Politik und Party

Christopher Street Day: Das Programm

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Auch heuer wird's wieder bunt zugehen

München - Kunterbunt, schrill und laut – Münchens Innenstadt steht an diesem Wochenende ganz im Zeichen des 34. Christopher Street Days (CSD).

Das Motto der Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgender lautet heuer im Wahljahr: „Wir wählen gleiche Rechte und Akzeptanz“. Neben der Politik gibt’s wieder jede Menge Party.

Politischer Auftakt: Auf dem Marienplatz sprechen am Samstag um elf Lydia Dietrich (Grüne), Irene Schmitt (SPD) und Alexander Miklosy (Rosa Liste ).

Polit-Parade: Am Samstag startet um 12 Uhr die Demo. Die Wagen mit über 5000 Teilnehmern fahren vom Marienplatz über Stachus, Sendlinger Tor und Müllerstraße zum Gärtnerplatz, dann zurück zum Rindermarkt.

Straßenfest: Rund um den Marienplatz steigt an beiden Tagen von 12 bis 24 (Sonntag 22 Uhr) eine große Feier – mit Open-Air-Disco, Showbühne und Infoständen. Das PumpsRace (Wettrennen mit Stöckelschuhen) findet am Sonntag als Höhepunkt statt.

nba/ thi

Die tz hat sich mit zwei Schwulen und einer bisexuellen Münchnerin unterhalten:

Keine Provokationen

Ich finde es gut, dass es Veranstaltungen wie den Christopher Street Day gibt, um die Akzeptanz für Homosexuelle in Bayern zu fördern. Ich war selbst fünf Jahre mit einem roten London-Bus dabei, seit 1990 habe ich die erste Versicherungsagentur für Schwule in München – wir versichern auch den CSD. Als Teilnehmer haben wir immer einfache T-Shirts getragen. Wem’s gefällt, der kann auch in Strapsen rumlaufen. Wir sollten aber nicht übertreiben und Provokationen vermeiden – es sind ja auch Kinder da. Mein Motto war immer: Leben und leben lassen. Schade finde ich, dass die Homo-Szene so langsam aus dem Glockenbach verdrängt wird – hier fing doch vor 30, 40 Jahren alles an. Jetzt gibt es viele Luxus-Sanierungen und jugendliches Partyvolk.

Stefan Thomas (46), Versicherungsmakler

CSD zu übertrieben

Ich war schon öfters beim CSD, werde diesmal aber wohl nicht dabei sein. Der CSD ist mir zu übertrieben. Da erfüllen die Schwulen alle Klischees – obwohl sie ja eigentlich normal behandelt werden wollen. Ich gehe deshalb auch kaum in der Szene aus, sondern in normale Discos. In Schwulenbars sind mir zu viele Tucken. Wir sind doch Männer! Prinzipiell aber finde ich es gut, wenn Schwule sich Gehör verschaffen. Ich bin seit 11 Jahren mit meinem Freund zusammen und wir wurden zum Beispiel bei der Wohnungssuche schon diskreminiert. Die Homo-Ehe ist für mich allerdings kein Thema. Heiraten ist fürmich noch viel zu sehr mit der schwulenfeindlichen Kirche verbunden.

Michael Epple (26), Selbständiger IT-Fachmann

Adoption für alle!

Ich habe schon 1998 den CSD mitorganisiert. Klar bin ich dabei – das ist unser Wochenende! Er ist eine gute Mischung aus Politik und Feiern. Da zeigen sich schrille Menschen, aber auch unscheinbare Homosexuelle, die sich sonst vielleicht nicht so trauen. Ich bin bisexuell und Mutter zweier erwachsener Töchter. Deshalb liegt mir eine Verbesserung des Adoptionsrechts für Homosexuelle besonders am Herzen. Ich kenne einige Paare, die im Ausland adoptieren müssen, weil es hier nicht klappt. Das muss sich ändern! Denn erstens entscheiden sich schwule Paare oft viel bewusster für ein Kind und zweitens weiß ich aus eigener Erfahrung, dass Kinder mit zwei Müttern oder Vätern kein Problem damit haben.

Kornelia Raufer (51), Assistentin im Architekturbüro

 

Bunt, bunter, Christopher Street Day 2012

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