Cicero stellt in Giesing sein neues Album vor

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Roger Cicero

München - Roger Cicero sitzt an der Theke in Miss Lilly’s Bar in München-Giesing und träumt von New York. In wenigen Tagen ist er in der Stadt, die niemals schläft.

„Ich war noch niemals dort, im Big Apple“, gesteht der smarte Swing-Sänger (41), schnippt mit den Fingern und zieht mit dem Finger einmal an seiner Hutkrempe entlang. In wenigen Tagen ist er in der Stadt, die niemals schläft, die Stadt von Sammy Davis junior, Dean Martin und – natürlich, von The Voice, der Stimme, Frank Sinatra.

Ein bisschen wie Frankyboy wird er sich dann sicher fühlen, glaubt Cicero, wenn er durch die tiefen Straßenschluchten Manhattens streift. „Ich drehe dort das Video zu meinem neuen Song In diesem Moment“, verrät Cicero. Das Stück gab seinem vierten Album den Namen. Ende Oktober kommt es in den Handel, am Montagabend präsentierte er vier Songs daraus einem kleinen Kreis in der neuen Bar in Giesing.

Ausbrechen aus dem engen SwingKorsett wolle er, so Cicero. Jetzt mischt er Funk, Disco und schnellere Beats mit hinein. Trotzdem: dem Swing bleibt er meist treu, der Big Band sowieso. Aber die Texte sind erwachsener geworden. „Es sind nicht mehr nur diese Mann-Frau-Anekdötchen, das habe ich ja die letzten drei Alben gemacht.“ Höhen und Tiefen seines Musikerlebens, Vater werden, neue, auch schmerzliche Erfahrungen machen – das ließ Roger Cicero alles miteinfließen. Die langen Phasen der Einsamkeit, die er oft vor und nach Auftritten in Hotelzimmern erlebte, verarbeitete er in dem Stück Zu Zweit. „Ich bin ein Geschichtenerzähler, und ich mach das mit Musik.“

So wirkt Musik auf unseren Körper

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Auch privat denkt der Sänger an Veränderung. Seit zwölf Jahren wohnt er in Hamburg, doch den gebürtigen Berliner hat in letzter Zeit wieder die Sehnsucht nach der Hauptstadt gepackt. „Als wir in Berlin die Fotos für das neue Album geschossen haben, habe ich gemerkt, wie sehr mir Berlin fehlt.“

Wenn er so viel wie in diesen Tagen unterwegs ist, fehlen ihm vor allem zwei Menschen: Seine Freundin Kathrin und sein dreieinhalbjähriger Sohn Louis. Der kleine habe auch noch einen buddhistischen Namen, erzählt Cicero, doch den könne er nicht auswendig. „Den bekam er, als wir ihn nach einem buddhistischen Ritus segnen ließen. Wir wollten ihn unbedingt taufen, konnten uns aber nicht auf eine Religion einigen. Eine gemeinsame Freundin brachte uns dann auf die Idee mit dem Buddhismus.“

Kindererziehung – für Roger Cicero, der unter dem unsteten Leben seines Vaters, dem Jazzpianisten Eugen Cicero, litt, ein wichtiges Thema. „Ich versuche, wenn ich da bin, auch präsent für meinen Sohn zu sein. Das war damals bei meinem Vater anders. Ich habe die meiste Zeit mit meiner Mutter verbracht. Ich denke, das ist auch eine ­Generationenfrage. Die Väter haben sich geändert.“ Und verarbeiten ihre Erfahrungen schon mal in einem neuen ­Album...

Maria Zsolnay

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