Neue Sars-Cov2-Virus-Ausbrüche in München

Corona-Alarm bei Berufsfeuerwehr und in Uniklinikum: Wie viele Rettungskräfte betroffen sind - Hintergründe zu den Infektionen

Das Gebäude der Feuerwache in der Heßstraße in Schwabing.
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Die Feuerwache in der Heßstraße in Schwabing

Die Corona-Lage in München spitzt sich weiter zu. Nach Infektionen bei der Berufsfeuerwehr sind jetzt auch zahlreiche Rettungskräfte in Quarantäne und damit außer Gefecht. Zudem gab es einen Sars-CoV2-Ausbruch in einem großen Uniklinikum.

Das Klinikum rechts der Isar in Haidhausen ist Münchens zweitgrößtes Universitätskrankenhaus.
  • München gerät immer mehr in den Würgegriff des Corona-Virus.
  • Jetzt sind auch verstärkt Rettungskräfte und medizinisches Personal betroffen.
  • Neue Ausbrüche bei der Berufsfeuerwehr und in einem großen Uniklinikum.

Auf der Feuerwache Schwabing in der Heßstraße – dort ist auch die Integrierte Leitstelle untergebracht – gibt es einen Corona-Ausbruch. Fünf Feuerwehrleute der Berufsfeuerwehr wurden mittlerweile positiv getestet, 16 weitere sitzen vorsichtshalber in Quarantäne.

Corona in München: Beamter der Wachmannschaft hatte nur leichte Erkältungssyndrome

Montagfrüh meldete sich ein Feuerwehrbeamter der Wachmannschaft mit leichten Erkältungssymptomen krank. Er wurde noch am Vormittag getestet – positiv! Daraufhin wurden seine Kollegen aus der gleichen Wachmannschaft getestet und bei Schnelltests zwei weitere Corona-Infektionen festgestellt. Die beiden Männer hatten (noch) keinerlei Symptome und begaben sich ebenfalls sofort in Quarantäne.

Corona-Ausbruch in München: Notfallpläne in Kraft gesetzt

Münchens Feuerwehr-Chef Wolfgang Schäuble

Aufgrund dieser Häufung ließ der Chef der Münchner Berufsfeuerwehr, Oberbranddirektor Wolfgang Schäuble, die gesamte Wachmannschaft aus dem Dienst nehmen. Mittlerweile wurden noch zwei weitere Feuerwehrbeamte positiv getestet. In solchen Fällen greifen Notfallpläne, sodass Kollegen aus anderen Wachen und auch die Freiwillige Feuerwehr den Betrieb zu jeder Zeit ergänzen und einsatzbereit halten können. „Wir mussten damit rechnen und darum waren auf genau diesen Fall sehr gut vorbereitet“, sagte ein Sprecher der Münchner Berufsfeuerwehr.

Nach Covid19-Ausbruch in München: Integrierte Rettungsdienst-Leitstelle ist nicht betroffen

Die Integrierte Leitstelle, in der für die gesamte Stadt und den Rettungsdienst des Landkreises München die Einsätze koordiniert werden, ist nicht betroffen. Die Mitarbeiter dort arbeiten bereits seit Beginn der Pandemie konsequent getrennt vom Personal der restlichen Feuerwache, um hier vorsorglich mögliche Querinfektionen zu verhindern.

Corona-Ausbruch in Klinikum: Infektionen in mehreren Bereichen des Uniklinikums rechts der Isar

Zudem gab es einen Corona-Ausbruch im Uniklinikum rechts der Isar der Technischen Universität München (TUM). Dort sind auf einer unfallchirurgischen Station nach Erkenntnissen unserer Redaktion etwa zehn Mitarbeiter sowie etwa zehn Patienten positiv auf das Virus getestet worden. Auf dieser Station werden vorerst keine neuen Patienten aufgenommen. Es sind auch andere Abteilungen des Universitätskrankenhauses betroffen. „In mehreren Bereichen des Klinikums wurden mögliche Kontaktpersonen auf das Virus getestet. Dabei stellten sich weitere Personen als Sars-CoV-2 infiziert heraus“, heißt es in einer Mitteilung des Klinikums. Um welche Abteilungen es geht, ließ die Pressestelle vorerst offen. Nach Informationen von Münchner Merkur und tz handelt es sich neben der Unfallchirurgie um mindestens zwei Bereiche, allerdings gab es nur vereinzelt positive Testergebnisse.

Besuche im Klinikum rechts der Isar sind nur noch in begründeten Ausnahmefällen möglich.

Eva Schuster von der Pressestelle des Klinikums rechts der Isar

20 von 65 Corona-Patienten auf der Intensivstation

Als Reaktion auf die Ausbrüche verschärfte das Uniklinikum seine Maßnahmen zur Eindämmung des Virus. „Die getesteten Patient*innen werden so untergebracht, dass positiv und negativ Getestete voneinander isoliert sind“, so das Klinikum. In den betroffenen Bereichen müssen alle Mitarbeiter FFP2-Schutzmasken tragen. Darüber hinaus sind die Besuchsregelungen verschärft worden. Besuche seien nur noch in begründeten Ausnahmefällen möglich. Derzeit werden im Uniklinikum rechts der Isar nach eigenen Angaben 65 Covid-19-Patienten behandelt, 20 von ihnen auf der Intensivstation.

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