Neue Software macht Probleme

Computer-Ausfall im KVR: Neue Software macht Probleme

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Im KVR und den Bürgerbüros ging am Mittwoch gar nichts mehr.

München - Tausende Münchner ratlos: Eine Computer-Panne hat am Mittwoch das KVR und sämtliche Bürgerbüros in München lahmgelegt. Ein Kundenverkehr war nicht möglich. Eine neue Software macht offenbar Probleme.

Die neue Software, mit der das Kreisverwaltungsreferat (KVR) Wartezeiten verkürzen und den Bürgerservice verbessern wollte, erweist sich mehr und mehr als Problemfall. Seit der Umstellung am 29. Juni hakt es im Getriebe, und gestern fiel das System komplett aus – mit weitreichenden Folgen: Tausende Münchnerinnen und Münchner standen vor verschlossenen Türen.

„Es gab einen Totalausfall im IT-System“, bestätigte KVR-Sprecherin Daniela Schlegel auf Anfrage. Ohne Computer können jedoch Bürgeranträge und -anfragen nicht bearbeitet werden. Ob Pass oder Meldebestätigung, An- oder Ummeldung, Amtliche Beglaubigungen oder Führungszeugnis: Nur wenn das Computersystem läuft, können die Mitarbeiter im KVR und in den fünf Bürgerbüros auf die nötigen Daten zugreifen. Weil das Programm streikte, entschied man sich gestern, die Schalter erst gar nicht zu öffnen. Im KVR an der Poccistraße sowie an den Außenstellen in Pasing, an der Leonrodstraße, am Orleansplatz, an der Riesenfeldstraße und an der Forstenrieder Allee standen die Bürger vor verschlossenen Türen – ärgerlich vor allem für jene, die für den Behördengang eigens einen halben Tag frei genommen hatten.

Die Computerpanne trifft das KVR zur ungünstigsten Zeit: „Jetzt vor den Ferien ist immer besonders viel los“, berichtet Schlegel. Hier treffen die Bürger, die vor der Fahrt in die Ferien noch etwas erledigen wollen oder mit Schrecken entdeckt haben, dass ihr Pass bald abläuft, mit jenen zusammen, die bereits Urlaub haben und die freie Zeit für Behördengänge nutzen wollen.

Schon in den vergangenen Wochen brauchten sie Geduld: „Wegen Personalausfällen, einer IT-Umstellung im Bürgerbüro und des immer größer werdenden Kundenandrangs kommt es in einigen Bereichen des Kreisverwaltungsreferats zurzeit zu stundenlangen Wartezeiten“, warnt das KVR auf seiner Internetseite. Was das Personal angeht, hat KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle vor wenigen Wochen mittelfristig Abhilfe versprochen. Auch die neue Software sollte den Mitarbeitern helfen, die Anliegen der Bürger schneller zu bearbeiten als bisher.

Doch bisher ist das Gegenteil der Fall: Seit der Umstellung, so Schlegel, klagten die Mitarbeiter immer wieder über „längere Dialog- und Wartezeiten“. Die neue Software, die das System beschleunigen sollte, erwies sich als Bremse.

Zwar sind Anlaufschwierigkeiten bei so komplexen Systemen nicht selten, doch Totalausfälle darf es nicht geben. Dafür hat die Stadt eigens eine Experten-Infrastruktur mit 1100 Computerfachleuten aufgebaut. Allein beim stadteigenen IT-Dienstleister „it@M“, der die Softwareumstellung managen sollte, sind 530 Spezialisten angestellt.

Ob diese das System bis heute in Gang bringen, schien gestern nicht sicher. „Wir hoffen es“, sagte Schlegel. Vor dem Weg zum Bürgerbüro empfiehlt sich also ein Blick ins Internet (www.muenchen.de/rathaus/Stadtverwaltung/Kreisverwaltungsreferat). it@M war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Peter T. Schmidt

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