Marco F. (19) gefasst

Die Chronologie des Mordfalls

München - Drei Wochen nach dem Mord an Katrin. M. in Sendling ist der Fall endlich aufgeklärt. Die tz zeichnet die Chronologie nach.

4. Januar, 20.15 Uhr: Katrin M. verlässt das Fitness-Studio in der Einsteinstraße, in dem die 31-Jährige regelmäßig trainiert. Sie geht zu Fuß zum S-Bahnhof Leuchtenbergring, fährt in Richtung Innenstadt.

20.39 Uhr: Am Marienplatz erfasst sie eine Überwachungskamera, sie steigt in die U 3 Richtung Fürstenried West. Auf dem Foto – das letzte, das von ihr entsteht – wirkt sie müde.

20.53 Uhr: Katrin M. verlässt die U-Bahn an der Haltestelle Aidenbachstraße. Zu ihrer Wohnung in der Halskestraße 17 sind es etwa acht Minuten Fußweg.

21.05 Uhr: Hausbewohner entdecken die in einer Blutlache liegende Frau im Flur vor den Briefkästen und rufen sofort die Notruf-Nummer 110. Katrin M. haucht noch: „Ich verblute, holen Sie Hilfe !“

ca. 21.15 Uhr: Der alarmierte Notarzt kann nur noch den Tod feststellen. Von den 18 Messerstichen, wie Gerichtsmediziner später feststellen, hat einmal die Klinge ihr Herz durchbohrt. Dabei war die Klinge abgebrochen. Vom Mörder fehlt jede Spur.

ca. 21.20 Uhr: Nachbarn informieren den Lebensgefährten der Frau. Der IT-Experte wartet sehnsüchtig auf sie. Er hat von der Tat nichts mitbekommen. Die Ermittlungen der Polizei ergeben schnell, dass er als Täter nicht in Frage kommt.

5. Januar und die folgenden Tage: Die eilig gebildete Soko „Aidenbach“ ermittelt in alle Richtungen. War ihr der Täter heimlich gefolgt? Die Kamerabilder im Fitness-Studio und der U-Bahn bringen keinen Hinweis. War ein Stalker ihr auf den Fersen? Die Auswertung von Telefonen, Computer und Post führt zu keiner Spur. Hatte sie einen unbekannten Liebhaber? Ihr gesamtes Umfeld wird durchleuchtet, auch in Bautzen (Sachsen), wo sie aufgewachsen ist. Die Polizei findet keinen einzigen Hinweis auf eine Eifersuchtstat. Beamte befragen alle Wohnungsnachbarn. Es gibt vage Hinweise, aber keine heiß Spur.

19. Januar: Das Mordopfer wird auf einem kleinen Friedhof bei Bautzen beerdigt.

24. Januar: Am frühen Morgen trifft die Polizei endlich den 19-jährigen Marco F. an, den die Kripobeamten schon länger sprechen wollen. Er wohnt einige hundert Meter vom Tatort entfernt. Er muss mit zur Vernehmung und eine Speichelprobe abgeben. Volltreffer! Seine DNA stimmt mit am Opfer sichergestellten Spuren überein. Der 19-Jährige legt ein Geständnis ab.

25. Januar: Polizei und Staatsanwaltschaft präsentieren ihren Fahndungserfolg.

Frau in Obersendling ermordet: Hier geschah die Bluttat

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Rubriklistenbild: © Westermann

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