Das ist verboten

Nächtliche Ausgangssperre in München: Mit welchen „triftigen Gründen“ man trotzdem rausgehen darf

Einsatzfahrzeuge am Stachus in München: Die nächtliche Ausgangssperre wird streng kontrolliert.
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Einsatzfahrzeuge am Stachus in München: Die nächtliche Ausgangssperre wird streng kontrolliert.

Die nächtliche Ausgangssperre ist seit 14. April auch in München wieder in Kraft. Die Stadt erklärt, was das genau zu bedeuten hat und wann man trotzdem raus darf.

München - Der Corona-Inzidenzwert für München hat die 100er-Marke längst hinter sich gelassen und liegt am Freitag bei 158,5. Seit Mittwoch gilt wieder die Notbremse. Wohl keinen Tag zu früh, denn die Münchner Kliniken schlagen jetzt schon Alarm. Eine aufrüttelnde TV-Reportage zeigt die Zustände dort. Mit der wichtigste und auch umstrittenste Aspekt: die nächtliche Ausgangssperre.

Ausgangssperre in München: Ab 22 Uhr Aufenthalt nur noch in privaten Räumen

Grundsätzlich gilt die Ausgangssperre von 22 bis 5 Uhr. In dieser Zeit ist der Schritt vor die Haustür verboten. Man muss nicht zwingend in der eigenen Wohnung sein, kann auch bei Freunden oder der Familie übernachten, immer vorausgesetzt, man hält sich an die gängigen Kontaktbeschränkungen auf einen Haushalt plus eine weitere Person. Genau deshalb wird die Ausgangssperre übrigens auch von Medizinern kritisiert. Die Ausgangssperre treibe die Menschen förmlich in geschlossene Räume - und genau dort passierten dann die Corona-Ansteckungen, so die Argumentation. Dessen ungeachtet wird aktuell in Berlin an einem Bundesgesetz gearbeitet, das die bayerische Ausgangssperre nochmal um eine Stunde auf 21 Uhr übertreffen soll.

Nächtliche Ausgangssperre in München - das sind die Ausnahmen

In jedem Fall gibt es aber Ausnahmen von der Ausgangssperre. Die Stadt München gibt eine Übersicht, unter welchen Umständen man trotzdem vor die Tür gehen darf, und zwar aufgrund:

  • eines medizinischen oder veterinärmedizinischen Notfalls oder anderer medizinisch unaufschiebbarer Behandlungen
  • der Ausübung beruflicher oder dienstlicher Tätigkeiten oder unaufschiebbarer Ausbildungszwecke
  • der Wahrnehmung des Sorge- und Umgangsrechts unter Beachtung der Kontaktbeschränkung
  • der unaufschiebbaren Betreuung unterstützungsbedürftiger Personen und Minderjähriger unter Beachtung der Kontaktbeschränkung
  • der Begleitung Sterbender
  • von Handlungen zur Versorgung von Tieren
  • von ähnlich gewichtigen und unabweisbaren Gründen

Den letzten Punkt sollte man aber nicht zu kreativ auslegen. Ein Beispiel: Das Nachhausegehen von einem Freund zählt definitiv nicht dazu. Zigaretten holen übrigens auch nicht.

Video: So hat Bundeskanzlerin Merkel die Ausgangssperre gerechtfertigt

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