Claudia Bernert kämpft für ihren Sohn

"Ich hungere, bis die reagieren!"

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Claudia Bernert gestern vor der Allianz-Zentrale.

München - Es ist Montag, kurz nach 10 Uhr: Lautstark bläst Claudia Bernert in der Königinstraße in Schwabing in ihre Trillerpfeife. Die Frau aus Immenstadt ist in einen Hungerstreik getreten, nun will sie direkt vor der Allianz-Zentrale auf das Schicksal ihres behinderten Sohnes aufmerksam machen.

 Wie die tz berichtete, verweigert der Versicherungsriese noch immer eine Schadensersatzzahlung, obwohl damals bei der Geburt des Buben Fehler im Krankenhaus gemacht wurden. „Und nun werd’ ich hier stehen und hungern, bis die endlich reagieren“, sagt die Mutter der tz. „Basta!“

Claudia Bernert mit Sohn Daniel.

Der Fall des Daniel Bernert – er hat für Aufsehen gesorgt. 1984 war der Bub in Immenstadt auf die Welt gekommen, aber obwohl es Komplikationen gab, kümmerten sich Arzt und Hebamme kaum um Claudia Bernert. Daniel kam mit Hirnschäden auf die Welt – er sitzt heute im Rollstuhl. 28 Jahre kämpfte die Mutter vor Gericht um Schadenersatz. Vergebens. Die Allianz, bei der sowohl Arzt und Hebamme versichert sind, will die geforderte Summe nicht zahlen.

„Das ist eine himmelschreiende Ungerechtigkeit, und gegen die protestiere ich jetzt“, so Claudia Bernert. Gut 20 Unterstützer stehen mit ihr vor der Allianz-Zentrale und machen höllisch Lärm. Bisher ohne Ergebnis: „Es ist noch niemand herausgekommen und hat mir ein neues Gespräch angeboten“, so die Mutter. Ihren Daniel hat sie natürlich zu Hause gelassen. „Den Wirbel, die Anstrengung – das will ich ihm nicht antun.“

Sogar übernachten kann die kämpfende Mutter direkt vor dem Versicherungsgebäude. Ein Unterstützer hat ihr nämlich ein Wohnmobil direkt auf den Parkplatz gestellt. Claudia Bernert: „Ich bin zäh – mal sehen, wer den längeren Atem hat.“

age

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