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Inzidenz-Explosion! Bayerischer Kreis über 1000 - Landrat richtet emotionale Worte an Söder

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Von: Katharina Haase, Lucas Sauter-Orengo, Lukas Schierlinger

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In Bayern spitzt sich die Corona-Lage weiter zu. Ein Kreis sorgt mit einer Inzidenz-Explosion für Aufsehen. Söder findet drastische Worte. Alle News im Ticker.

Update vom 10. November, 22.01 Uhr: Söder folge mit dem Ausrufen des Katastrophenfalls einem „Hilferuf und Wunsch der Kliniken vor Ort und auch der Kommunalpolitiker, ein rechtlich einwandfreies Instrumentarium zu haben, um selbstständig zu reagieren“, sagte er dem BR. Die Kliniken seien voll. Es entstünden Konkurrenzsituationen, „natürlich auch unter Covid-Patienten“, so der Ministerpräsident. Die Konkurrenz zwischen ungeimpften und geimpften Covid-Patienten sowie Krebs-, Herzinfarkt- und Schlaganfallpatienten um ein Intensivbett „führt am Ende zu einer tiefen Spaltung“, gibt Söder zu bedenken. Er fordert daher mehr Maßnahmen von der Regierung. Erste Städte haben bereits ebenfalls auf die aktuelle Lage reagiert und Weihnachtsmärkte wieder abgesagt.

Corona in Bayern: Katastrophenfall ausgerufen

Update vom 10. November, 15.01 Uhr: CSU-Chef Markus Söder hat auf Grund der dramatischen Corona-Lage den Katastrophenfall für Bayern ausgerufen. Der Ministerpräsident aufgrund „der aktuellen besorgniserregenden Situation in der Corona-Pandemie die Feststellung des Katastrophenfalls ab dem 11. November 2021 angeordnet“, teilte die Staatskanzlei am Mittwoch in München mit. Zuvor hatte Söder dies auch in einer Sitzung der CSU-Landtagsfraktion angekündigt. Das Innenministerium werde zeitnah eine entsprechende Bekanntmachung erlassen.

Update vom 10. November, 13.57 Uhr: Der Landrat des Landkreises Rottal-Inn, der eine dramatische Corona-Situation erlebt (siehe ein Update weiter unten), hat sich in einem emotionalen Statement geäußert: „„Man kann es nicht mehr schön reden: Die Lage ist dramatisch,“ so Michael Fahmüller in einer Mittelung des Landratsamtes. „Obgleich in der gesamten Region die Werte massiv ansteigen, ist unser Landkreis wieder einmal am stärksten betroffen“, warnt der Politiker.

Corona: Situation in bayerischem Landkreis eskaliert - Hilferuf an Söder

Gleichzeitig sendete er dann einen Hilferuf an CSU-Chef Markus Söder. In einer Besprechung mit seinen Landratskollegen habe er laut Informationen des BR gefordert, landesweit den Katastrophenfall auszurufen, „um insbesondere die notwendigen organisatorischen Maßnahmen leichter umsetzen zu können.“ Ob Söder das macht? Laut BR-Infos erwägt er es zumindest. Fahmüller richtet sich direkt an die Bürger seines Landkreises: „Wir alle sind nach eineinhalb Jahren Pandemie zermürbt. Wir alle haben gehofft, wir hätten das Schlimmste hinter uns. Aber es ist anders gekommen und wir können nur zusammen da durch.“

Update vom 10. November, 10.50 Uhr: Der niederbayerische Landkreis Rottal-Inn liegt bei den Corona-Neuinfektionen bundesweit an der Spitze (siehe Update unten). Ein Ausreißer? Wohl eher nicht, hieß es beim Landratsamt in Pfarrkirchen. „Die Zahlen sind einfach so hoch und wir wissen nicht, warum“, sagte eine Sprecherin. Auch andernorts im Freistaat breitet sich das Coronavirus stark aus, ohne dass unmittelbare Auslöser feststehen.

Bayern-Kreis neuer Corona-„Spitzenreiter“ - Behörde sucht nach Gründen

Für die Behörden in den betroffenen Regionen bedeutet die Entwicklung eine sehr hohe Belastung, vor allem im Raum Rottal-Inn. Sie sind vollauf damit beschäftigt, Personen zu ermitteln und zu informieren, die mit Neuinfizierten Kontakt hatten. Man komme kaum mehr mit der Arbeit nach, beschrieb es eine Sprecherin des Landratsamtes in Pfarrkirchen. „Das ist an der Belastungsgrenze.“ Erklären kann man sich dort die Entwicklung nicht. Ein Grund könnte die Impfquote sein. Nach Auskunft der Behörde waren im Landkreis am 6. November 52,9 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft. Bayernweit sind es - mit Stand vom Mittwochvormittag - 65,2 Prozent.

