Jana Lacey-Krone

Premiere für Circus-Chefin: Jetzt trägt sie die Krone

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Jana Lacey-Krone präsentiert wie die Mutter die Pferdedressuren.

Es ist einer dieser besonderen Tage im Leben. Gut? Schlecht? Man kann es vorher nicht sagen – man spürt bloß: Das ist etwas Großes. Für Jana Lacey-Krone gilt das an diesem Samstag ab 10 Uhr.

München -  Dann machen die Kassen des Circus ­Krone auf, beginnt der Vorverkauf für die Winterspielzeit, die am 25. Dezember losgeht. Und zum ersten Mal steht die 38-Jährige als Chefin allein in der Verantwortung.

Im Juni war ihre Mutter Christel Sembach-Krone im Alter von 80 Jahren gestorben. Die große Dame des Circus, die das Unternehmen bis zuletzt geführt und geprägt hat. Jetzt ist sie weg.

Jana, die Adopivtochter, bei der man das „Adoptiv“ längst gestrichen hat, sagt: Alles ist anders. Durch den Krone-Bau zu gehen, im Haus zu sein, alles ohne sie – schlimm.“ Sie sagt aber auch: „Ich habe alles noch gar nicht so recht realisiert. Wir waren den Sommer über auf Tournee, da kommt man nicht zum Nachdenken.“

Jetzt dafür sehr wohl. Hier, in München, in der Heimat des welt­berühmten Circus’. Wo Christel Sembach-Krone eine zupackende und akribische ­Chefin war. Jeden ­Winkel des riesigen Krone-Baus kannte, ­jede Entscheidung selbst traf, jedes Problem selber in Augenschein nahm.

Christel Sembach-Krone starb im Juni.

Alles das fällt jetzt Jana und ihrem Mann Martin (40) zu. Sie, die – wie früher die Mama – die Pferdedressuren präsentiert. Er, der mit seinen Raubkatzen in der Manage steht. Beide werden trotz der Verantwortung fürs Gesamtgeschäft weiter in den Programmen auftreten. Sogar sichtbarer als früher.

„Eigentlich ist es nicht so mein Ding, mit dem Mikrofon vor das Publikum zu treten“, sagt Jana Lacey-Krone. „Aber ich finde, es gehört sich jetzt, dass ich die Menschen am Anfang der Vorstellung begrüße.“ Am Anfang, wo bisher immer Nikolai Tovarich die Worte sprach: „Christel Sembach-Krone begrüßt Sie...“ Tovarich wird weiterhin durchs Programm führen – aber für die Begrüßung ist in Zukunft die neue Chefin zuständig.

Jana gibt zu: „Ich habe Bammel.“

„Ich fühle mich mit 38 Jahren noch ziemlich jung für diese Aufgabe.“ Mit mehreren 100 Angestellten, mit markanten Umsätzen, mit viel Verantwortung, mit einem großen Namen und einem ebensolchen Erbe. Jana gibt zu: „Ich habe Bammel.“ Aber wenn man ihr zuhört, spürt man auch das unbedingte Wollen. Gut sollen sie sein, die neuen Krone-Programme – ganz im Sinne der verstorbenen Mama. Teilweise hat Christel Sembach-Krone dafür noch selber gesorgt. Denn: Alle drei Programme, die in diesem Winter im Krone-Bau gezeigt werden, hat sie zusammengestellt – Zirkus-Planung ist etwas Langfristiges...

Dazu gehört für Jana vor allem: Sie will das Publikum halten. Die Familien, die seit Generationen zum Krone kommen. „Mir ist bewusst, dass die Menschen genau auf mich schauen werden. Ich möchte sie überzeugen. Ich möchte ihnen zeigen, dass wir den Circus Krone in seiner Tradition fortführen, dass wir hochkarätige, internationale Programme zeigen.“

Und dann sagt sie diesen Satz: „The show must go on.“ Die Show muss weitergehen. Genau so, wie Christel Sembach-Krone es auch immer gesagt hat.

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