Club mit Klingel an der Türe

+
Feiern mit dem Restaurant-Club Morizz 20-jähriges Jubiläum: Dominik Linneweber und Claudia Limbrunner

München - Klenzestraße 43 – die Adresse ist seit den 80er Jahren eine feste Größe im Münchner Nachtleben. Zur besseren Kontrolle ist eine Klingel an der Tür. Hier bittet so mancher Promi um Einlass.

 Thomas Bedall eröffnete dort einst das Tanzlokal Größenwahn. Dort verkehrte das wohl schrillste Publikum der Stadt, von Punk bis Schickeria, dort durften Nachwuchs-DJs wie Helmut Geier, der ein Vierteljahrhundert später als DJ Hell eine globale Marke ist, mit New Wave und Elektro experimentieren.

Dann wurde der Laden zu wild, Bedall musste 1991 schließen und machte daraus den Restaurant-Bar-Club Morizz. Mit Klingel an der Türe, damit man nun kontrollieren konnte, wer mitfeiern darf. Die Größenwahn-Exzesse mit Gästen, die auf den vor dem Lokal parkenden Autos tanzten, durften und sollten sich nicht wiederholen.

Zwanzig Jahre ist der Wechsel her, in der Nacht zum Sonntag wurde das Jubiläum nun gefeiert. Nicht so exzessiv wie früher, aber ausgelassen. Die neuen Besitzer Dominik Linneweber und Claudia Limbrunner – Thomas Bedall hat seine Anteile bereits vor gut zwei Jahren verkauft – haben das Lokal, das Linneweber gerne als „Herrenclub“ bezeichnet, dafür im Sommer schwer aufgehübscht.

Was nach zwanzig Jahren auch dringend nötig war. Im Sommer hatte das Morizz sein Ausweichquartier am „Beach“ an der Reichenbachbrücke, die Gelegenheit zur Renovierung des Stammhauses, das Lokal hatte bis dahin tatsächlich seit zwanzig Jahren ununterbrochen täglich geöffnet, „bis auf den Heiligen Abend“, sagt Linneweber. Neue Farbe an Wänden und Decken, neue Toiletten, neues Licht, das Entrée und die große Säule mit einem Bild des Berliner Künstlers Christopher Winter dekoriert.

Ein Herrenclub ist das Morizz übrigens nicht in der englischen Tradition, sondern weil dort überwiegend Männer verkehren, „das Morizz ist eine Institution in der Schwulen-Szene, wie es bei Heteros vielleicht das Schumann’s ist“, sagt Dominik Linneweber.

Und nicht minder prominent besetzt. Zur Stammkundschaft im Morizz zählte früher Alfred Biolek, heute sind es Patrick Lindner, Hape Kerkeling, „und Guido Westerwelle kommt auch immer vorbei, wenn er in München ist“. Das letzte Mal hat der Außenminister vor drei Monaten beim Morizz geklingelt.

Thomas Oßwald

Mehr heiße Szene-news finden Sie unter www.partygaenger.de!

Auch interessant

Meistgelesen

S-Bahn-Verbindung zwischen Flughafen und Neufahrn kurzzeitig unterbrochen
S-Bahn-Verbindung zwischen Flughafen und Neufahrn kurzzeitig unterbrochen
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
München, du hast noch immer ein Problem mit Homophobie!
München, du hast noch immer ein Problem mit Homophobie!
Münchens größte Werkstadt: Das neue Viertel hinterm Ostbahnhof 
Münchens größte Werkstadt: Das neue Viertel hinterm Ostbahnhof 

Kommentare