Gestürzt bei Herkules-Nummer

Er will Schmerzensgeld vom Circus Krone

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Gleich lässt er los… Dieses Bild von der Premiere zeigt, wie Tribertis Tauzieh-Nummer funktioniert. Thomas P. (l.) stürzte bei der Nummer.

München - Es sollte ein vergnüglicher Nachmittag im Circus Krone werden – für den Schwabinger Thomas P. (54) endete er im Krankenhaus. Er stürzte beim Tauziehen mit dem starken Mann Carlo Triberti auf den Hinterkopf. Jetzt wird geklagt.

Der Italiener Triberti ist mit seinen 1,90 Metern und 95 Kilo ein wahres Muskelpaket, das an den sagenhaften Herkules der griechischen Sagenwelt erinnert. Der 37-jährige Hüne zieht mit seinen blitzweißen Zähnen 25 Zentimeter lange Nägel aus Brettern lässt sich mit dem Vorschlaghammer Steinplatten auf dem Bauch zerschlagen. Im Circus Krone überrascht der Mailänder im knappen Leder-Outfit die Zuschauer auch mit einer Tauzieh-Nummer, die anders ausgeht, als man erwartet…

Dabei trat er am Freitagnachmittag gegen den medizinisch-technischen Assistenten Thomas P. (1,86 Meter, 75 Kilo) und elf andere Zirkusbesucher an.

Was Thomas P. nun erzählt, weiß er nur aus den Schilderungen seiner Freunde, er selbst hatte einen Blackout: „Ich saß neben der Tribüne in der Loge und meldete mich freiwillig, als Triberti Zuschauer suchte, die gegen ihn im Seilziehen anreten sollten.“ Als die zwölf Männer (sechs links, sechs rechts) versuchten, den Artisten auf jeweils ihre Seite zu ziehen, gab es die große Überraschung: Tribe                                rti ließ los und die Freiwilligen stürzten. Ein Gaudi-Moment, der zur Nummer gehört.

Thomas P. und Anwalt Fricke mit dem Zirkus-Programm

Während die Zuschauer sich vor Lachen bogen, war Thomas P. auf den Hinterkopf gestürzt. „Ich war benommen und setzte mich zu meinem Freunden zurück.“ Er wartete bis zum Ende der Vorstellung. „Dann verständigten Thomas P.s Freunde die anwesenden Sanitäter, die schließlich einen Rettungswagen holten. Der brachte den Schwabinger ins Krankenhaus Bogenhausen. „Dort kam ich erst gegen 21 Uhr auf der Aufwachstation wieder zu mir.“ Die Diagnose: „Eine schwere Gehirnerschütterung.“ Bis Sonntagnachmittag musste Thomas P. in der Klinik bleiben, diese Woche ist er krank geschrieben. „Ich soll mich absolut ruhig verhalten.“ Er ist sauer: „Diese Zirkus-Nummer ist unverwantwortlich, sie sollte gestoppt werden!“ Thomas P. beauftragte den Münchner Anwalt Bernhard Fricke , vom Circus Krone Schmerzensgeld zu fordern. „1000 bis 2000 Euro“ seien angebracht, so Fricke zur tz.

Triberti bedauert den Vorfall: „Ich mache die Nummer schon seit fünf Jahren, dabei ist noch nie jemandem etwas passiert. Es tut mir vom Herzen leid.“ Zirkus-Sprecher Markus Strobl fügt hinzu: „Wir haben die Sache an unsere Versicherung weitergeleitet, die prüft den Fall. Wir wünschen dem Herrn gute Besserung.“

Falls es kein Geld geben sollte, behält sich Fricke eine Strafanzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung vor – dann droht ein juristisches Tauziehen.

Johannes Welte, Uli Heichele

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