Clown Paolo Carillon

Circus Roncalli: Ein Träumer aus einer anderen Zeit

+
Clown Paolo Carillon ist eines der vielen Highlights im Circus Roncalli.

Paolo Casanova zieht als Clown Paolo Carillon mit Roncalli um die Welt und ist bis zum 12. November noch in München zu bewundern.

"Wunderbar", sagt er über das Circus-Theater Roncalli. Hier ist der Italiener Paolo Casanova alias Carillon seit 2016 zu Hause. Er ist ein ganz besonderer Roncalli-Mitglied. Als Clown namens Carillon bringt er beim Roncalli das Publikum – ja, zu was? Nicht einfach zum Lachen, sondern zum Staunen, Träumen und manchmal auch zum Weinen vor Glück.

In anderthalb Stunden von Paolo Casanova zu Clown Paolo Carillon

Lustig, extrovertiert und immer eine rote Nase in der Jackentasche? Wie immer man sich einen Clown in Zivil vorstellt, Paolo "Carillon" bedient keines der Klischees. Er ist schmaler Mann, der sich immer wegen seines vermeintlich schlechten Englisch entschuldigt, obwohl es überhaupt nicht schlecht ist.

Zwei Stunden vor der Vorstellung geht er in seine Garderobe, etwa anderthalb davon dauert die Metamorphose, die mit weißer Farbe um die Augen herum beginnt, nach vielen Tupfern, Korrekturen und wieder Tupfern mit Rot und Schwarz ergänzt und schließlich tatsächlich mit einer roten Nase gekrönt wird. Fürs Erste. Seine Privatkleidung tauscht er gegen sein geheimnisvolles Kostüm, in dessen Tiefen sich allerlei technische Finessen verbergen: ein leuchtend rotes Herz zum Beispiel, das es zu verschenken gilt, ein Vogel, der im Hut zu Hause ist.

Circus Roncalli: Seine Requisiten baut Paolo selber

Wie aus dem Nichts werden aus dieser wundersamen, mit Uhr, Zahnrädern, Hebe- und Drehmechanismen bestückten Kopfbedeckung auch Nebel und Seifenblasen aufsteigen, die – den Erwachsenen mehr als den Kindern – laute "Ohhh!" entlocken. Mit viel Liebe baut der Italiener seine ausgefallenen Requisiten zusammen: Die Ohren seines Hundes, der ihn in die Manege begleitet, waren ursprünglich Pfannenwender. Die Schnauze ein historischer Fotoapparat, der Körper eine alte Wanduhr.

Zwei Stunden vor der Vorstellung beginnt die Verwandlung von Paolo Casanova zu Clown Paolo Carillon.

"In diesem Jahr habe ich meinem tierischen Freund endlich Leben einhauchen können", freut sich Paolo. Und so öffnet er in der Manege seine Jacke und übergibt symbolisch sein pochendes Herz an seinen kleinen Begleiter. Wenn "Carillon" die Manege verlässt, eilt ihm sein Hund voraus – ein Motor macht es möglich. "Etwas vermeintlich Totes lebendig wirken zu lassen, hat etwas Magisches", freut sich der Clown.

Er wird einen Zylinder mit einer Dampflokomotive auf den Kopf tragen, die leuchten kann und aus deren Schornstein Dampf qualmt. "Carillon" bedeutet Grammophon und das ist ein Instrument, das sphärische Töne zu erzeugen vermag. "Ich bin ein Tüftler", sagt Carillon. Manchmal wacht er nachts mit einer Idee auf und schreibt sie sofort nieder. Stift und Papier liegen immer parat. Das Licht lässt er aus, wenn er aufwacht, sonst verschwinden seine Ideen. Zwei Jahre Arbeit stecken hinter einem Auftritt von vier bis sechs Minuten. "Ich liebe es, Dinge zu verwandeln", sagt Carillon. Dafür streift er über Flohmärkte, durchforstet Trödelgeschäfte und ist gern gesehener Gast in allen Spielwarengeschäften. Aus Altem macht er Neues. An den Innereien seiner Kostüme, die seine Frau näht, tüftelt er selbst. Da kommt ihm sein erster Beruf zugute.

Vom Industriedesigner zum Clown

Als Paolo Casanova war er Industriedesigner für Autos und Motorräder. Für Fiat, Lancia, Ford, Jaguar, VW oder auch Yamaha hat er gearbeitet. Aber nebenbei ist er, damals noch als traditioneller Clown, auf Kindergeburtstagen aufgetreten, hat in Fußgängerzonen gespielt, und das, obwohl seine Mutter schon beim kleinen Paolo mit einer Art Schocktherapie die Faszination am Artistenleben zu dämpfen versuchte. Die Mama hatte ihn mit dem Zirkus konfrontiert, um zu zeigen, wie hart dort gearbeitet wird. "Hat nichts genutzt", sagt Carillon, zuckt mit den Schultern und lächelt. Clown zu sein, war und ist seine Berufung.

