Christoph (22) stellt Taschendiebe

Er legte die Tattoo-Bande aufs Kreuz

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Schnell reagiert: Christoph O. stellte einen der Diebe. 

Die drei Georgier, die Münchner Taschendiebfahndern Ende August ins Netz gegangen sind, haben sich als dicker Fang erwiesen. Jetzt wurde Anklage erhoben gegen die drei Georgier, die in der Altstadt gleich drei Mal in zwei Tagen zuschlugen.

München - Die Staatsanwaltschaft hat jetzt vor dem Schöffengericht Anklage gegen die drei Männer erhoben. Dass sie gewerbsmäßig stehlen, verrieten nicht zuletzt ihre auffälligen Tätowierungen. Wie berichtet, hatte der couragierte Versicherungskaufmann Christoph O. damals einen der Täter gestellt.

Drei Mal schlugen die Männer im Alter von 27, 44 und 47 Jahren innerhalb von zwei Tagen in der Altstadt zu. Am 29. August stahlen sie am Hauptbahnhof das Handy eines 46-Jährigen. Am gleichen Tag zogen sie am Marienplatz einem 81-jährigen Münchner den Geldbeutel aus der Tasche. Dank Überwachungskameras und der Aussage des Bestohlenen wussten die Taschendiebfahnder, nach wem sie Ausschau halten mussten.

Tattoos wie diese haben die drei Georgier. 

Schon am nächsten Tag suchten sich die Männer ein neues Opfer. In einem Straßencafé im Tal stahlen sie einer 61-Jährigen Handy und Handtasche. Hier kam Christoph O. (22) ins Spiel. Er hatte den Diebstahl von seinem Büro aus beobachtet, lief dem Dieb hinterher und nahm ihm die Beute ab. „Die Polizei hatte die Szene allerdings auch im Blick und musste spontan umplanen“, erzählt Staatsanwalt Klaus Heller. „Mit so viel Bürgerengagement hatten sie nicht gerechnet.“ Am Stachus schnappten die Taschendiebfahnder das Trio. Das gab vor, sich gar nicht richtig zu kennen, auf der Straße schlafen zu müssen und nur aus Not geklaut zu haben. Eine Lüge, wie nicht nur das professionelle Vorgehen der Taschendiebe verriet. Auch die auffälligen Tattoos der Georgier sprechen eine andere Sprache: Die tätowierten Sterne stehen für „Diebe im Gesetz“. So bezeichnen sich Gruppen von Kriminellen, die meist aus Nachfolgestaaten der Sowjetunion stammen und der organisierten Kriminalität zuzurechnen sind. Auf schweren Bandendiebstahl steht mindestens ein Jahr Gefängnis. 

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