Update vom 10. November, 7.15 Uhr: Die 7-Tage-Inzidenz im Freistaat nähert sich der 400er-Marke. Am heutigen Morgen belief sie sich laut Robert-Koch-Institut (RKI) auf 395,8. Besonders aussagekräftig: In den Top 10 der deutschlandweiten Corona-Hotspots belegen bayerische Städte und Kreise gleich neun Plätze. „Spitzenreiter“ mit einer sogar vierstelligen Inzidenz ist der Landkreis Rottal-Inn (1104,3).

Corona in Bayern: 9 Hotspots „schaffen“ es in deutschlandweite Hotspot-Liste

Update vom 10. November, 6.23 Uhr: Der Münchner Infektiologe Christoph Spinner hält trotz massiv steigender Corona-Zahlen einen neuen Lockdown aktuell nicht für hilfreich. „Lockdowns sind bezogen auf die Pandemie-Kontrolle nicht nur politisch das radikalste Mittel, sondern auch wissenschaftlich ein eher Schwaches - außer sie werden absolut konsequent umgesetzt und konsequent kontrolliert“, sagte der Pandemie-Beauftragte des Klinikums rechts der Isar der TU München der Deutschen Presse-Agentur. „Anders als im Frühjahr steht eine wirksame Präventionsmöglichkeit zur Verfügung: die Schutzimpfung.“

Corona-News aus München und Bayern: Experte wirbt für 2G-Regel

Die 2G-Regel könne bedeutend zur Pandemie-Kontrolle beitragen. Bei Infektionen Geimpfter oder Genesener sei die Wahrscheinlichkeit schwerer Verläufe und Klinikeinweisungen signifikant reduziert. In Österreich zeige sich zudem, dass die 2G-Regel doch noch den einen oder anderen Unentschlossenen zur Impfung bewegen konnte.

Update vom 9. November, 22.35 Uhr: Die von Ministerpräsident Markus Söder angekündigten Corona-Verschärfungen haben bei den bayerischen Oppositionsparteien bereits im Voraus für harte Kritik gesorgt. Dabei lag besonders die Behandlung der zwölf- bis 17-Jährigen im Fokus. Für Jugendliche über zwölf Jahren genügte bisher ein Schülerausweis, um 3G- bzw. 3G+-Regularien zu erfüllen, da sie in der Schule regelmäßig getestet wurden. Oppositionspolitiker befürchteten zunächst, dass diese Möglichkeit durch die erneuten Verschärfungen hin zur 2G-Regelung wegfallen könnte und kritisierten einen „Freizeitlockdown“ für Jugendliche.

Zumindest bis zum Jahresende hat sich die Regierung nun aber auf eine Übergangslösung geeinigt. Zwar bleibt ungeimpften Jugendlichen der Zutritt zu Fußballstadien oder Kinos verwehrt, jedoch dürfen sie dennoch an Sporttrainings, sowie Theater- odder Musikproben teilnehmen. Das gab die Staatskanzlei am Dienstag bekannt. Somit sollen die Jugendlichen eine Art Übergangszeitraum erhalten, um sich noch gegen Corona impfen lassen zu können. Für den Großteil der Freizeit-, Sport- und Kulturveranstaltungen gelte jedoch auch für Jugendliche ab 12 Jahren die 2G-Regel.

Doch auch an der Übergangslösung gibt es Kritik. FDP-Gesundheitsexperte Dominik Spitzer betonte gegenüber BR24, dass gerade die Jugendlichen in der bisherigen Pandemie hätten zurückstecken müssen. Nun würde genau diese Gruppe erneut bestraft werden. „Natürlich hätte man es anders regeln müssen“, forderte Spitzer und gab an, keine Notwendigkeit für 2G bei Jugendlichen zu sehen.

Coronavirus in Bayern - Söder: Kimmich könnte „extreme Vorbildwirkung“ haben

Update vom 9. November, 13.41 Uhr: Ein Journalist fragte CSU-Chef Söder im Anschluss an die Pressekonferenz zu Joshua Kimmich, die Frage richtet sich auf eine Empfehlung Söders. Kimmich sei sicher kein Querdenker, so Söder. Sollte der Spieler des FC Bayern sich nun impfen lassen, könnte das eine „enorme Impuls- und Vorbildwirkung“ haben, für jeden, der noch überlege.

