Entscheidung im Stadtrat

City-Manager soll Münchens Innenstadt beleben: „Person, die das Ohr an der Szene hat“

Ein City-Manager soll die Innenstadt beleben.
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Ein City-Manager soll die Innenstadt beleben.

München bekommt einen City-Managern. Der soll sich verstärkt um die Innenstadt kümmern, Leerstände beseitigen. Das hat der Stadtrat entschieden. Der Manager soll aber auch die Stadtteilzentren verwalten.

„Wir brauchen in der Stadtverwaltung eine Person, die das Ohr an der Szene hat und bei der alle Fäden zusammenlaufen“, sagt Grünen-Stadträtin Julia Post. „Nur so können wir auch künftig die Münchner Innenstadt attraktiv halten. Entscheidend dabei ist, aktuelle Entwicklungen aufzugreifen und Ideen zügig zu verwirklichen.“

Der Wirtschaftsausschuss hat einem entsprechenden Antrag von Grünen und SPD gestern einstimmig zugestimmt. Referent Clemens Baumgärtner (CSU) hatte im Sommer vorigen Jahres im Interview mit unserer Zeitung erstmals davon gesprochen, einen Quartiersmanager Innenstadt installieren zu wollen, der gezielt Ladenflächen vermittelt.

Die Grünen legen nun aber auch besonderen darauf, dass auch die Stadtteilzentren weiterentwickelt werden. Kurze Wege, lokale Kontakte und persönliches Flair zeichneten lebendige Stadtviertel aus. Globalisierung, Online-Handel und zuletzt die Corona-Pandemie hätten aber den lokalen Einzelhandel enorm unter Druck gesetzt. „Wir müssen jeden Tag aufs Neue daran arbeiten, die Vielfalt der Münchner Innenstadt und der Stadtteilzentren zu erhalten. Das ist uns auch in schwieriger Haushaltslage eine Investition wert.“

Diskutiert wurden im Ausschuss überdies verschiedene Maßnahmen wie die Idee einer Zukunftskonferenz, der Umgang mit Leerstand, Leerstände in der Innenstadt für Zwischennutzungen für die Kultur- und Kreativwirtschaft zu nutzen, die hohen Mieten, kleine und mittlere Unternehmen beim Onlinehandel durch den Aufbau einer Plattform zu stärken und wie es mit den Förderprogrammen von Land und Bund weitergeht. „Wir wollen eine Innenstadt für alle“, sagt SPD-Stadträtin Simone Burger.

Dabei wird das Projekt „Kultur- und Kreativwirtschaft als Zwischennutzung“ helfen, damit die Kulturschaffenden hohe Mieten in der Innenstadt stemmen könnten. „Wichtig ist uns zudem, kleine und mittlere Unternehmen online zu stärken. Deshalb wird an eine Onlineplattform geschaffen. Dabei soll aber nicht irgendeine weitere Plattform herauskommen, sondern eine Plattform, die zwei Kriterien erfüllt: Sie soll fair mit den Unternehmen umgehen und einen guten Datenschutz für die Verbraucher bieten.“  

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