400-Kilo-Tresor aus Filmfirma geklaut

Ismaning - Auf ungewöhnlich dreiste Weise haben Unbekannte drei Tresore aus der Firmenzentrale von Constantin Entertainment und einer Fahrzeugteilehandlung in Ismaning gestohlen. Dabei erbeuteten sie mehr als 100.000 Euro.

Wie die Einbrecher in die Räume im zweiten Stock gelangten, ist unklar. Denn es gibt überhaupt keine Aufbruchsspuren: Aus dem Büro der Constantin Entertainment GmbH (eine Tochter der Constantin Film GmbH, siehe unten) ist über Nacht ein 400 (!) Kilo schwerer Tresor verschwunden. Inhalt: 100 000 Euro Bargeld!

Ein sagenhafter Coup unbekannter Panzerknacker, die offenbar in der gleichen Nacht und in unmittelbarer Nachbarschaft auch noch zwei Tresore einer Ismaninger Autofirma stahlen. Die Constantin Entertainment GmbH residiert in Ismaning am Carl-Zeiss-Ring und produziert rund 60 diverse Fernsehshows und -serien – darunter so bekannte Formate wie Richter Alexander Hold, K11 – Kommissare im Einsatz, Frauentausch und Extrem schön. Die Mitarbeiter verließen vergangenen Freitag gegen 18 Uhr das Haus. Am Sonntag um 16.30 Uhr wurde das Fehlen des stattlichen Tresors entdeckt.

Wie das hüfthohe, beige-graue Stahl-Ungetüm aus dem Haus geschafft wurde, ist dem kaufmännischen Direktor Onno Müller ein einziges Rätsel: „Wir haben mal zu viert versucht, das Ding zu verrücken. Keine Chance! Den kriegt man auch nicht mal eben so auf.“ Der Tresor stand in einem Büro. Das Geld war für die Entlohnung von Laien-Darstellern bestimmt. Von dem Tresor fehlte auch am Dienstag noch jede Spur. Dagegen wurde einer der beiden geknackten Tresore der Ismaninger Büchler Reifen GmbH in der Max-von-Eyth-Straße Montagfrüh im Ebersberger Forst wieder gefunden. Die Täter hatten ein Fenster der Fahrzeugteilehandlung aufgebrochen und einen Bewegungsmelder lahm gelegt. Mit dem firmeneigenen Gabelstapler wurden die Tresore zur Warenanlieferung gefahren, in ein Fluchtfahrzeug verladen und später in Ruhe geknackt, Darin waren weitere 10 000 Euro und Fahrzeugpapiere.

Dorita Plange

Das Constantin-Imperium

Der Name Constantin steht für ein Stück Münchner Film- und Fernsehgeschichte, die ihresgleichen sucht: Im April 1950 gegründet kaufte der Münchner Filmproduzent Bernd Eichinger 1978 die Constantin Film. In den darauffolgenden zwei Jahrzehnten war Eichinger für den Filmeinkauf und das Verleihgeschäft der Neue Constantin Film GmbH zuständig.

Er gestaltete dabei die Kampagnen zu Filmen wie Das Boot (Wolfgang Petersen), Pink Floyd The Wall (Alan Parker), Quadrophenia (Franc Roddam), Die Klapperschlange (John Carpenter) und Conan der Barbar (John Milius). Ab 1986 war auch die Kirch-Gruppe am Unternehmen beteiligt. Die Constantin Film ging 1999 an die Börse. Eichinger wurde Vorstandvorsitzender der Constantin Film AG.

Im Januar 2006 verkaufte er seinen Anteil an die Schweizer Highlight Communications AG. Er ist aber weiterhin als Produzent tätig. Das Unternehmen beschäftigt 250 Mitarbeiter. Sechs der Top 10 der deutschen Blockbuster der letzten 20 Jahre wurden von Constantin Film produziert. Bekannte Filme: Die unendliche Geschichte (1983), Der Name der Rose (1985), Der bewegte Mann (1994), Der Schuh des Manitou (2001), Der Untergang (2004), Das Parfum – Geschichte eines Mörders (2006) und Der Baader Meinhof Komplex (2008) .

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