Klappe, die x-te Anwälte:

Gurlitt: Beschwerde gegen Staatsanwaltschaft

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Cornelius Gurlitt (81) hat gewiefte Anwälte – die gehen gegen die Staatsanwälte in die Offensive.

München - Nächste Klappe im Bilder-Krimi um Cornelius Gurlitt. Seine Anwälte haben jetzt offiziell eine Beschwerde gegen die Augsburger Staatsanwaltschaft bei Gericht eingelegt.

Nächste Klappe im Bilder-Krimi um Cornelius Gurlitt (81). Seine fleißigen Anwälte sind – nach der Einrichtung einer eigenen Homepage für den Schwabinger Bilder-Verwalter aus der Sammlung seines Vaters – erneut in die Offensive gegangen und haben jetzt offiziell eine Beschwerde gegen die Augsburger Staatsanwaltschaft bei Gericht eingelegt. Das Gericht bestätigte gestern deren Eingang.

Gurlitts Juristen beantragen auf 45 Seiten, den Beschluss zur Beschlagnahme der weit über 1000 Werke aus Gurlitts Wohnung aufzuheben.

„Die Beschlagnahme-Anordnung war mit dem Verdacht der Einfuhrumsatzsteuer-Hinterziehung begründet worden, der aus Sicht der Verteidigung nicht gerechtfertigt ist“, heißt es in einer Mitteilung der Anwälte. Sie beklagen formelle Mängel, zudem sei die Verdachtsgrundlage nicht stark genug. Die Beschlagnahmung der gesamten Sammlung verstoße zudem gegen das Prinzip der Verhältnismäßigkeit.

Die Augsburger Staatsanwaltschaft rund um den Leitenden Oberstaatsanwalt Reinhard Nemetz soll eine Stellungnahme bei Gericht abgeben, wollte sich aber gestern nicht zu der Beschwerde äußern.

Leitender Oberstaatsanwalt Nemetz

Rückblick: Gurlitt wurde im September 2010 im Zug von Zürich nach München von Zollfahndern kontrolliert, die 9000 Euro Bargeld bei ihm fanden. 2011 erwirkte die Staatsanwaltschaft Augsburg einen richterlichen Durchsuchungs-Beschluss, Ende Februar 2012 wurde Gurlitts Wohnung durchsucht, die Sammlung beschlagnahmt.

Laut Experten stehen rund 600 Bilder im Verdacht, Nazi-Raubkunst zu sein, Gurlitts Anwälte hingegen sprechen von maximal drei Prozent.

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