Schwabinger Kunstsammler beigesetzt

Gurlitt nimmt seine Bilder mit ins Grab

Ekkeheart Gurlitts Kranz auf Cornelius’ Grab: „Dein Ekki aus der Sonne von Barcelona“

München/Düsseldorf - Die Kunst: Sie begleitet Cornelius Gurlitt († 81) auch über den Tod hinaus. Am Montagmittag wurde der Münchner Bildersammler im Familiengrab auf dem Nordfriedhof in Düsseldorf beerdigt.

Ekkeheart Gurlitt (65), ein Neffe zweiten Grades, warf dabei Kopien berühmter Werke – darunter Max Liebermanns Zwei Reiter am Strand – ins offene Grab. Ekkeheart: „Bilder waren Cornelius’ Leben. Er sollte nicht ohne sie in der Erde liegen …“

Vorangegangen war eine Trauerfeier in der Aussegnungshalle. Christoph Edel, Cornelius Gurlitts gerichtlicher Betreuer, hatte dabei eine Trauerrede gehalten. Stephan Holzinger, zuletzt Gurlitts Sprecher, sagt: „Es war eine sehr stille und diskrete Feier – und ein bewegender Tag für mich.“

Die Trauergemeinde umfasste insgesamt nur rund ein Dutzend Personen, darunter den Witwer von Gurlitts verstorbener Schwester. Ebenfalls anwesend war Ingeborg Berggren-Merkel. Sie ist die Leiterin der Taskforce, die die Herkunft von Gurlitts Bildern klären soll. Sprecher Stephan Holzinger: „Man kann ihre Teilnahme an der Beerdigung als ein Zeichen der Versöhnung werten.“ Gurlitt hatte eine Vereinbarung mit der Bundesregierung getroffen. Demnach bekommen die rechtmäßigen Erben jene der rund 1500 Meisterwerke zurück, die als Nazi-Raubkunst identifiziert werden. Holzinger sagt auf die Frage, ob Cornelius Gurlitt in Frieden aus dem Leben geschieden sei: „Er hat sich sehr gefreut, dass diese Vereinbarung zustande gekommen ist …“

Gurlitt begesetzt - Bilder vom Düsseldorfer Nordfriedhof

Gurlitt beigesetzt - Bilder vom Düsseldorfer Nordfriedhof

Gurlitt war in der vorvergangenen Woche in seiner Schwabinger Wohnung gestorben – er hatte an einer schweren Herzkrankheit gelitten. Zuvor hatte er ein Leben in Stille und Zurückgezogenheit geführt: nur er und seine Bilder … Jene Bilder, um die es nun noch lange nicht ruhig wird. Denn: Der Anteil der Meisterwerke, der tatsächlich rechtmäßiger Besitz Gurlitts war, soll gemäß eines Testaments ans Kunstmeseum Bern (Schweiz) gehen. Allerdings hat Ekkeheart bereits angekündigt (und gestern nochmals bekräftigt), dass er dieses Testament anfechten wird. Der Fotograf und Lebenskünstler, der in Barcelona wohnt, sagt: „Bern ist eine Provinzstadt. Diese bedeutende Sammlung gehört nicht dorthin, sondern nach Berlin oder München.“

dso, hei

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