Christopher Street Day bewegt München

Danke für das bunte Fest!

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Solche Kostüme kriegt man nur hier zu sehen – beim Christopher Street Day kann man nicht schrill genug sein

München - Zum Christopher Street Day machten sich am Wochenende Tausende Schwule, Lesben und Transgender mit einer Parade und einer großen Party für ihre gesellschaftlichen Rechte, Toleranz und Akzeptanz stark.

Es war bunt, es war schrill, es war politisch – und es war natürlich auch viel Gaudi dabei. Zum Christopher Street Day machten sich am Wochenende Tausende Schwule, Lesben und Transgender mit einer Parade und einer großen Party für ihre gesellschaftlichen Rechte, Toleranz und Akzeptanz stark. Bis Sonntagnacht wurde auf dem Rindermarkt und Marienplatz gefeiert. Das Wetter spielte zum ersten Mal seit Jahren mit – und so wurde mitten im traumhaften Wetter getanzt und gefeiert. Die Parade am Samstag zog sich durch die ganze Innenstadt – mit dem Auto ging da gar nichts mehr. Schirmherr war bereits zum 20. Mal Oberbürgermeister Christian Ude (SPD), der mit seiner Ehefrau Edith von Welser-Ude an der Parade teilnahm.

Bilder vom Christopher Street Day 2013

Bilder vom Christopher Street Day 2013

Seit Jahrzehnten setzt sich der SPD-Politiker für Schwule und Lesben in München ein: „Seit 20 Jahren hat München Vorbildfunktion in Sachen Gleichstellung von Lesben, Schwulen und Transgendern. Jetzt ist es an der Zeit, in ganz Bayern für ein solch liberales Klima zu sorgen“, so Ude in seiner umjubelten Rede auf dem Marienplatz. Wir wählen: gleiche Rechte und Akzeptanz – das Motto des diesjährigen Christopher Street Day zeigt, dass die politische Bedeutung der traditionellen Veranstaltung gerade im Wahljahr besonders groß ist. Was der Christopher Street Day für seine Teilnehmer bedeutet, welche Forderungen und Wünsche im Raum stehen und wie gefeiert wurde: Die tz hat sich umgehört.

Parade

Trillerpfeifen, Seifenblasen und Regenbogenfahnen: Bunt wie immer lief die CSD-Parade ab. Der bunte Umzug bestand zu Spitzenzeiten am Samstag aus bis zu 7000 Teilnehmern und rund 80 000 Zuschauern. 57 Vereine, Gruppen, Parteien und Szeneunternehmen waren mit bunt gestalteten Wagen vertreten. Allen voran fuhren wie in den vergangenen Jahren die lesbischen Motorradfahrerinnen „Dykes on Bikes“. Der Umzug verlief vom Marienplatz vorbei am Bayerischen Hof über den Stachus, die Sonnen- und Müllerstraße, den Gärtnerplatz und das Isartor und endete am Rindermarkt.

Party

Bunte Gestalten, laute Musik und jede Menge gute Laune: Vom Rindermarkt bis zum Marienhof feierten am Samstag und Sonntag Schwule, Lesben mitten in der Stadt. Neben der riesigen Party-Zone gab es ein großes Showprogramm mit vielen Künstlern und Aktionen wie dem berühmten Pumps-Race. Für die Kleinen gab es am Marienhof die Regenbogenfamilien-Area der Gruppen „LesMamas“ und „Schwule Regenbogenväter“ mit einem großen Kinderprogramm.

Politik

Für Oberbürgermeister Christian Ude (SPD), der die Münchner Schwulen- und Lesbenszene in den vergangenen Jahrzehnten unterstützt und positiv geprägt hat, gab’s beim Christopher Street Day ein großes Hallo. Aber auch Vertreter anderer Parteien beteiligten sich. Mit dabei waren unter anderen OB-Kandidat Josef Schmid (CSU), Claudia Roth, Sabine Nallinger und Volker Beck (jeweils Grüne), Dieter Reiter (SPD), Michael Mattar (FDP) sowie Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU).

Politisch wie selten zuvor: Was die Teilnehmer des Christopher Street Day bewegt

Stimmung ist gut in der Stadt

Wetter und Stimmung waren diesmal wirklich toll – und auch die allgemeine Stimmung für Schwule und Lesben ist sehr gut in der Stadt. Künftig muss meiner Meinung nach darauf geachtet werden, dass die Fortschritte, die gemacht wurden, bleiben.

Michael Häuslmann (60), Vorstand Aidshilfe

Zum fünften Mal dabei

Für mich war es mit der LSU der fünfte Christoper-Street-Day. LSU vertritt Lesben und Schwule in der CDU und CSU. Gestern begleiteten wir Josef Schmid und Ludwig Spaenle auf dem CSD - natürlich gab es ein paar Buh-Rufe, die sich aber schnell legten.

Jane Thomas (61), Regionalvorsitzende Süd der LSU

Hoffe weiter auf Akzeptanz

Heuer hatten wir die tollste Parade beim CSD. Ich lebe offen schwul, hatte noch nie Probleme und hoffe, dass das schwulenfreundliche Klima auch nach Christian Udes Amtszeit bleibt. Ich fürchte aber, dass die Zeiten sich ändern werden.

Frank Maschlanka (49), Vorstand Sektion Gay Outdoor Club des Alpenvereins

Szene ist weit voraus

Der CSD war toll. Wir haben Aids-Prävention gemacht. Die Szene in München kann sich nicht beklagen. Wir haben Gäste aus Kiew - wenn man die Städte vergleicht, sind das Welten.

Kai Kundrath (32), Leiter Prävention, Schwules Kommunikationszentrum

Milena Heißerer

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