Trauer um Sandrine

Circus Krone: Schon wieder ein Elefant tot

+
Verspielt und intelligent: Bereits mit zwei Jahren kam Sandrine zum Circus Krone

Freiburg - Kein glückliches Jahr für die Elefantenherde beim Circus Krone: Wie die tz am Donnerstag erfuhr, ist die afrikanische Elefantenkuh Sandrine am 18. Juni in Freiburg gestorben – sie hatte 27 Jahre auf der Dickhaut.

Die Trauer ist groß bei der Münchner Zirkusfamilie: Erst im Mai verstarb Elefantenbulle Colonel Joe.

„Die Elefanten haben nachts plötzlich wie wild getrötet“, sagt Krone-Sprecher Markus Strobl. Die Pfleger liefen sofort zum Gehege, wo sie den toten Dickhäuter fanden. „Durch das Tröten haben sich die Anderen von Sandrine verabschiedet.“ Die Todesursache ist noch unklar, momentan geht das Team um Krone-Tierärztin Dr. Christine Lendl von Kreislauf­versagen aus.

Sandrine galt als sehr verspielter und intelligenter Elefant. „Sie war extrem lernfähig, hat sich sehr gerne in der Manege hingelegt oder Choreografien im Sitzen vorgeführt,“ so Strobl.

Vor etwa 25 Jahren kam die Elefantendame aus dem südafrikanischen Krüger-Nationalpark als Waisenbaby zum Krone nach München.

Nach dem erneuten Todesfall äußert die Tierschutzorganisation PETA wieder harte Kritik an der Tierhaltung bei Europas größtem Zirkus. „Auch Sandrine hat ein Leben lang in Ketten gestanden, war jahrelang krank und hat erheblich an Gelenk­erkrankungen gelitten“, sagt Diplom-Zoologe Peter Höffken.

Zur Klärung der Todesursache lässt Circus Krone die Elefantendame derzeit von Spezialisten der Tierpathologie der Universitätsklinik München obduzieren. Der erste Befund: Sandrine litt weder an kaputten Gelenken noch an geschädigten Organen. „Die Tierärzte konnten auch keine äußeren Verletzungen feststellen“, sagt Strobl. Den Endbefund gibt die Tierpathologie erst in zwei bis drei Wochen bekannt.

cl

Auch interessant

Meistgelesen

Kommentare