Corona: Söder kündigt „massive Verschärfungen“ an - die PK in der Zusammenfassung

Update vom 9. November, 13.35 Uhr: Die Corona-Lage in Bayern sei „dramatisch und besorgniserregend“, so CSU-Chef Markus Söder auf der Pressekonferenz in München zur aktuellen Pandemie-Lage. Nicht einmal Experten und Expertinnen hätten damit gerechnet, dass die Dynamik mit einem derartigen Tempo an Schärfe gewinnt. In Bayern werde man deshalb die Kontrollen zur Einhaltung der 2G bzw. 3G-Regel „massiv“ verstärken, kündigte Söder an. Außerdem werde man die entsprechenden Strafen bei Nicht-Einhaltung deutlich schärfen, wie etwa eine vorübergehende Schließung von Betrieben.

Ferner kündigte der Ministerpräsident an, dass der Ausruf des Katastrophenfalls in Bayern noch in dieser Woche möglich sei. Man werde die Lage in den Krankenhäusern beobachten und dann entscheiden, ob die aktuellen Instrumente „ausreichen“, oder ob strengere Mittel nötig seien.

In den bayerischen Schulen werde die Maskenpflicht nun auf Dauer gelten, ursprünglich hatte man diese für lediglich zwei Wochen nach den Allerheiligen-Ferien angesetzt.

Update vom 9. November, 13.18 Uhr: Nun hat Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) das Wort. „Es ist dramatisch und besorgniserregend“, beginnt er sein Statement. Die getroffenen Maßnahmen seien deshalb richtig. Das Thema der Auffrischungs-Impfungen sei von größter Bedeutung, so Holetschek. Doch das Impfen allgemein müsse wieder mehr in den Fokus rücken. Auch der Erhalt der Testzentren sei nun der richtige Schritt.

Zum Schluss erklärte Kultusminister Piazolo, dass die Maskenpflicht an den Schulen „bis auf weiteres“ erhalten bleibe. Zuletzt hatte man die Verordnung auf die ersten zwei Wochen nach den Herbstferien verabschiedet.

Damit ist die Pressekonferenz beendet.

Video: Die ganze Pressekonferenz mit Markus Söder zum Nachhören

Corona in Bayern: Söder kündigt „massive“ Verschärfungen an - Katastrophenfall noch diese Woche möglich

Update vom 9. November, 13.14 Uhr: „Wir haben schon viele schwierige Meldungen vor Ort“, beginnt der CSU-Chef sein Statement bezüglich der Krankenhäuser. Sollte die Lage weiter schlechter werden, werde man möglicherweise in Bayern den Katastrophenfall noch in dieser Woche ausrufen. Dabei gehe es dann nicht darum, dass es eine allgemeine „Katastrophe“ gebe, jedoch darum, ein Instrumentarium bereit zu stellen, um deutliche Maßnahmen entgegensteuern zu können.

Update vom 9. November, 13.10 Uhr: „Es braucht auch Bund-Länder-Gespräche“, richtet der CSU-Chef seine Worte dann an die wahrscheinlich künftige Ampel-Regierung. In Bayern gelte jetzt weitgehend 2G. Wichtig sei es, die 2G-Regelungen vernünftig zu kontrollieren. Deshalb habe man beschlossen, die Kontrollen „massiv auszuweiten“. Polizei und Kreisverwaltungsreferate werden in Zukunft die Kontrollen deutlich verstärken, sowie die Strafen deutlich anziehen, wie etwa eine vorübergehende Schließung des Betriebs bei Nicht-Einhaltung.

Corona-Lage spitzt sich zu: Drastischer Schritt in Bayern steht wohl im Raum - Söder-PK JETZT Live

Update vom 9. November, 13.05 Uhr: CSU-Chef Markus Söder ist am Podium und ergreift das Wort. „Die Lage ist sehr ernst“, beginnt er die Runde aus München. „Das Risiko Corona ist sehr sehr hoch“, so Söder. Die Krankenhaus-Ampel sei auf rot gesprungen, die Intensivbetten liefen voll. „Es droht die Überlastung“, so der Ministerpräsident. Wären alle geimpft, hätte man die Situation in den Krankenhäusern, wie sie jetzt ist, nicht. Die Impf-Quote steige nach der 2G-Ankündigung in Bayern leicht, was Söder als „hoffnungsvolles Signal“ bezeichnet.

In Bayern gebe es noch viele Menschen, die sich für eine Impfung überzeugen ließen - daran müsse man jetzt arbeiten, so der CSU-Chef. „Impfen ist eine solidarische Aufgabe für andere. Deswegen gibt es keine allgemeine Impf-Pflicht, aber die moralische Aufgabe am Impfen teilzunehmen“, appelliert Söder. Auf Grund dieser aktuellen Lage sei das Auslaufen einer epidemischen Lage nicht der richtige Weg, so Söder.

