Favoriten?

Ich habe einen Favoriten, aber ich nenne seinen Namen nicht.

Es ist ein Mann?

Ja. Es sieht so aus, als würde von den Frauen keine zur Verfügung stehen.

Interview: Caroline Wörmann

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