"Clown zu sein, war und ist meine Berufung", sagt Carillon.

Seine Idole sind Charlie Chaplin, Federico Fellini und Tim Burton. Vor zehn Jahren hat der heute 52-jährige seine Berufung zum Beruf gemacht. Bei Roncalli ist er seit über zwei Jahren zu Hause. "Wir sind auf einer Wellenlänge. Meine Figur und die poetische und nostalgische Welt von Roncalli passen perfekt zusammen", sagt. Klar, seine Frau sei um das Auskommen der Familie besorgt gewesen. "Aber sie hat gesagt: 'Ich liebe dich und werde dir helfen'". Zur Familie gehören sein 20 Jahre alter Sohn Ruben sowie seine 17 Jahre alte Tochter Noemi. Es ist üblich, wann immer es geht, aus dem Norden Italiens anzureisen, um am Leben Carillons teilzunehmen. Er sei ein Träumer, und er sei aus einer anderen Zeit. Auch das sagt seine Frau Tonia.

Circus Roncalli: Bernhard Pauls Meisterwerk "Storyteller- Gestern, Heute, Morgen" begeistert die Zuschauer

Bereits 850.000 begeisterte Zuschauer erlebten Bernhard Pauls neuestes Meisterwerk "Storyteller- Gestern, Heute, Morgen". Jetzt kommt das umjubelte Spektakel 2019 nach München. Das Gastspiel findet vom Samstag, den 12. Oktober bis zum Dienstag, den 12. November auf dem Kreativquartier am Leonrodplatz statt und ist die siebte Gastspielstadt der Tournee 2019, die Roncalli durch ganz Deutschland führen wird. Bernhard Pauls Circus-Theater Roncalli ist ein poetisches Schauspiel für Jung und Alt.

Bereits zu den Anfangszeiten Roncallis gelang es dem Direktor und Gründer, nicht nur preisgekrönte und lang für die Manege verloren geglaubte Stars, sondern auch außergewöhnliche Vertreter anderer Kunstformen in seinen Circus zu holen und so seinem Publikum immer wieder ganz neue Geschichten zu erzählen. Das neue Programm "Storyteller: Gestern – Heute - Morgen" setzt erneut neue Maßstäbe und verbindet die romantische Welt des Circus mit den Anforderungen der heutigen Zeit.

Roncalli-Gründer Bernhard Paul verspricht: "München ist eine meiner Herzensstädte und in der Historie eine ganz wichtige Stadt für Roncalli gewesen. Auch dieses Mal wollen wir die Münchner wieder begeistern". Circus-Theater Roncalli verzichtet bewusst auf Tiere in der Show und setzt auf eine Inszenierung, die die Vitalität des Circus und die Spielfreude des Theaters ebenso nutzt, wie innovative Bühnen-, Licht- und Holographietechnik. Das Programm ist ein Balanceakt zwischen Nostalgie und Moderne und präsentiert Clowns, die das Publikum auf eine Reise zwischen gestern, heute und morgen entführen.

Das einzigartige Ambiente des wie aus dem Märchenbuch entsprungenen Circus ist ein Teil des Roncalli-Zaubers. Auch gastronomisch setzt Roncalli auf Erneuerung und erweitert sein Angebot um vegetarische und vegane Köstlichkeiten, die zukünftig im Vorzelt und im "Café des Artistes" zum Genießen und Verweilen einladen.

Nur noch bis 12. November! Tickets und Infos:

Tickets gibt es an der Circuskasse im Internet:
www.roncalli.de

Kontakt

Circus Roncalli
Kreativquartier
Dachauer Str. 114
80636 München

Auch interessant

Meistgelesen

MVG-Kracher: Kommt das Kombi-Ticket nach München?
MVG-Kracher: Kommt das Kombi-Ticket nach München?
Amateurfußball in München: Torwart (43) mit unfassbarem Ausraster - Verein mit drastischer Maßnahme
Amateurfußball in München: Torwart (43) mit unfassbarem Ausraster - Verein mit drastischer Maßnahme
Dramatische Rettung: Schwer verletzter Bauarbeiter steckt über eine Stunde mit Fuß in Maschine fest
Dramatische Rettung: Schwer verletzter Bauarbeiter steckt über eine Stunde mit Fuß in Maschine fest
Münchens neuer Christbaum steht mit Verzögerung: An den Vorgänger reicht er nicht heran
Münchens neuer Christbaum steht mit Verzögerung: An den Vorgänger reicht er nicht heran

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

der Inhalt dieses Artikels entstand in Zusammenarbeit mit unserem Partner. Da eine faire Betreuung der Kommentare nicht sichergestellt werden kann, ist der Text nicht kommentierbar.