Update vom 9. November, 12.45 Uhr: In 15 Minuten startet die Corona-PK aus München. Ab 12.55 Uhr beginnt die Übertragung im Live-Stream (oben im Artikel). Sobald die Protagonisten das Wort ergreifen, starten wir hier im Text mit unserem Live-Ticker.

Corona: Kommt Katastrophenfall? Söder-PK gleich LIVE

Update vom 9. November, 11.22 Uhr: In knapp 90 Minuten beginnt die Pressekonferenz aus München im Anschluss an die Kabinettssitzung. Neben CSU-Chef Markus Söder werden auch Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU), sowie Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) teilnehmen. Sie können die PK ab 13 Uhr live in oben eingehängtem Stream oder hier im Live-Ticker verfolgen.

Update vom 9. November, 9.10 Uhr: Die Zahlen steigen, die Intensivbetten werden weniger. Die aktuelle Corona-Lage ist besorgniserregend - und der Winter hat noch nicht einmal begonnen. Angesichts dieser Voraussetzungen erwägt die Staatsregierung um CSU-Chef Markus Söder nun wohl einen drastischen Schritt. Wie br24.de berichtet, stehe im Raum, bayernweit den Katastrophenfall auszurufen. Diesen hatte Ministerpräsident Söder zuletzt am Nikolaustag 2020 ausgerufen - er galt dann fast das gesamte erste Halbjahr 2021.

Corona: Ruft Söder Katastrophenfall aus? Kabinett berät wohl über drastischen Schritt

Im Rahmen des Katastrophenfalls ist es leichter für die Regierung, Behörden und Institutionen zu organisieren, sowie insgesamt die Corona-Politik leichter zu koordinieren, wie etwa das Erteilen von Maßnahmen.

Erstmeldung vom 9. November 2021

München - Die Corona-Zahlen* in Bayern steigen immer weiter. Die bayernweite Sieben-Tage-Inzidenz liegt am Dienstag, 9. November, den Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) zufolge bei 348 (Stand, 3.12 Uhr). Am Vortag hatte der Wert bei 316,2 gelegen. 19 Städte und Landkreise melden eine Inzidenz über 500. Der Kreis Miesbach* in Oberbayern ist am Dienstag wieder deutschlandweiter Spitzenreiter mit einer Inzidenz von 868,4. Für das Stadtgebiet München gibt das RKI am Morgen eine Inzidenz von 104,6 aus. Jedoch steht bereits seit Montag fest, dass die Zahlen deutlich zu niedrig sind. Dies soll in den kommenden Tagen korrigiert werden.

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Corona-Lage in München: Söder-Kabinett berät über sich zuspitzende Lage

Seit Montag steht die Krankenhausampel in Bayern auf Rot, da bereits mehr als 600 Intensivbetten im Freistaat durch Covid-19-Patienten belegt sind. Dies hat seit Mitternacht eine Verschärfung der geltenden Maßnahmen zur Konsequenz. Nun will das Kabinett in seiner Sitzung am Dienstag erneut über die sich immer weiter zuspitzende Lage beraten. Was dabei entschieden wird, ist noch nicht sicher. Möglich wären sowohl einzelne Verschärfungen in öffentlichen Bereichen, jedoch auch Erleichterungen für Schüler zwischen 12 und 17 Jahren. Für diese gilt erst seit August eine Impfempfehlung, viele sind ungeimpft.

Corona-Explosion in Bayern: Inzidenz steigt unaufhörlich – Kliniken verhängen Besuchsverbot

Die Kritik daran, dass eine Ausweitung der 2G-Regel die Jugendlichen vom gesellschaftlichen Leben ausschließe, ist groß, denn sie dürfen so beispielsweise auch mit negativem PCR-Test nicht mehr am Sport oder anderen Freizeitbeschäftigungen teilnehmen. Diese „Härten für Kinder und Jugendliche“ sollten „abgefedert“ werden, hieß es von den Freien Wählern.

Von den 612 Covid-19-Patienten, die am Montagnachmittag auf den bayerischen Intensivstationen behandelt wurden, müssen 324 künstlich beatmet werden. In einigen Gebieten, wie zum Beispiel dem Landkreis Bad-Tölz-Wolfratshausen, wurde deshalb bereits ein Besuchsverbot in allen Kliniken verhängt – auch für Geimpfte. kah /dpa* *tz.de/muenchen und Merkur.de/bayern sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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